Weniger Sprit verbrauchen: Praktische Tipps für jeden Tag
Die Preistafeln an Tankstellen bringen viele Autofahrer regelmäßig dazu, über einen niedrigeren Verbrauch nachzudenken. Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich der Kraftstoffkonsum im Alltag spürbar senken.
Ein Motor braucht im Stand keine lange Warmlaufphase. Seine ideale Betriebstemperatur erreicht er schneller, wenn das Auto tatsächlich fährt. Deshalb nach etwa 10 Sekunden behutsam losfahren. Bei sehr kaltem Wetter darf es etwas länger sein.
Beim Anfahren zügig beschleunigen. Ein kurzer Mehrverbrauch während der Beschleunigung und danach gleichmäßiges, ruhiges Fahren ist sparsamer, als sich nur langsam auf Tempo zu bringen.
Ein Motorstart verbraucht ungefähr so viel Kraftstoff wie rund 10 Sekunden Leerlauf. Wer ein Start Stopp System hat, sollte es nutzen. Fehlt es, lohnt es sich, den Motor bei längeren Standzeiten selbst abzustellen. Das kann den Durchschnittsverbrauch um 3 bis 10 Prozent senken.
Der Reifendruck ist wichtiger, als viele glauben. Liegt er 10 Prozent unter dem empfohlenen Wert, steigt der Verbrauch um etwa 2 Prozent. Und ein Auto hat bekanntlich mehr als nur einen Reifen. Den Druck deshalb bei kalten Reifen prüfen. Ein Reifen mit 25 Prozent zu wenig Druck kann äußerlich noch völlig normal aussehen. Manche Reifenhersteller empfehlen sogar 0,3 bis 0,5 bar mehr als die Vorgabe des Autoherstellers, um den Rollwiderstand zu senken. Kontrolliert werden sollte der Druck einmal im Monat.
Wer Dachbox oder Fahrradträger gerade nicht braucht, sollte die Dachträger abbauen. Bei Autobahntempo können leere Dachträger den Verbrauch um 5 bis 10 Prozent erhöhen, ein Fahrrad auf dem Dach um rund 20 Prozent und eine Dachbox um etwa 15 Prozent.
Außerdem sollte das Auto ordentlich gewartet sein. Bei einem älteren Fahrzeug kann schon ein verschmutzter Luftfilter den Kraftstoffverbrauch spürbar beeinflussen.
Auch zusätzliches Gewicht spielt eine Rolle. Rund 20 Kilogramm erhöhen den Verbrauch um ungefähr 1 Prozent. Ein Blick in den Kofferraum zeigt oft schnell, ob wirklich alles dauerhaft mitfahren muss.
Klimaanlage, Sitzheizung und andere elektrische Verbraucher nur dann einschalten, wenn sie tatsächlich gebraucht werden. Allein das kann bis zu 5 Prozent sparen. Bei höherem Tempo sollten die Fenster geschlossen bleiben.
Bei einem Schaltgetriebe dient der erste Gang nur zum Anfahren. Danach früh hochschalten, damit die Drehzahl bei einem Benziner unter 2.500 Umdrehungen pro Minute und bei einem Diesel unter 2.000 Umdrehungen pro Minute bleibt. Ist die gewünschte Geschwindigkeit erreicht, fährt man im höchstmöglichen passenden Gang.
Das Auto sollte möglichst in Bewegung bleiben. Der größte Verbrauchsschub entsteht, wenn ein Fahrzeug aus dem Stand wieder beschleunigt. Deshalb ausreichend Abstand zum Vordermann halten und den Verkehr deutlich weiter voraus beobachten als nur bis zu den ersten Bremslichtern.
Beim Verzögern die Bewegungsenergie nutzen. Im eingelegten Gang sinkt der Kraftstoffverbrauch beim Gaswegnehmen auf null. Deshalb die Kupplung erst dann treten, wenn die Drehzahl fast auf Leerlaufniveau gefallen ist. Das gilt auch bergab. Hundert Meter hier und ein paar Dutzend dort können sich über den Tag zu mehreren „kostenlosen“ Kilometern summieren. Auf ebener Strecke hilft Tempomat, wo er sinnvoll eingesetzt werden kann.
Ampeln springen nicht plötzlich auf Rosa. Hinweise liefern oft die Fußgängersignale an der querenden Straße. Auf bekannten Pendelstrecken hilft zudem die Erfahrung aus dem täglichen Fahren. Ständiges Beschleunigen, hartes Bremsen und das Sprinten von Ampel zu Ampel bringen keinen Zeitgewinn. Häufig kommt der Fahrer mit der vernünftigeren Fahrweise sogar früher an als derjenige, der sich permanent durch den Verkehr schlängelt. Entscheidend ist, weit vorauszuschauen.
Am niedrigsten ist der Verbrauch meist zwischen 70 und 90 km/h. Auf freier Strecke kann jedes zusätzliche Plus von 10 km/h den Verbrauch um 5 bis 15 Prozent erhöhen. Je schneller man fährt, desto mehr Luft muss verdrängt werden.
Wenn möglich, sollte man ruhigere Reisezeiten wählen. Schon ein Aufbruch 5 bis 10 Minuten früher am Morgen kann weniger Verkehr und einen spürbar niedrigeren Verbrauch bedeuten.
Eine vorausschauendere Fahrweise senkt den Kraftstoffverbrauch, reduziert das Unfallrisiko und sorgt dafür, dass man mit derselben Zahl an Nervenzellen ankommt, mit der man losgefahren ist.