Mitsubishi Triton Savana
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Mitsubishi kehrt mit Nissans Hilfe in die US-Pick-up-Klasse zurück

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 04.06.2026

Mitsubishi Motors plant für Nordamerika einen neuen Pick-up der Mittelklasse, bei dessen Entwicklung und Produktion Nissan eine Schlüsselrolle spielen soll. Es geht dabei nicht um ein weiteres neues Modell, sondern um den Versuch, in eine der profitabelsten Fahrzeugklassen der USA zurückzukehren, in der Toyota Tacoma, Ford Ranger und Chevrolet Colorado das Tempo vorgeben.

Mitsubishi braucht in Amerika ein starkes Modell

Mitsubishi und Nissan bereiten gemeinsam einen Pick-up für den nordamerikanischen Markt vor. Reuters zufolge hat Mitsubishi das Gemeinschaftsprojekt mit Nissan in seinem neuen mittel- und langfristigen Plan bestätigt und es mit einer breiteren Wachstumsstrategie verknüpft.

Für Mitsubishi ist dieser Schritt überfällig. In den USA verkauft die Marke derzeit vor allem SUVs und den Outlander PHEV, hat aber kein Modell in einer Klasse, in der Käufer für Ausstattung, Zugkraft und Offroad-Glaubwürdigkeit tief in die Tasche greifen. Der neue Pick-up würde die Lücke schließen, die Mitsubishi nach dem Ende des Raider im Jahr 2009 hinterlassen hat. Car and Driver zufolge hat Mitsubishi seither keinen Pick-up mehr in den USA verkauft.

Nissans Rahmen macht das Projekt wirtschaftlich sinnvoll

Als technisch naheliegende Basis gilt der nächste Nissan Frontier. Car and Driver schreibt, dass der neue Mitsubishi-Pick-up voraussichtlich Nissans neue Leiterrahmen-Plattform nutzen wird, die Nissan für etwa 2028 vorbereitet. Dieselbe Architektur soll auch den neuen Frontier, den Xterra und ein Infiniti-Modell tragen.

Das löst für Mitsubishi gleich zwei Probleme. Erstens verfügt das Unternehmen in den USA über kein eigenes Autowerk, weshalb ein Import aus Japan oder Thailand wegen der Zölle zu teuer würde. Zweitens senkt Nissans Plattform die Entwicklungskosten, weil Mitsubishi keinen eigenen amerikanischen Pick-up von Grund auf entwickeln muss. Road & Track verknüpft die Produktion mit Nissans nordamerikanischem Werksnetz, vor allem mit dem Werk in Canton im US-Bundesstaat Mississippi, wo Nissan bereits auf Body-on-Frame-Modelle setzt.

Das ist nicht einfach ein L200 mit US-Kennzeichen

Das künftige US-Modell sollte nicht mit dem aktuellen Mitsubishi L200 verwechselt werden, der auch als Triton bekannt ist. Der Triton ist ein globales Arbeitstier, das Mitsubishi in vielen Märkten außerhalb der USA verkauft. Laut australischen Angaben leistet sein 2,4-Liter-Biturbo-Diesel 150 kW und 470 Nm, zieht bis zu 3500 kg und kann eine Europalette mit den Maßen 1200 x 800 mm auf der Ladefläche aufnehmen.

Für einen direkten Transfer in den US-Markt wäre das nicht genug. Amerikanische Käufer erwarten einen Benzinmotor, ein Automatikgetriebe, hohe Anhängelast und eine überzeugende Offroad-Version. Sollte Mitsubishi Nissans neue Plattform nutzen, rückt das Projekt näher an die technische Familie des Frontier heran, statt nur eine simple Umbenennung des in Thailand gebauten Triton zu sein.

Die Rivalen sind technisch stark aufgestellt

In der amerikanischen Mittelklasse der Pick-ups ist längst kein Platz mehr für halbfertige Lösungen. Der Ford Ranger kommt mit seinem 2,3-Liter-EcoBoost auf 201 kW und 420 Nm, der 2,7-Liter-TurboMax des Chevrolet Colorado liefert 231 kW und 583 Nm, und der Toyota Tacoma i FORCE MAX Hybrid erreicht bis zu 243 kW und 630 Nm.

Die 150 kW und 470 Nm des Triton wären als Arbeitsfahrzeug durchaus respektabel, wirken in den USA aber neben Ranger und Colorado eher bescheiden. Mitsubishi braucht deshalb für den neuen Pick-up entweder Nissans Benzinmotoren, ein Hybridsystem oder eine andere Form des elektrifizierten Antriebs. Der Momentum-2030-Plan von Mitsubishi North America bestätigt, dass die Marke Verbrenner, Hybride, Plug-in-Hybride und Elektroautos einsetzen will, statt sich auf eine einzige Technologie festzulegen.

Für Europa bleibt der L200 wichtiger als der US-Pick-up

Auf Europa dürfte das Modell kaum direkten Einfluss haben. Das europäische Pick-up-Segment ist deutlich kleiner, Steuerregeln machen CO2-Werte wichtiger, und mehrere Hersteller haben sich aus der Klasse zurückgezogen oder verkaufen hier nur noch in viel geringeren Stückzahlen. Für Mitsubishi in Europa und den angrenzenden Märkten bleibt deshalb der L200 beziehungsweise Triton im Mittelpunkt, nicht ein für die USA entwickeltes Modell auf Nissan-Basis.

Trotzdem zeigt das Projekt die neue Realität der Allianz von Renault, Nissan und Mitsubishi. Früher lieferte Mitsubishi die Triton-Technik für den neuen Nissan Navara in mehreren Weltmärkten. Jetzt geht die Hilfe in die andere Richtung, mit Nissan als Stütze für Mitsubishis Rückkehr in die US-Pick-up-Klasse. Das ist ein pragmatischer Austausch, kein romantisches Erbe.

Mitsubishi kämpft um Relevanz, nicht um Nostalgie

Der neue langfristige Plan von Mitsubishi sieht 13 neue Modelle in sechs Jahren vor, Investitionen in Höhe von rund 1 Billion Yen, das entspricht 5,4 Milliarden Euro, sowie einen operativen Gewinn von 160 Milliarden Yen, also 862 Millionen Euro, im Geschäftsjahr 2029. Grundlage ist der Wechselkurs der Europäischen Zentralbank vom 3. Juni 2026, als 1 Euro 185,66 Yen entsprach.

Der neue US-Pick-up passt exakt in diese Strategie. Mitsubishi braucht in Amerika kein Nischenmodell für treue Markenfans, sondern ein margenstarkes Produkt, das Volumen bringt und den Händlern ein neues Verkaufsargument liefert. Wenn Nissan einen starken Rahmen, lokale Produktion und die passende Antriebspalette beisteuert, könnte Mitsubishi in eine Klasse zurückkehren, in der die Marke historisch glaubwürdig ist, die sie aber viel zu lange unbesetzt gelassen hat.

Technische Kurzfassung

Mitsubishi und Nissan bereiten einen neuen Pick-up der Mittelklasse für Nordamerika vor.

Als wahrscheinliche technische Basis gilt Nissans Leiterrahmen-Plattform der nächsten Generation, die mit dem Frontier ab 2028 verknüpft ist.

Der aktuelle Mitsubishi Triton leistet 150 kW und 470 Nm und kann bis zu 3500 kg ziehen.

Die US-Konkurrenz liegt höher, der Ford Ranger bietet 201 kW und 420 Nm, der Chevrolet Colorado 231 kW und 583 Nm, der Toyota Tacoma Hybrid bis zu 243 kW und 630 Nm.

Aus europäischer Sicht bleiben L200 und Triton wichtiger, weil das neue Modell vor allem für den US-Markt gedacht ist.