Mercedes-Benz prüft Käufer der gepanzerten S-Klasse
Mercedes-Benz verkauft den gepanzerten S 680 Guard nicht an jeden wohlhabenden Kunden, der ihn bezahlen kann. Das Unternehmen will potenzielle Käufer überprüfen und nach aktuellem Stand Kunden in den USA und China ausschließen.
Der Kaufprozess für die gepanzerte S-Klasse wird deutlich strenger. Wer sich für den S 680 Guard interessiert, muss eine Hintergrundprüfung bestehen. Dazu gehört auch eine Bewertung von Risiken im Zusammenhang mit Sanktionen und Embargos.
Für Mercedes-Benz ist der Guard damit mehr als nur eine besonders teure S-Klasse. Es handelt sich um ein politisch und sicherheitspolitisch sensibles Produkt. Das Unternehmen will vermeiden, dass eine Hochschutzlimousine bei einem umstrittenen Käufer landet oder bei einer Person mit Bezug zu Sanktionen.
USA und China bleiben außen vor
Nach Angaben aus Quellen plant Mercedes-Benz nicht, den S 680 Guard an Kunden in den Vereinigten Staaten oder in China zu verkaufen. Das Unternehmen hat die Gründe für diese Entscheidung nicht vollständig erläutert. Sie deutet jedoch auf den klaren Willen hin, das Sondermodell strenger zu kontrollieren und Reputationsrisiken sowie regulatorische Risiken zu verringern.
Vom normalen S-Klasse-Modell unterscheidet sich der S 680 Guard vor allem durch seine Panzerung und seine Sicherheitssysteme. Das Modell erfüllt den Schutzstandard VPAM VR10, der als höchste ballistische Schutzklasse für zivile Fahrzeuge gilt.
V12-Antrieb, wenige Details
Der Guard nutzt einen 6,0-Liter-V12-Biturbo mit 612 PS und 830 Nm Drehmoment. Dazu kommen Allradantrieb und eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h.
Mercedes-Benz nennt weder den Preis noch die Produktionszahl oder die vollständige Ausstattung des Fahrzeugs. Jedes Exemplar wird auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten. Die Bestellung bleibt dennoch von der Freigabe durch den Hersteller abhängig. Beim Guard verkauft Mercedes nicht nur Luxus, sondern kontrollierten Zugang zu einem Fahrzeug, das für ein Sicherheitsniveau gebaut ist, das die meisten Menschen nie benötigen werden und das nur sehr wenige überhaupt kaufen dürfen.