Volkswagen Caddy
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Volkswagen Caddy bekommt größeren Bildschirm, bleibt aber bei Touch-Bedienung für die Klimaanlage

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 10.06.2026

Volkswagen hat den Innenraum des Caddy überarbeitet und spendiert dem Kompakttransporter einen größeren Infotainment-Bildschirm im Stil von Golf und Co. sowie mehr digitale Serienausstattung. Der bekannte Haken bleibt: Die Klimasteuerung läuft weiter über berührungsempfindliche Slider.

Caddy entfernt sich weiter vom Arbeitstier und wird zum digitalen Arbeitsplatz

Volkswagen Nutzfahrzeuge hat in Deutschland die Bestellbücher für den überarbeiteten Caddy geöffnet und nun auch den überarbeiteten Innenraum detaillierter gezeigt. Äußerlich fallen die Änderungen überschaubar aus: eine neue Frontschürze, neue Felgendesigns und zusätzliche Außenfarben. Im Innenraum ist das Update deutlicher.

Die wichtigste Änderung ist ein neuer freistehender 12,9-Zoll-Touchscreen. Menüs und Schnellzugriffe orientieren sich nun stärker an der Struktur neuerer Volkswagen-Modelle wie Golf und T-Roc.

Die fünfte Caddy-Generation steht bereits auf einer MQB-basierten Architektur und fährt schon länger eher wie ein Pkw als wie ein klassischer Kompakttransporter. Nun folgt der Innenraum derselben Richtung. Das Digital Cockpit Pro gehört in allen Ausstattungslinien zur Serie, ebenso ein kabelloses Smartphone-Ladepad mit 25 W.

Größerer Bildschirm, gleiches Problem bei der Klimabedienung

Der zentrale Bildschirm wächst von 10,3 auf 12,9 Zoll. Die bisherige hochglänzend schwarze Blende, die Kombiinstrument und Infotainment optisch miteinander verbunden hat, entfällt. Das neue Layout wirkt aufgeräumter und lässt das Armaturenbrett leichter erscheinen.

Konventionelle Bedienelemente für die Klimaanlage bringt Volkswagen allerdings nicht zurück. Die Temperatureinstellung erfolgt weiterhin über berührungsempfindliche Slider unterhalb des Bildschirms, die nun immerhin beleuchtet sind und sich bei Nacht leichter finden lassen.

Das ist eine Verbesserung, doch gerade in einem Arbeitsfahrzeug sprechen weiterhin gute Gründe für physische Tasten. Wer mit Handschuhen fährt, Adressen prüft, Ware lädt und einen Parkplatz sucht, braucht nicht zwingend die modernste Bedienoberfläche. Gefragt ist die schnellste.

Das Lenkrad behält separate physische Tasten, was eine gute Nachricht ist. Für die früheren berührungsempfindlichen Bedienelemente hat Volkswagen viel Kritik einstecken müssen. Im Caddy hat die Marke immerhin darauf verzichtet, die gesamte Fahrumgebung in eine Glasfläche zu verwandeln. In einem Nutzfahrzeug muss die Ergonomie auch dann funktionieren, wenn der Fahrer keine Zeit hat, sich mit dem System zu beschäftigen.

Kleine praktische Verbesserungen könnten wichtiger sein als der Bildschirm

Die Änderungen im Innenraum beschränken sich nicht auf das Display. Vorn gibt es zwei USB-C-Anschlüsse mit jeweils bis zu 60 W Ladeleistung. Ein USB-C-Anschluss im Armaturenbrett liefert bis zu 45 W und ersetzt die bisher optionale 12-Volt-Steckdose.

Das klingt nach einer kleinen, eher Pkw-typischen Komfortfunktion, ist im Alltag aber relevant. Kurierfahrer, Techniker oder Inhaber kleiner Betriebe können so Smartphone, Tablet und Arbeitsgerät versorgen, ohne auf ein Wirrwarr aus Adaptern angewiesen zu sein.

Volkswagen hat außerdem Sitzstoffe und Türverkleidungen überarbeitet, je nach Ausstattung mit unterschiedlichen Ausführungen. Die Pkw-Versionen erhalten Haltegriffe und Kleiderhaken an den B-Säulen. Das sind kleine Details, für die Zielgruppe des Caddy aber wichtige. Das Fahrzeug soll morgens Werkzeug transportieren, nachmittags Kinder und ein paar Tage später die Ausrüstung fürs Wochenende.

Platz bleibt das eigentliche Verkaufsargument

Den Caddy gibt es weiterhin mit zwei Radständen und je nach Konfiguration mit zwei, fünf oder sieben Sitzen. Die praktischste Version Cargo Maxi fasst bis zu 3100 Liter oder 3,1 m³ Ladung.

Damit liegt Volkswagen direkt auf Augenhöhe mit dem Ford Transit Connect, der je nach Radstand bis zu 3,1 oder 3,7 m³ bietet. Der Vergleich kommt nicht von ungefähr, denn der aktuelle Transit Connect teilt sich die technische Basis mit dem Caddy.

Im breiteren Segment ist der Caddy beim Ladevolumen allerdings nicht der klare Spitzenreiter. Der Citroën Berlingo Van mit langem Radstand bietet bis zu 4,4 m³, der Renault Kangoo in der Standardversion 3,3 m³ und in der längeren Variante noch mehr.

Die Stärke des Caddy liegt nicht in einem einzelnen Spitzenwert beim Ladevolumen, sondern in der Breite des Angebots. Kastenwagen, Pkw-Version, Siebensitzer und California Micro-Camper gehören alle zur selben Modellfamilie.

Bekannte Motoren, eHybrid als wichtigste Version

An der Motorenpalette dürfte sich voraussichtlich nicht viel ändern. Der Caddy bleibt bei Benzinern, Dieseln und Plug-in-Hybrid-Antrieben. Für Europa ist der eHybrid die wichtigste Version. Er kombiniert einen 1,5-Liter-TSI-Benziner mit einem Elektromotor und einer Batterie mit 19,7 kWh nutzbarer Kapazität.

Die Systemleistung liegt bei 110 kW und 350 Nm, die elektrische Reichweite nach WLTP bei bis zu 122 km. Damit ist der Caddy eHybrid eine besonders interessante Option für Einsätze in Stadt und Umland. Tägliche Lieferfahrten oder Serviceeinsätze lassen sich weitgehend elektrisch absolvieren, für längere Strecken steht der Verbrenner weiter zur Verfügung.

Die Batterie unterstützt AC-Laden mit bis zu 11 kW und DC-Laden mit bis zu 50 kW, ein starker Wert für einen Plug-in-Hybrid.

Aus Sicht europäischer Flotten dürfte das wichtiger sein als der größere Bildschirm. Vollelektrische Kompakttransporter sind für nicht jedes Unternehmen schon heute eine unkomplizierte Wahl, vor allem dann nicht, wenn sich Routen ändern, die Ladeinfrastruktur schwach ist oder ein Fahrzeug sowohl innerstädtische Einsätze als auch regionale Langstrecken übernehmen muss. Der Caddy eHybrid bietet hier einen Mittelweg mit klarer betrieblicher Logik.

Preis bestätigt die Position im Premiumbereich

In Deutschland startet der Caddy Cargo bei 26.480 Euro netto. Der stärker auf Privatkunden ausgerichtete Caddy beginnt bei 34.200 Euro inklusive Steuern.

Zu einem günstigen Kompakttransporter macht ihn das nicht, doch der Caddy konkurriert schon lange nicht mehr allein über den Preis. Volkswagen verkauft ein Pkw-ähnliches Fahrerlebnis, eine breite Karosseriepalette und hohe Restwerte.

Mit diesem Update wird diese Positionierung noch deutlicher. Der Caddy will nicht mehr nur ein praktisches, kastenförmiges Arbeitstier sein. Er versteht sich als kompakter mobiler Arbeitsplatz für Familien, kleine Unternehmen und Dienstleister gleichermaßen. Der größere Bildschirm stützt dieses Bild. Entscheidend wird sein, ob die digitalen Bedienelemente den Arbeitsalltag schneller machen oder eher ausbremsen.