Porsche 924
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Porsche Museum würdigt die Transaxle-Ära mit Frontmotor

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 15.05.2026

Das Porsche Museum erinnert an 50 Jahre Frontmotor-Transaxle-Sportwagen der Marke. Im Mittelpunkt stehen 924, 928, 944 und 968, jene Modellfamilie, bei der der Motor vorn sitzt und das Getriebe an der Hinterachse. Für eine Marke, die oft auf die Silhouette des 911 reduziert wird, ist das ein hilfreicher Hinweis darauf, dass die Porsche-Geschichte nie ganz so geradlinig war.

Porsche legt das Thema nicht als klassische Ausstellung an.

„Forever Young. Celebrating Transaxle“ ist laut Porsche keine traditionelle, statische Sonderausstellung, sondern eine über ein Jahr laufende Reihe wechselnder Pop-up-Präsentationen. Die erste Präsentation im Porsche Museum bleibt bis zum 7. Juni 2026 geöffnet. Weitere Formate und Orte sind im späteren Verlauf des Programms geplant.

Der Ansatz passt zum Thema. Die Transaxle-Jahre waren Porsches Versuch, aus dem bis heute prägenden, vom Heckmotor und der Form des 911 bestimmten Rahmen herauszutreten. Museumskuratorin Iris Haker sagte, ein starres Museumsformat passe nicht zu Autos, die Porsche als zugänglich, alltagstauglich und technisch mutig beschreibt.

Was machte einen Transaxle-Porsche anders?

Bei Porsche bezeichnet Transaxle eine Bauweise, bei der der Motor vorn sitzt, während das Getriebe an der Hinterachse angeordnet ist. Die Kraft läuft über eine Antriebswelle in einem starren Zentralrohr. Ziel waren eine bessere Gewichtsverteilung und ein präziseres Fahrverhalten, ohne das Auto für den normalen Gebrauch zu empfindlich zu machen.

Das war nicht nur eine Ingenieursübung für eine Prospektzeile. Der 924 erschloss Porsche eine neue Kundengruppe. Der 928 übertrug dieselbe Idee auf einen komfortableren Gran Turismo. Der 944 wurde in den 1980er-Jahren zum sichtbarsten Vertreter der Familie, während der 968 das Konzept in der ersten Hälfte der 1990er-Jahre zu seiner letzten Ausbaustufe brachte.

Vier Baureihen und fast 20 Jahre Porsche-Geschichte

Die Transaxle-Ära begann 1976 mit der Serienproduktion des Porsche 924. Das Modell ging aus dem Entwicklungsprojekt EA 425 hervor, das Volkswagen 1974 stoppte und das Porsche anschließend zu einem eigenen Sportwagen weiterentwickelte. Der 928 debütierte 1977 in Genf und brachte einen wassergekühlten V8-Motor, ein Aluminiumfahrwerk und die Weissach-Hinterachse ins Programm.

Der 944 wurde in den 1980er-Jahren zur wichtigsten kommerziellen Kraft der Familie. Der 968, gebaut von 1991 bis 1995, war der letzte Schritt dieser Linie. Laut Porsche wurden zwischen 1976 und 1995 fast 400.000 Transaxle-Fahrzeuge verkauft. Das erklärt, warum das Museum diesem Kapitel nun eine eigene Bühne gibt.

Motorsport war mehr als Dekoration

Porsche verknüpft die Präsentation auch mit dem Rennsport, denn die Transaxle-Modelle blieben nicht auf kultivierte Straßennutzung beschränkt. Der 924 trat ab 1979 im Rallyesport an, unter anderem bei der Rallye Monte Carlo und der Safari Rallye. 1980 und 1981 brachte Porsche den 924 GTP nach Le Mans. Auch Walter Röhrl startete mit einer Rallye-Version auf Basis derselben Architektur.

Damit bekommt die Ausstellung mehr Substanz als reine Nostalgie-Vermarktung. Ja, Porsche greift Ästhetik der 1980er-Jahre, Graffiti, Popkultur und Rennsportbezüge auf. Der größere Punkt ist interessanter: Mit den Transaxle-Modellen kann Porsche zeigen, dass die eigene Identität nie nur vom 911 handelte. Einige der aufschlussreichsten Ideen der Marke trugen den Motor vorn, während das Getriebe hinten unauffällig seine Arbeit verrichtete.