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OMODA 4
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Neues C-Segment-SUV OMODA 4 debütierte in Peking und kommt als Hybrid und Elektroauto auf den Markt

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 27.04.2026

OMODA hat auf der Automesse in Peking den neuen OMODA 4 der Öffentlichkeit vorgestellt. Das kompakte C-Segment-SUV kommt im ersten Quartal 2027 auf den Markt, in der Modellpalette wird es sowohl einen SHS-Hybrid als auch eine vollelektrische Version geben. Für die Marke ist das mehr als nur ein neues Modell: Der OMODA 4 soll dem Chery-Konzern in Europa helfen, sich von einem preisgetriebenen Herausforderer zu einem vertrauenswürdigen Mainstream-Anbieter zu entwickeln.

OMODA 4 ist nicht mehr nur ein jugendnahes Designprojekt
Die Marke beschreibt das neue Modell als Fahrzeug im Cyber-Mecha-Stil, bei dem ein digitales Interieur, vernetzte Dienste und die Ansprache jüngerer Käufer im Mittelpunkt stehen. Das bedeutet, dass OMODA das Modell nicht nur auf die Rationalität eines klassischen SUV stützt, sondern auch auf eine starke visuelle Identität und ein technologisches Image.

Der OMODA 4 ist 4420 mm lang, 1870 mm breit und 1570 mm hoch, ordnet sich damit von den Abmessungen her am unteren Rand der kompakten C-SUV-Klasse ein: In der Länge liegt er praktisch auf dem Niveau des Nissan Qashqai, ist aber niedriger und breiter. Als Plattform nennt der Hersteller T1X, als Antriebsschema Frontantrieb.

Hybrid und Elektroversion liefern zwei unterschiedliche Kaufargumente
OMODA bestätigt, dass das Modell als SHS, also Super Hybrid System, ins Angebot kommt. Im Zentrum dieses Systems stehen ein 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbomotor 1.5T DHE und eine 1,83-kWh-Lithium-Eisenphosphat-Batterie. Die vorläufige Systemleistung beträgt 165 kW, also 224 PS, das Drehmoment 295 Nm. Diese Werte warten noch auf die Homologation und sind daher als vorläufige Herstellerangaben zu betrachten.

Der vollelektrische OMODA 4 nutzt laut Pressematerial eine Batterie mit 61,1 kWh und einen Elektromotor mit 155 kW, also 211 PS. Der Hersteller verspricht eine kombinierte Reichweite von über 400 km, nennt aber noch weder den endgültigen Homologationsstandard noch die Ladeleistung oder die Ladezeit.

Die Elektro-Konkurrenz legt die Messlatte hoch
Die nächsten Wettbewerber der Elektroversion des OMODA 4 kommen bereits mit klar definiertem Technikpaket auf den Markt. Der Kia EV3 bietet eine Batterie mit 58,3 oder 81,4 kWh, einen Elektromotor mit 150 kW und bis zu 375 Meilen, also rund 604 km kombinierte Reichweite im WLTP-Zyklus. Das Auto ist je nach Version 4300 bis 4310 mm lang, der Kia ist also kürzer als der OMODA 4, doch die Version mit großer Batterie setzt bei der Reichweite einen sehr starken Vergleichspunkt.

Der Hyundai Kona Electric bietet in der Version mit großer Reichweite eine Batterie mit 65,4 kWh und bis zu 514 km WLTP-Reichweite. Laut offiziellen Hyundai-Angaben dauert das Laden von 10 auf 80 Prozent an einem 101-kW-Gleichstromlader 41 Minuten. Das bedeutet, dass der OMODA 4 den Käufer neben dem Preis auch mit Daten zu Ladegeschwindigkeit und Energieverbrauch überzeugen muss.

Unter den Hybriden warten Qashqai, C-HR und MG ZS
Für die Hybridversion sind die wichtigsten Rivalen Nissan Qashqai e-POWER, Toyota C-HR und MG ZS Hybrid+. Der Nissan Qashqai ist 4425 mm lang, für den WLTP-Kraftstoffverbrauch des neuesten e-POWER-Systems nennt Nissan 4,5 l/100 km und CO2-Emissionen von 102 g/km.

Der Toyota C-HR ist etwas kürzer als der OMODA 4: Laut den technischen Daten von Toyota Estland ist das Modell 4362 mm lang. Der 1,8-Liter-Hybrid in der Basisversion liefert eine Systemleistung von 103 kW, der WLTP-Kraftstoffverbrauch liegt im Bereich von 4,7 bis 4,9 l/100 km.

Europastrategie: Der Preis muss durch Vertrauen gestützt werden
Der OMODA 4 kommt zu einer Zeit auf den Markt, in der Chery seine Präsenz in Europa ausbaut. Laut Reuters arbeitet Chery an der Erweiterung seiner europäischen Modellpalette, und OMODA sowie JAECOO treiben das Wachstum des Konzerns auf dem europäischen Markt voran. Dieselbe Quelle merkt an, dass Chery in Europa Fahrzeuge in Spanien in einem ehemaligen Nissan-Werk montiert und darüber hinaus nach weiteren Produktionsmöglichkeiten sucht.

Dieser Hintergrund macht den OMODA 4 wichtiger als eine gewöhnliche Modellvorstellung. Wenn Chery die Produktion in Europa lokalisieren kann, verringert das Zoll-, Lieferketten- und politische Risiken. Das vorliegende Material bestätigt jedoch nicht, dass der OMODA 4 gerade aus dem Werk in Spanien kommen wird. Reuters hatte zuvor berichtet, dass die Produktionsplanung des Werks in Barcelona zunächst die Modelle OMODA 5 und später JAECOO 7 betrifft.