Subarus neue Elektroautos holen fünf Sterne bei Euro NCAP, technisch steckt viel Toyota dahinter
Der Subaru E Outback und der Subaru Uncharted haben im Euro-NCAP-Crashtest die Höchstwertung von fünf Sternen erhalten. Das passt zum Sicherheitsimage der Marke, technisch ist das Bild aber differenzierter: Der E Outback ist ein Schwestermodell des Toyota bZ4X, der Uncharted eng mit dem Toyota C-HR Plus verwandt. Euro NCAP übernahm deshalb große Teile der Ergebnisse von den Toyota-Plattformen und prüfte zusätzlich, ob Struktur und Sicherheitsausstattung der Subaru-Modelle übereinstimmen.
Fünf Sterne, aber die Teilwertungen sind entscheidend
Nach Angaben von Euro NCAP erreicht der Subaru E Outback 89 Prozent beim Schutz erwachsener Insassen, 85 Prozent beim Kinderschutz, 80 Prozent beim Schutz ungeschützter Verkehrsteilnehmer und 79 Prozent bei den Sicherheitsassistenten. Der Subaru Uncharted kommt auf ein sehr ähnliches Ergebnis: 88 Prozent beim Schutz erwachsener Insassen, 85 Prozent beim Kinderschutz, 80 Prozent beim Schutz ungeschützter Verkehrsteilnehmer und 79 Prozent bei den Sicherheitsassistenten. Beide Modelle erhalten damit insgesamt fünf Sterne.
Diese Werte sind stark, markieren aber nicht die absolute Spitze im Segment. Am besten schneiden Insassenschutz und Kindersicherheit ab. Schwächer fällt das Bild in Details beim Schutz ungeschützter Verkehrsteilnehmer sowie in einigen passiven Sicherheits-Teiltests aus, in denen Euro NCAP den Schutz als marginal beschreibt.
Der E Outback ist faktisch eng mit dem Toyota bZ4X verwandt
Euro NCAP sagt ausdrücklich, dass der E Outback ein Schwestermodell des Toyota bZ4X ist. Die Organisation bestätigte, dass Struktur und Sicherheitsausstattung identisch sind, und führte anschließend zusätzliche Tests durch, um sicherzustellen, dass die Bewertung auch für das Subaru-Modell gilt. Der Großteil der Ergebnisse wurde vom 2025 getesteten bZ4X übernommen.
Das ist keine schlechte Nachricht für Subaru, macht die Geschichte aber ehrlicher. Die fünf Sterne des E Outback beruhen nicht allein auf eigenständiger Entwicklungsarbeit von Subaru. Sie spiegeln auch die gemeinsame Elektroplattform von Toyota und Subaru wider, deren Sicherheitspaket die Anforderungen von Euro NCAP erfüllt. Dasselbe gilt für den Uncharted. Euro NCAP bezeichnet ihn als Schwestermodell des Toyota C-HR Plus, der selbst zur gleichen technischen Familie wie der bZ4X gehört.
Die Fahrgastzelle blieb in den Crashtests stabil
Beim Frontalaufprall des E Outback blieb der Passagierraum stabil, die Dummy-Messwerte zeigten für Knie und Oberschenkel von Fahrer und Beifahrer guten Schutz. Im Seitenbarrieretest schützte das Auto alle kritischen Körperbereiche gut und erhielt die Höchstpunktzahl. Auch Sitze und Kopfstützen boten bei einem Heckaufprall guten Schutz vor Schleudertraumata.
Beim Uncharted zeigte sich weitgehend dasselbe Bild. Euro NCAP vermerkte eine stabile Fahrgastzelle, guten Schutz der Frontinsassen, die Höchstwertung im Seitenbarrieretest sowie guten Schleudertrauma-Schutz auf Vorder- und Rücksitzen. Der Test bestätigte außerdem, dass Türen und Fenster nach einem Untertauchen weiter nutzbar bleiben, ein Detail, das in den jüngsten Euro-NCAP-Protokollen deutlich an Bedeutung gewonnen hat.
Die Kritik: Brustschutz und Fußgängersicherheit nicht ohne Makel
Eine Fünf-Sterne-Gesamtwertung bedeutet nicht, dass jeder Test perfekt verlief. Im Full-Width-Test gegen eine starre Barriere bewertete Euro NCAP den Brustschutz des Fahrers im E Outback als marginal. Auch beim schwereren Seitenaufprall gegen den Pfahl fiel der Brustschutz marginal aus, obwohl andere kritische Körperbereiche gut bewertet wurden. Der gleiche Hinweis findet sich auch beim Uncharted.
Beide Modelle kommen beim Schutz ungeschützter Verkehrsteilnehmer auf 80 Prozent. Das ist respektabel, aber nicht ohne Schwächen. Beim E Outback war der Kopfschutz für Fußgänger oder Radfahrer laut Euro NCAP meist gut oder ausreichend, rund um die steifen A-Säulen und im Bereich der Windschutzscheibe traten jedoch schlechte Ergebnisse auf. Der Schutz des Beckens war überwiegend schwach, Knie und Unterschenkel dagegen gut geschützt. Das gleiche Grundmuster zeigt sich auch in der Beschreibung des Uncharted-Tests.
AEB arbeitet gut, beim Rückwärtsfahren bleibt aber eine Einschränkung
Beide Fahrzeuge nutzen ein autonomes Notbremssystem, das auf andere Fahrzeuge, Fußgänger und Radfahrer reagiert. Euro NCAP bewertete die AEB-Reaktion des E Outback auf andere Fahrzeuge als gut und erklärte, das System habe auch in Radfahrerszenarien gut funktioniert, einschließlich der Situation, in der sich eine Tür in den Fahrweg eines von hinten kommenden Radfahrers öffnet. Auch die Reaktion auf Motorradfahrer wurde als gut bewertet.
Es gibt allerdings einen Vorbehalt. Nach Angaben von Euro NCAP reagiert das System des E Outback nicht auf Fußgänger hinter dem Fahrzeug. Für den Uncharted gilt derselbe Hinweis: Die Reaktion auf Fußgänger war ausreichend, das System spricht jedoch nicht auf Personen hinter dem Fahrzeug an. Für Familienautos und den Stadtverkehr ist das relevant. Gerade auf Parkplätzen und in Einfahrten bewegen sich Kinder oft hinter einem Fahrzeug.
Subarus Elektrostrategie erhält ein nützliches Vertrauenssignal
Subaru bestätigte 2025, sein europäisches Elektroangebot auszubauen. Der Uncharted kam im ersten Quartal 2026 auf den Markt, der E Outback folgte ebenfalls Anfang 2026. Beide Modelle ergänzen den Solterra und verbreitern Subarus Elektroprogramm in Richtung SUV.
Subaru bleibt in Europa ein kleiner Anbieter, verfügt aber über ein starkes Image rund um Allradantrieb, Sicherheit und praktische Haltbarkeit. Bei Elektroautos muss die Marke nun zeigen, dass die Zusammenarbeit mit Toyota sie nicht verwässert, sondern ihr eine moderne technische Basis gibt. Ein Fünf-Sterne-Ergebnis bei Euro NCAP stützt dieses Argument.
Für Europa ist das nicht nur ein Sieg für Subaru
E Outback und Uncharted zeigen, wie eng Subarus elektrische Zukunft mit Toyota-Technik verknüpft ist. Für einen kleineren Hersteller bringt das Skalenvorteile. Eine eigene Elektroplattform zu entwickeln, wäre kostspielig, während Subaru mit der Toyota-Basis neue elektrische SUV schneller anbieten kann.
Trotzdem bleibt die Frage nach der Identität. Wenn der E Outback eng mit dem bZ4X oder bZ4X Touring verknüpft ist und der Uncharted ein naher Verwandter des C-HR Plus, dann muss Subaru sich durch mehr als nur ein Emblem abheben. Die Marke muss sich über Fahrwerksabstimmung, Allradlogik, Bodenfreiheit, Bedienbarkeit und Souveränität auf schlechten Straßen differenzieren. Sicherheit ist ein starker Anfang, doch die nächste Frage der Käufer liegt auf der Hand: Warum den Subaru wählen und nicht das Toyota-Schwestermodell?
Technische Zusammenfassung
Der Subaru E Outback erhielt im Euro-NCAP-Test fünf Sterne, mit 89 Prozent beim Schutz erwachsener Insassen, 85 Prozent beim Kinderschutz, 80 Prozent beim Schutz ungeschützter Verkehrsteilnehmer und 79 Prozent bei den Sicherheitsassistenten.
Der Subaru Uncharted erhielt ebenfalls fünf Sterne, mit 88 Prozent beim Schutz erwachsener Insassen, 85 Prozent beim Kinderschutz, 80 Prozent beim Schutz ungeschützter Verkehrsteilnehmer und 79 Prozent bei den Sicherheitsassistenten.
Euro NCAP beschreibt den E Outback als Schwestermodell des Toyota bZ4X, wobei ein großer Teil der Bewertung aus dem Toyota-Test übernommen wurde.
Der Uncharted ist ein Schwestermodell des Toyota C-HR Plus und gehört zur selben größeren technischen Familie wie der bZ4X.
Die wichtigsten Einschränkungen sind marginaler Brustschutz in einigen Crashtests und AEB-Systeme, die nicht auf Fußgänger hinter dem Fahrzeug reagieren.