Neuer AMG GT Black Series entsteht parallel zum GT3-Rennwagen
Mercedes-AMG belebt die Black Series wieder und entwickelt in Affalterbach gleich zwei Fahrzeuge parallel: einen neuen GT3-Rennwagen und daneben einen straßenzugelassenen AMG GT Black Series. Vorstandsmitglied Michael Schiebe bezeichnete ihn als bislang extremste Ausprägung in der Geschichte der Black Series. Der Schritt schärft das Spitzenimage von AMG in einer Phase, in der die Marke weiter ins obere Marktsegment vordringt.
Mercedes-AMG hat offizielle Bilder der beiden neuen Coupés veröffentlicht, beide noch getarnt. Mehreren Quellen zufolge basieren beide auf der aktuellen AMG-GT-Plattform, ihre Aufgaben sind jedoch klar getrennt. Das eine Auto ist für die GT3-Startaufstellung bestimmt, das andere bringt den Namen Black Series zurück auf die Straße. AMG hat beide Fahrzeuge in dasselbe Entwicklungsprogramm eingebunden, das aus dem Concept AMG GT Track Sport des vergangenen Jahres hervorgegangen ist.
Der entscheidende technische Punkt in dieser Geschichte ist die Homologation. Die Black Series kehrt nicht einfach als teuerster oder lautester AMG zurück, sondern als Modell, das die Entwicklung von Straßen- und Rennwagen zu einem Ganzen verbindet. Autocar berichtet, dass der neue Black Series parallel zum nächsten GT3-Fahrzeug entwickelt wird und sogar oberhalb des GT 63 Pro positioniert sein wird, den AMG selbst zuvor als die am stärksten auf die Rennstrecke ausgerichtete Version der zweiten GT-Generation vorgestellt hatte. Damit tritt das neue Modell direkt im Revier des Porsche 911 GT3 RS an, samt allem, was danach an Rundenrekord-Duellen folgen könnte.
Das erklärt auch, warum AMG mit dem Namen Black Series so vorsichtig umgeht. Bereits im Februar bestätigte Schiebe, dass die Black Series fortgeführt wird, weil sie für AMG faktisch eine Verpflichtung ist und jedes neue Modell mit diesem Zusatz radikal sein muss. Das letzte Modell mit diesem Namen, der vorige AMG GT Black Series, kam 2020 mit 720 bhp auf den Markt und stellte damals den Rekord für Serienfahrzeuge auf der Nürburgring-Nordschleife auf. Die neue Generation muss diese Marke nun übertreffen, sonst verliert das Emblem an Gewicht.
Aus geschäftlicher Sicht folgt AMG damit einem sehr logischen Kurs. Mercedes-Benz teilte im Januar mit, dass Top-End-Modelle 2025 für 15 Prozent des Pkw-Absatzes standen, während Mercedes-AMG 145.000 Fahrzeuge auslieferte, eines der besten Ergebnisse in der Geschichte der Marke. In diesem Zusammenhang ist die Black Series mehr als nur ein Halo-Modell. Sie hilft, die Preisposition zu sichern, stärkt die Exklusivität und verleiht der breiteren AMG-Palette zusätzliche technische Glaubwürdigkeit. Genau deshalb hatte Schiebe zuvor betont, dass Sonderserien in limitierter Auflage zum Kern der AMG-Identität gehören.
Noch interessanter wird das Bild, weil AMG sich nicht auf nur eine Richtung festlegt. Während Affalterbach seine V8-betriebene Black-Series-Linie wiederbelebt, bereitet Mercedes-AMG für 2026 auch einen neuen elektrischen viertürigen GT auf der AMG.EA-Architektur vor. Mit anderen Worten: Die Marke baut gleichzeitig an zwei Zukünften. Der eine Weg steht für elektrische Hochleistung, der andere verteidigt den emotionalen Höhepunkt des Segments mit Verbrennungsmotor. Die Rückkehr der Black Series sagt sehr klar: AMG ist nicht bereit, den Verbrenner für seine anspruchsvollsten Kunden aufzugeben, solange eine elektrische Alternative nicht mit derselben Wucht dieselbe Begehrlichkeit auslöst.
Die Schlussfolgerung liegt nahe. Mercedes-AMG belebt die Black Series nicht wieder, um sich im Ruhm der Vergangenheit zu sonnen, sondern nutzt sie als Werkzeug, um ein neues Homologationsmodell auf die Straße zu bringen und zugleich das profitabelste Ende der Marke zu stärken. Einen genauen Termin für die Premiere hat das Unternehmen weiterhin nicht genannt. Die Botschaft ist dennoch eindeutig: Der nächste Black Series kommt, er entsteht parallel zum GT3-Programm, und AMG will sein eigenes Maß an Extremität erneut neu definieren.