Porsche und Frauscher: Elektro-Power auf dem Wasser
Der deutsche Autobauer Porsche und die österreichische Bootswerft Frauscher setzen ihre ehrgeizige Zusammenarbeit fort und präsentieren auf der Bootsmesse in Düsseldorf ihr neuestes Werk: die Frauscher x Porsche 790 Spectre. Hier handelt es sich keineswegs um ein reines Design-Experiment, sondern um ein Hochleistungs-Boot, das komplett um den Elektroantrieb des Porsche Macan herum konstruiert wurde – flankiert von einem speziell ausgestatteten Macan Turbo Concept Lago.
Die Ingenieure aus Stuttgart wollen schon länger beweisen, dass Elektrifizierung nicht zwangsläufig zu seelenlosen Produkten führt. Jetzt verlegen sie diesen Anspruch aufs Wasser. Während frühere Projekte wie die Fantom auf großformatigen Luxus abzielten, setzt die neue 790 Spectre auf Leichtigkeit und Tempo. Das Herzstück stammt direkt aus dem neuen elektrischen Macan: ein 400-kW-Motor und eine 100-kWh-Batterie, verpackt in einen kürzeren und schmaleren Rumpf als beim Vorgänger. Porsche lässt keinen Zweifel an seiner Herkunft – vom links platzierten Startknopf bis zu den Zuffenhausener Instrumenten, die zwar für den maritimen Einsatz etwas „eingelegt“ wirken, aber unverkennbar Porsche bleiben.
Die Designsprache, die Porsche dezent als „unified experience“ bezeichnet, findet ihren Höhepunkt im Concept Lago. Diese Sonderedition des Macan Turbo zeigt, was passiert, wenn Autodesigner im Yachtclub-Materiallager freie Hand bekommen. Das Ergebnis: ein SUV in Darkteal Metallic, mit echtem Teakholz im Kofferraum und einem Kompass auf dem Armaturenbrett, wo sonst die Uhr sitzt. Ob ein Boden aus Yacht-Teakholz als Ersatz für die üblichen Fußmatten im Alltag wirklich praktisch ist, bleibt fraglich – aber wer Exklusivität sucht, stellt Vernunft ohnehin selten an erste Stelle.