Zuverlässigkeit 2026: Volkswagen am Tabellenende, Volvo und Land Rover dicht dahinter
Die Zuverlässigkeitsstudie 2026 von JD Power fällt für einige große Hersteller in den USA ernüchternd aus. Volkswagen landet laut Besitzerurteilen am Ende der Tabelle, Volvo und Land Rover folgen in unangenehmer Nähe, während Lexus erneut die Spitzenposition einnimmt. Auffällig ist: Der Ärger drehte sich meist nicht um Motoren oder Getriebe, sondern um Bildschirme, Smartphone-Kopplung und Software, die den Alltag erleichtern sollte, ihn aber oft erschwerte.
JD Power untersuchte drei Jahre alte Fahrzeuge.
Für die Studie befragte JD Power 33.268 Erstbesitzer in den USA, die Fahrzeuge des Modelljahrs 2023 nach drei Jahren Nutzung bewerteten. Erfasst wurden 184 Problemfelder in neun Kategorien, vom Antriebsstrang über Sitze und Karosserieanbauteile bis zum Infotainment. Das ist wichtig, denn es handelt sich nicht um ein europäisches Werkstattprotokoll, sondern um eine US-Befragung, die misst, wie viel Ärger ein Auto im Alltag verursacht.
Am Tabellenende finden sich bekannte Namen.
Volkswagen erzielte das schlechteste Ergebnis mit 301 Problemen pro 100 Fahrzeuge. Volvo kam auf 296, Land Rover auf 274, Jeep auf 267 und Audi auf 244. Das bedeutet nicht, dass diese Autos reihenweise mit Rauchwolke am Straßenrand strandeten. Es heißt, dass Besitzer über drei Jahre hinweg entsprechend viele unterschiedliche Probleme meldeten. Genau deshalb wirkt Volvos Platzierung in dieser Gruppe besonders pointiert. Ein Ruf für nüchterne, vernünftige nordische Verlässlichkeit hilft in einer solchen Tabelle nicht.
Die größten Probleme kamen von Bildschirmen, nicht vom Motor.
Die wichtigste Frustquelle lag im Infotainment. Laut JD Power hingen vier der fünf häufigsten Beschwerden mit der Smartphone-Anbindung zusammen. Störungen bei Android Auto und Apple CarPlay machten 8,9 PP100 aus, Bluetooth 5,5, kabelloses Laden 5,1 und Hersteller-Apps 4,7. In den vergangenen zwölf Monaten erhielten 40 Prozent der Besitzer Software-Updates, aber nur 27 Prozent spürten dadurch einen echten Nutzen, während 58 Prozent überhaupt keinen Unterschied bemerkten. Die Autoindustrie hat jahrelang betont, mehr Code bedeute mehr Komfort. Die Besitzer antworteten mit einer Tabelle.
Lexus macht die alte Ruhe wieder salonfähig.
Lexus führte das Ranking zum vierten Mal in Folge an, mit 151 PP100. Im Volumensegment lag Buick mit 160 Punkten vorn, gefolgt von Mini mit 168 und Chevrolet mit 178. Premium-Marken kamen im Schnitt auf 217 Probleme pro 100 Fahrzeuge und lagen damit 17 Punkte schlechter als Volumenmarken. Der Kontrast ist deutlich. Zuverlässigkeit hängt nicht von Bildschirmgröße oder Menüanzahl ab, sondern davon, ob das Auto seine Grundaufgabe erfüllt, ohne den Alltag zur Bühne zu machen.
Das Gesamtbild ist noch aufschlussreicher. Plug-in-Hybride kamen auf 281 Probleme pro 100 Fahrzeuge, reine Elektroautos auf 237, konventionelle Hybride auf 213 und Benziner auf 198. Das heißt nicht, dass Elektrifizierung an sich ein Fehlschlag ist. Es legt aber ziemlich gnadenlos nahe, dass die Branche mehr Software und Konnektivität in Autos gepackt hat, als die Qualitätskontrolle sauber verdauen konnte. Einige Ingenieure wussten das vermutlich schon. Die Marketingabteilung wird, ohne Zweifel, etwas später zum gleichen Schluss kommen.