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Trumps Zollkeule trifft Hyundai und Kia erneut

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 29.01.2026

Der Mann, dem der Friedensnobelpreis verwehrt blieb, greift wieder zu seinem liebsten Werkzeug der Weltpolitik: dem Strafzoll. Mit einer via Truth Social verkündeten Drohung sorgt er von Hyundais Vorstandsetage bis ins südkoreanische Parlament für Unruhe. Südkoreanische Autos, Pharmazeutika und Holzprodukte sollen nun mit satten 25 Prozent Einfuhrzoll belegt werden – ein drastischer Anstieg gegenüber den zuvor ausgehandelten 15 Prozent. Die Begründung: Das koreanische Parlament lasse sich mit der Ratifizierung eines „historischen“ Handelsabkommens zu viel Zeit. Ein unmissverständlicher Hinweis darauf, dass internationale Verträge für den aktuellen US-Präsidenten nur so lange gelten, wie sein letzter Social-Media-Post.

Die Ironie der Lage ist kaum zu übersehen. Noch im vergangenen Sommer schien zwischen Washington und Seoul ein großer Deal besiegelt: Südkorea versprach Investitionen von astronomischen 350 Milliarden US-Dollar in den USA, um im Gegenzug eine Senkung der Zölle von 25 auf 15 Prozent zu erreichen. Heute ist diese Vereinbarung kaum mehr wert als die digitale Tinte, mit der sie verkündet wurde. Präsident Trump ist überzeugt, dass das koreanische Parlament absichtlich auf Zeit spielt, und ersetzt diplomatische Gespräche kurzerhand durch wirtschaftlichen Druck. Die südkoreanische Regierung, offenbar von der Ankündigung überrumpelt, schickt nun eilig ihren Handelsminister über den Pazifik zu Krisengesprächen.

Ein Kälteschock für Hyundai und Kia
Für Branchenriesen wie Hyundai und Kia ist diese Nachricht ein echter Kälteschock. Sollte der 25-Prozent-Zoll tatsächlich greifen, werden koreanische Fahrzeuge in den USA praktisch über Nacht teurer als die Konkurrenz aus den USA oder Europa. Hier geht es längst nicht mehr nur um den Schutz amerikanischer Produkte – vielmehr wird der Zoll als politisches Druckmittel eingesetzt. Für US-Kunden bedeutet das vor allem weniger Auswahl und deutlich höhere Preise auf dem Preisschild.

Mit dem nächsten Kapitel der „America First“-Politik wird Stabilität erneut geopfert, um politischen Druck zu erhöhen. Südkorea balanciert nun auf einem diplomatischen Drahtseil, um einen Verbündeten zu besänftigen, der sich immer weniger an frühere Zusagen gebunden fühlt. Im modernen Automobilgeschäft entscheidet längst nicht mehr nur Ingenieurskunst oder Fertigungseffizienz über den Erfolg. Immer öfter wird das Schicksal eines Herstellers in einem politischen Roulettespiel bestimmt, dessen Einsätze absurde Höhen erreicht haben.