Xiaomi SU7 Ultra Nürburgring Edition
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Xiaomi SU7: Türgriff-Desaster erschüttert E-Auto-Markt

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 28.02.2026

Technologiekonzern Xiaomi wollte mit dem SU7 die Elektromobilität revolutionieren. Nun steht das Unternehmen vor seiner bislang schwersten Krise. Chinesische Medien und Behörden fordern den Rückruf aller bisher verkauften 370.000 SU7-Limousinen der ersten Generation – Grund ist ein gravierender Sicherheitsmangel bei den elektronischen, bündigen Türgriffen.

Im Mittelpunkt des Skandals steht der Xiaomi SU7 mit seinen versenkten Türgriffen – ein Designtrend, der bei Elektroautos derzeit hoch im Kurs steht. Die Vorteile liegen auf der Hand: bessere Aerodynamik, futuristische Optik, minimale Effizienzgewinne. Doch das Risiko ist alles andere als oberflächlich.

Ein tödlicher Unfall legt die Schwäche offen

Im Oktober 2024 kam es in Chengdu zu einem schweren Unfall, der die Schwachstelle des Systems schonungslos aufdeckte. Bei der Kollision wurde das Niedervolt-System beschädigt, das die Türverriegelung steuert. Anders als viele Konkurrenten verzichtete Xiaomi beim SU7 der ersten Generation auf einen mechanischen Notentriegelungshebel außen.

Als die Stromversorgung ausfiel, ließen sich die Türen von außen trotz verzweifelter Versuche nicht öffnen. Es brach ein Feuer aus, der Fahrer konnte sich nicht rechtzeitig befreien. Der Vorfall löste landesweite Empörung aus und wirft die Frage auf, wie weit Designambitionen auf Kosten elementarer Sicherheit gehen dürfen.

Software kann Hardware nicht ersetzen

Xiaomi versuchte zunächst, das Problem per Software-Update zu entschärfen. Experten und Kritiker halten das für Augenwischerei: Der Fehler ist konstruktiv, nicht digital. Ohne mechanische Notentriegelung hilft kein Softwarepatch, wenn im Ernstfall Sekunden entscheiden.

Das chinesische Industrieministerium hat bereits reagiert und strengere Vorgaben erlassen. Ab 2027 sollen rein elektronische Türgriffsysteme ohne mechanische Notlösung verboten werden.

Xiaomi hat seine schnelle Entwicklungsphilosophie aus der Smartphone-Welt übernommen, wo Beta-Tests am Kunden üblich sind. In der Unterhaltungselektronik ist ein Bug lästig. Im Automobilbau kann ein Konstruktionsfehler tödlich enden.

Hunderttausende Fahrzeuge bleiben ein Risiko

Im Februar bestätigte Xiaomi das Produktionsende für den SU7 der ersten Generation. Das überarbeitete Modell für 2026 soll die neuen Sicherheitsstandards erfüllen. Doch auf den Straßen fahren weiterhin Hunderttausende Fahrzeuge mit dem alten System.

Bei schweren Unfällen könnten Rettungskräfte vor verschlossenen Türen stehen. Oft bleibt dann nur das Einschlagen der Scheiben als schnelle Lösung. Wer heute ein neues Elektroauto kauft, sollte genau hinschauen: Gibt es eine mechanische Notentriegelung, die auch ohne Strom funktioniert?

Sicherheit darf nie dem Design geopfert werden. Der Fall SU7 ist eine Mahnung an die gesamte Branche: Eleganz darf kein Auto zur tödlichen Falle machen, wenn es darauf ankommt.