Überarbeiteter BMW i7 erhält Batterie von Rimac
BMW hat bestätigt, dass der überarbeitete i7 eine neue Hochvoltbatterie erhält, die gemeinsam mit Rimac Technology entwickelt wurde. Sie basiert auf zylindrischen Zellen der sechsten Generation und soll mehr Reichweite sowie schnelleres Laden ermöglichen. Premiere feiert das Modell am 22. April auf der Auto China in Peking. Zugleich zeigt BMW damit, dass Neue-Klasse-Technik nicht nur künftigen Plattformen vorbehalten bleibt, sondern zügig ins aktuelle Flaggschiff einzieht.
Der Konzern teilte mit, dass der neue i7 eine Gen6-eDrive-Batterie mit Lithium-Ionen-Rundzellen im Format 4695 erhält. Gegenüber den prismatischen Gen5-Zellen steigt die volumetrische Energiedichte um 20 Prozent. Die Batterie kombiniert die neuen Zellen mit der bestehenden Gen5-Modullogik. Daraus ergeben sich für den i7 zwei klare Vorteile: mehr Reichweite und kürzere Ladezeiten. Konkrete Zahlen hat BMW weiterhin nicht genannt, die technische Richtung ist jedoch eindeutig.
Die wichtigere Ebene dieser Geschichte liegt eher in der Strategie als in der Chemie. Auf der BMW-Jahreskonferenz im März sagte Oliver Zipse, die 7er-Reihe werde auf der Messe in Peking das erste Facelift-Modell, das Technologien der Neuen Klasse übernimmt. Das Ergebnis bezeichnete er als „fast ein völlig neues Auto“. Damit macht BMW deutlich, dass der Hersteller nicht auf die nächste Generation der Luxuslimousine warten will. Stattdessen nutzt er die Modellpflege als Brücke, um die Kernelemente seiner neuen Elektroarchitektur so schnell wie möglich in das aktuelle Topmodell zu bringen.
Die Rolle von Rimac geht dabei weit über eine bloße Marketingnotiz hinaus. Das kroatische Unternehmen war an der Entwicklung der Leistungselektronik des i7 beteiligt und wird auch die Traktionsbatterien liefern. Laut BMW werden die Batterien im Rimac-Werk in Kroatien gefertigt und anschließend nach Dingolfing transportiert, dem weltweit einzigen Produktionsstandort des BMW 7er. In der Praxis bindet BMW damit die wichtigste Komponente seiner Luxuslimousine an die Lieferkette eines der am schnellsten wachsenden Elektromobilitätsspezialisten Europas.
Für Rimac markiert das Projekt einen deutlichen Schritt nach vorn. In einer eigenen Mitteilung erklärte das Unternehmen, der neue i7 sei das erste vollelektrische Modell der BMW Group, das ein gemeinsam von beiden Firmen entwickeltes Batteriesystem nutzt. Aufschlussreich ist auch der Produktionsumfang. Der dem Programm gewidmete Fertigungsbereich auf dem Rimac Campus bei Zagreb umfasst 15.000 Quadratmeter, der gesamte Komplex erstreckt sich über 90.000 Quadratmeter. Rimac bezeichnet sich inzwischen ganz offen als Tier-1-Zulieferer der Spitzenklasse. Vereinfacht gesagt: Das Engineering-Unternehmen, das vor allem für den Nevera bekannt ist, verlässt die Nische der Hypercars und rückt in die größere Welt industrieller Großpartnerschaften vor.
Genau darin könnte die eigentliche Schlagzeile liegen. Der überarbeitete BMW i7 bekommt nicht nur eine bessere Batterie. Er wird auch zu einem frühen Testfall dafür, wie schnell BMW das Denken der Neuen Klasse in die Gegenwart holen kann und wie weit Rimac den Weg vom exotischen Außenseiter zur ernstzunehmenden Kraft im Mainstream gehen kann.