Mercedes-Maybach GLS
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Mercedes-Maybach GLS 680 erhält mehr Leistung – und lässt sogar seine Sterne strahlen

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 21.07.2026

Mercedes-Maybach hat sein größtes Luxus-SUV überarbeitet und die Bezeichnung GLS 600 durch GLS 680 ersetzt. Die neue Version erhält einen 450-kW-V8, eine intelligentere Federung, ein von Bildschirmen dominiertes Armaturenbrett und Rücksitze, die den Insassen sogar die Waden massieren können. Selbst die Sterne in den Radnabenkappen müssen sich nicht länger mit den Rädern drehen.

Eine neue Zahl für einen vertrauten Riesen

Dies ist keine komplett neue Modellgeneration, sondern eine umfassende Überarbeitung des bestehenden GLS. Die Grundarchitektur der Generation X167 bleibt erhalten, doch Mercedes-Maybach hat Front und Heck neu gestaltet, den Antrieb aufgewertet und große Teile der Innenraumelektronik ersetzt.

Nach den offiziellen Modellinformationen von Mercedes-Benz heißt das überarbeitete Luxus-SUV nun Mercedes-Maybach GLS 680. Bislang war das Modell in den meisten Märkten als GLS 600 bekannt.

Der GLS 680 bleibt ein Benziner. Er ist weder zum Elektroauto noch zum Plug-in-Hybrid geworden, obwohl sein 48-Volt-Mildhybridsystem dem V8 zu sanfteren Starts, zur Energierückgewinnung und bei Bedarf zu zusätzlicher Leistung verhilft.

Der V8 gewinnt 40 kW und 120 Nm

Unter der Haube arbeitet weiterhin ein 4,0-Liter-V8 mit zwei Turboladern, doch Mercedes hat den Motor umfassend überarbeitet. Er leistet nun 450 kW und 850 Nm, gegenüber 410 kW und 730 Nm beim bisherigen GLS 600 in europäischer Spezifikation.

Das entspricht einem Zuwachs von 40 kW und 120 Nm. Ein integrierter Starter-Generator der zweiten Generation kann unter geeigneten Bedingungen kurzzeitig weitere 17 kW beisteuern. Dieser Wert sollte nicht einfach zur angegebenen Motorleistung addiert werden, da die elektrische Unterstützung nur in bestimmten Situationen verfügbar ist.

Der Motor erhält außerdem zwei Lanchester-Ausgleichswellen, die seinen Lauf glätten und Vibrationen reduzieren. In einem Maybach bedeutet mehr Leistung nicht zwingend, dass der Besitzer an jeder Ampel in einer Wolke aus Reifenrauch losfahren möchte. Die Idee ist, dieses enorme Luxus-SUV so mühelos beschleunigen zu lassen, dass der Champagner im Fond davon kaum etwas bemerkt.

Auf den öffentlichen europäischen Modellseiten von Mercedes sind noch keine offiziellen Werte für 0–100 km/h oder die Höchstgeschwindigkeit aufgeführt. WLTP-Werte liegen jedoch vor: Der kombinierte Kraftstoffverbrauch beträgt 13,7–13,4 l/100 km, die CO₂-Emissionen 312–304 g/km, die CO₂-Klasse lautet G.

Die Federung lernt von Mercedes-Fahrzeugen weiter vorn auf der Strecke

Die Airmatic-Luftfederung gehört zur Serienausstattung und erhält eine neue cloudbasierte, vorausschauende Dämpferregelung, die von anderen Mercedes-Fahrzeugen gesammelte Straßendaten nutzen kann. Hat ein anderes Fahrzeug weiter vorn bereits eine Unebenheit erkannt, kann der GLS 680 seine Federung vorbereiten, bevor seine Räder sie erreichen.

Mercedes bietet zudem die aktive Federung E-Active Body Control an. Das System regelt jedes Rad einzeln, reduziert das Eintauchen beim Bremsen und Karosseriebewegungen beim Beschleunigen und kann das Fahrzeug in Kurven um bis zu drei Grad neigen. Das Ergebnis soll sich eher wie ein großer Hochgeschwindigkeitszug als wie ein hohes SUV anfühlen.

Eine neue Lenkung mit direkterer Übersetzung soll die Präzision verbessern. Einen Nürburgring-Rekord wird mit einem GLS 680 wohl niemand jagen, doch die höhere Genauigkeit könnte sich beim Manövrieren eines solch großen Fahrzeugs durch ein enges Parkhaus als nützlich erweisen.

Maybach beleuchtet die gesamte Front

Der überarbeitete Kühlergrill erhält eine beleuchtete Umrandung, zudem leuchtet erstmals der Maybach-Schriftzug darin auf. Kunden können auch eine Beleuchtung für den aufrecht stehenden Mercedes-Stern auf der Motorhaube wählen, wobei die Verfügbarkeit voraussichtlich kurz nach der Markteinführung beginnt und je nach Land variieren kann.

Die neuen Digital-Light-Scheinwerfer verfügen über eine Lichtsignatur mit zwei Sternen und Details in Roségold. Am Heck verbindet ein horizontales Gestaltungselement die neu gezeichneten Leuchten, die das dreidimensionale Mercedes-Sternmotiv wiederholen. Sollten vorbeigehende Passanten die Marke dennoch nicht erkennen, dürfte das die Sache klären.

Dark Petrol Uni und MANUFAKTUR Patagonia Red Metallic erweitern die Farbpalette. Besonders diskrete Kunden können eine Zweifarbenkombination aus Dark Petrol Uni und Verde Silver Metallic bestellen. Das MANUFAKTUR-Programm bietet eine noch größere Auswahl an Farben, Ledern, Hölzern und Metalloberflächen.

Mercedes hat neue 22-Zoll-Räder im 20-Loch-Design entwickelt; je nach Markt und Ausstattung sind auch geschmiedete 23-Zoll-Mehrspeichenräder erhältlich. Die größeren Räder verfügen über selbstnivellierende Nabenkappen, die den Mercedes-Stern während der Raddrehung aufrecht halten. Technisch notwendig ist das kaum, doch Notwendigkeit war auf der Optionsliste eines Maybach-Käufers noch nie die wichtigste Spalte.

Das Trittbrett macht eine Verbeugung

Die elektrisch ausfahrbaren Trittbretter fahren beim Öffnen einer Tür automatisch aus und verschwinden wieder in den Seitenschwellern, sobald die Insassen eingestiegen sind. Sie tragen beleuchtete Maybach-Embleme, während das Fahrzeug bei Dunkelheit ein Markenmotiv auf den Boden projiziert.

Ein speziell geschultes zweiköpfiges Team vollendet den Innenraum jedes Fahrzeugs von Hand. Sorgfältig eingepasste Holzzierteile, Nappaleder und die zahlreichen MANUFAKTUR-Optionen sollen den GLS 680 vom regulären GLS abheben – wobei das Wort „regulär“ in diesem Umfeld ohnehin relativ ist.

Die Vordersitze erhalten ein neues Vibrationsmassageprogramm. Bei den Executive-Rücksitzen erstreckt sich die Massage nun bis zu den Wadenauflagen, denn offenbar bestand die größte Schwäche des Vorgängermodells darin, die Waden seiner Insassen unbeachtet zu lassen. Zwischen den Rücksitzen kann ein Kühlfach bestellt werden, während zusätzliche Dämmung und das Acoustic Comfort Package zu einem ruhigeren Innenraum beitragen.

Genug Bildschirme für das gesamte Familienunternehmen

Im Armaturenbrett befindet sich der MBUX Superscreen, der drei 12,3-Zoll- beziehungsweise 31,2-cm-Displays unter einer einzigen Glasfläche vereint. Fahrer, zentrales Infotainmentsystem und Beifahrer erhalten jeweils einen eigenen Bildschirm. Das Betriebssystem MB.OS steuert die Fahrzeugfunktionen, während der jüngste MBUX Virtual Assistant künstliche Intelligenz nutzt, um dialogorientierte Sprachbefehle zu verstehen.

Mercedes bietet den Fondpassagieren zwei optionale 11,6-Zoll- beziehungsweise 29,5-cm-Displays mit separaten Fernbedienungen. Sie können zum Ansehen von Videos, zur Teilnahme an Videokonferenzen und zur Steuerung von Fahrzeugfunktionen genutzt werden. Induktive Lademöglichkeiten helfen sicherzustellen, dass dem Telefon des Chefs nicht vor Ende der Besprechung der Strom ausgeht.

Für den Klang sorgt ein Burmester-3D-Surround-Soundsystem mit Dolby Atmos. Sollte das Grollen des V8 vom Rücksitz aus zu ungehobelt wirken, lässt es sich zumindest mit passender Musik übertönen.

Europäische Preise bleiben unter Verschluss

Mercedes hat den europäischen Preis und den Verkaufsstart des GLS 680 noch nicht bekannt gegeben. Das überarbeitete Modell soll gegen Ende 2026 bei US-Händlern eintreffen.

In Europa wird der GLS 680 mit dem Bentley Bentayga und dem Rolls-Royce Cullinan konkurrieren. Der Maybach dürfte voraussichtlich günstiger bleiben als der Rolls-Royce, doch MANUFAKTUR-Lackierung, 23-Zoll-Räder und der vollständige Katalog an Fondluxus können die Preisliste schnell in ein sechsstelliges Schachspiel verwandeln.