Mercedes überarbeitet das GLE Coupé gründlich: neuer Reihensechszylinder, Superscreen serienmäßig, MB.OS im Mittelpunkt
Mercedes-Benz hat das überarbeitete GLE Coupé vorgestellt, bei dem der Wandel diesmal deutlich ausfällt. Im Fokus stehen weniger optische Retuschen als Software, Bedienkonzept und Nutzererlebnis. Zur Serienausstattung gehören nun der MBUX Superscreen mit drei 12,3-Zoll-Displays und die neue Plattform MB.OS. Das GLE 450 4MATIC Coupé erhält zudem einen neuen 3,0-Liter-Reihensechszylinder mit 560 Nm und verkürzt den Standardsprint auf 5,2 Sekunden.
Mercedes stellt dieses Update unter das Schlagwort eines sichtbar höheren Gegenwerts, also jener Änderungen, die Käufer im Luxussegment meist zuerst wahrnehmen. Das GLE Coupé bekommt einen größeren Kühlergrill, einen beleuchteten Mercedes-Stern in der Mitte, neue Scheinwerfer mit doppelter Lichtsignatur sowie zwei neue 20-Zoll-AMG-Raddesigns. Gleichzeitig bleibt die abfallende Dachlinie erhalten. Im Innenraum gehört die AMG Line beim Coupé nun serienmäßig dazu, inklusive Sportsitzen und Sportpedalen.
Mehr Drehmoment, wo es zählt
Die wichtigste technische Änderung steckt unter der Haube. Der neue 3,0-Liter-Reihensechszylinder im GLE 450 4MATIC Coupé leistet 280 kW und 560 Nm, nach 500 Nm im bisherigen Modell. Mercedes setzt dabei nicht auf eine möglichst plakative Leistungszahl. Stattdessen steigt die Kraft dort, wo ein sportlich ausgelegtes Luxus-SUV-Coupé im Alltag überzeugt, bei der Durchzugskraft im mittleren Drehzahlbereich und bei der täglichen Flexibilität.
Das zusätzliche Drehmoment dürfte sich vor allem beim Überholen und bei Beschleunigung mit Teillast bemerkbar machen, also in Situationen, die im Alltag deutlich wichtiger sind als ein spektakulärer Launch-Control-Start. Ein integrierter Startergenerator steuert weitere 17 kW und 205 Nm bei. Das unterstreicht, dass Mercedes eher auf mühelose Souveränität als auf laute Inszenierung setzt.
Der Innenraum verändert sich stärker als die Karosserie
Im Cockpit fällt die Überarbeitung noch deutlicher aus. Das bisherige GLE Coupé nutzte zwei nebeneinander angeordnete 12,3-Zoll-Displays. Im neuen Modell gehört der Superscreen mit drei Bildschirmen zur Serienausstattung. Damit ist auch das Display für den Beifahrer vorn nicht länger eine aufpreispflichtige Option, sondern Teil des Pakets.
Darüber arbeitet MB.OS, das neue Betriebssystem von Mercedes. Es verwaltet die zentralen Fahrzeugfunktionen, unterstützt Over-the-Air-Updates und verknüpft den virtuellen MBUX-Assistenten mit künstlicher Intelligenz auf Basis von Microsoft, Google und ChatGPT. Mercedes verlagert die Attraktivität des GLE Coupé damit weg von rein mechanischem Luxus und stärker hin zu einem softwaregeprägten Verständnis von Premium-Mobilität.
Mehr als nur zusätzliche Bildschirme
Mercedes betont zugleich, dass die neue Technik einen konkreten Nutzen haben soll. Die jüngste Generation von DIGITAL LIGHT nutzt Micro-LED-Technologie, soll eine höhere Auflösung bieten und den Energieverbrauch um bis zu 50 Prozent senken. Zudem hält in den USA erstmals eine Teilfernlicht-Funktion Einzug ins GLE Coupé.
Auch beim Fahrwerk folgt die Überarbeitung dieser Linie. AIRMATIC arbeitet nun mit cloudbasierter Dämpfungsregelung. Das System kann das Fahrzeug dadurch auf Fahrbahnunebenheiten vorbereiten, bevor es sie erreicht. Gleichzeitig behält das Coupé seinen etwas schärferen Charakter gegenüber dem regulären GLE SUV, dank eines um 2,4 Zoll kürzeren Radstands und einer direkteren Lenkübersetzung.
Gleiche Generation, deutlich umfangreicher überarbeitet
Die aktuelle GLE-Generation bleibt also im Programm, erhält nun aber ein deutlich umfassenderes Update, als es ein gewöhnliches Facelift üblicherweise mit sich bringt. Mercedes kündigt an, dass das neue GLE noch in diesem Jahr zu den Händlern kommt. Zu Preisen äußert sich die Marke weiterhin nicht.