Yangwang U9 Xtreme für über 20 Millionen Yuan verkauft, bislang teuerster BYD und klares Signal für den Luxuskurs der Marke
BYDs Luxusmarke Yangwang hat auf der Automesse in Peking mindestens einen U9 Xtreme für mehr als 20 Millionen Yuan, umgerechnet rund 2,7 Millionen Euro, verkauft. Damit ist das Modell bislang das teuerste Serienauto von BYD und zugleich einer der teuersten in China produzierten Supersportwagen, für die öffentlich ein solcher Kaufpreis bekannt wurde.
Der Deal selbst verändert BYDs Absatzvolumen nicht, seine symbolische Bedeutung ist jedoch groß. Nach Angaben von CnEVPost ist die Produktion des U9 Xtreme weltweit auf nur 30 Fahrzeuge begrenzt. Die Serienversion des Modells wurde am 24. April auf der Automesse in Peking der Öffentlichkeit vorgestellt. Laut Yangwang wurde der Unternehmer Nick Politis zum einzigen Besitzer für den australischen Markt, dem BYD-Chef Wang Chuanfu das Auto auf der Messe übergab.
Der U9 Xtreme ist nicht bloß eine teurere Ausstattungsvariante, sondern eine deutlich extremere Weiterentwicklung als der normale U9. Laut der offiziellen Modellseite von Yangwang nutzt das Auto vier Elektromotoren mit jeweils 555 kW Spitzenleistung und entwickelt insgesamt das Äquivalent von mehr als 3000 PS. CnEVPost beziffert die Gesamtleistung auf 2220 kW beziehungsweise 2977 PS, während mehrere andere Quellen auf 3019 PS verweisen. In einem Punkt sind sich die Quellen jedoch einig: Es handelt sich um ein elektrisches Hypercar in limitierter Serie auf Basis einer 1200-Volt-Architektur, das auf dem Testgelände Papenburg eine offiziell bestätigte Höchstgeschwindigkeit von 496,22 km/h erreichte.
Auch Rekorde stützen die Positionierung des U9 Xtreme. Nach Angaben von BYD stellte das Modell im September 2025 in der Klasse der Serienfahrzeuge mit 496,22 km/h einen Höchstgeschwindigkeitsrekord auf, und im Oktober fuhr es auf der Nürburgring-Nordschleife eine Zeit von 6.59,157. Das war die erste Runde unter sieben Minuten für ein rein elektrisches Serienfahrzeug. Das gibt BYD ein Argument, ein Preisniveau aufzurufen, das bei einer chinesischen Marke noch vor ein paar Jahren unrealistisch erschienen wäre.
Laut einer Reuters-Analyse sucht BYD Wachstum derzeit vor allem über teurere Modelle. Der Gewinn des Konzerns fiel im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 55 Prozent auf 4,1 Milliarden Yuan, und der Fahrzeugabsatz sank um 12 Prozent. Gleichzeitig machten höherpreisige Modelle bereits rund 12 Prozent des Absatzes aus, also doppelt so viel wie ein Jahr zuvor, und nach Einschätzung von Citi stieg der Bruttogewinn pro Fahrzeug um 18 Prozent. Vor diesem Hintergrund wirkt der Verkauf des U9 Xtreme weniger wie eine einmalige Show und mehr wie der bewusste Versuch, ein Preissignal zu setzen.
Ein Vergleich mit dem bisherigen Modellprogramm von Yangwang zeigt, wie steil dieser Preissprung ausfällt. Der normale U9 beginnt laut CnEVPost bei 1,8 Millionen Yuan, das SUV U8 bei 1,098 Millionen und die Limousine U7 bei 628.000 Yuan. Das bedeutet, dass ein U9 Xtreme für mehr als 20 Millionen Yuan mindestens elfmal so teuer ist wie ein normaler U9 und mehr als 18-mal so teuer wie der U8, der zuvor an der Spitze der BYD-Preisskala stand. Genau das macht den Deal so markant: BYD verschiebt nicht mehr nur die Grenzen der Technologie, sondern testet auch die Preisobergrenze für chinesische Luxusautos.