Rolls-Royce baut fünf Black Badge Cullinan mit Street-Art-Interieur
Rolls-Royce hat eine fünf Fahrzeuge umfassende Auftragsarbeit namens Black Badge Cullinan by Cyril Kongo vorgestellt. Es handelt sich nicht um ein klassisches Sondermodell, sondern um fünf individuell beauftragte Fahrzeuge, deren Innenräume der französische Künstler Cyril Kongo von Hand bemalt hat. Alle fünf Exemplare sind bereits Sammlern zugeteilt.
Das Projekt basiert auf dem Black Badge Cullinan und entstand über das Rolls-Royce Private Office für Kunden in New York, Seoul und Goodwood. Jedes Auto folgt demselben kreativen Ausgangspunkt, steht aber als eigenständiges Werk für sich.
Für die Fahrzeuge entwickelte Kongo eine Bildwelt, die Rolls-Royce als Kongoverse bezeichnet. Sie findet sich im Starlight Headliner, auf den Blenden der Armaturentafel, den Picknicktischen und der Mittelkonsole zwischen den Rücksitzen. Der Künstler arbeitete in Goodwood mit Designern und Handwerkern von Rolls-Royce zusammen und malte die Details von Hand, statt lediglich ein Muster von der Studiowand freizugeben.
Außen zurückhaltend, innen leuchtend
Für Rolls-Royce-Verhältnisse bleibt der Auftritt außen vergleichsweise ruhig. Die Fahrzeuge sind in Blue Crystal Over Black lackiert, einer Ausführung, bei der der schwarze Lack blaue Partikel enthält. Erstmals setzte Rolls-Royce außerdem eine Gradient Coachline ein, deren wechselnde Farbtöne an den Bremssätteln und bei Akzenten im Innenraum wiederkehren.
Im Innenraum geht es deutlich kräftiger zu. Zu einer schwarzen Basis kommen Phoenix Red, Turchese, Forge Yellow und Mandarin. Dieselbe Farblogik zieht sich durch Sitze, Nähte, Teppiche und die RR-Monogramme auf den Kopfstützen. Zum ersten Mal teilte Rolls-Royce den Innenraum in vier separate Farbzonen auf.
Himmel und Holzpaneele tragen die eigentliche Handarbeit
Zu den zentralen Details zählt der handbemalte Starlight Headliner. Jedes Fahrzeug erhielt 1.344 Glasfaser-Sterne, deren Platzierung und Farben der Künstler vorgab. Kongo ergänzte imaginäre Planeten, Sternbilder und von der Physik inspirierte Symbole. So wird der Dachhimmel eher zu einem privaten Wandbild als zu einem vertrauten Luxusdetail.
Auch die Holzpaneele im Innenraum wurden von Hand bemalt. Rolls-Royce bereitete für jedes Auto 19 furnierte Elemente vor, auf die Kongo seine Motive auftrug. Anschließend versiegelten die Handwerker in Goodwood die Oberflächen mit zehn Lackschichten, bevor sie sie schliffen und auf das finale Finish polierten.
Rolls-Royce verkauft kulturelles Kapital
Das Projekt zeigt einen der profitabelsten Teile des aktuellen Geschäftsmodells von Rolls-Royce. Das Auto wird weniger zum luxuriösen Transportmittel, sondern zunehmend zum individuellen Kunstobjekt mit Motor.
Street Art passt zudem zur Identität von Black Badge. Die Submarke soll die jüngere, dunklere und rebellischere Seite von Rolls-Royce tragen, so sorgfältig diese Rebellion auch gesteuert sein mag.
Das Risiko ist ebenso offensichtlich. Je mutiger diese Auftragsarbeiten werden, desto weiter entfernen sie sich von der konservativen Eleganz, die die Marke lange geprägt hat. Hier kontrolliert Rolls-Royce dieses Risiko über Knappheit: fünf Autos, fünf Kunden, keine öffentliche Preisliste. Genug Farbe für ein Statement, aber nicht genug Stückzahl, um die Ordnung im Haus zu stören.