Sammelklage gegen Mazda in den USA wegen Sitzheizungen
Mazda sieht sich in den USA mit einer weiteren Sammelklage konfrontiert. Fünf Fahrzeughalter werfen dem Hersteller vor, dass Sitzheizungen in mehreren Modellen so heiß werden können, dass Verbrennungen, Rauchentwicklung und Sachschäden drohen. Laut Klage könnten rund 301.549 Fahrzeuge betroffen sein. Die möglichen Reparaturkosten werden auf mehr als 662 Millionen Dollar geschätzt, etwa 610 Millionen Euro.
Eingereicht wurde der Fall beim US-Bezirksgericht für den Southern District of California. In der Klageschrift werden der Mazda CX 9, Mazda6, CX 30, CX 50 und CX 5 genannt. Konkret beziehen sich Berichte auf den CX 9 der Modelljahre 2016 und 2017, den Mazda6 von 2018, den CX 30 von 2024, den CX 50 von 2023 und den CX 5 von 2023.
Die Kläger behaupten, Mazda habe Fahrzeuge mit Sitzheizungen verkauft, die sich im normalen Betrieb überhitzen können. Der Klage zufolge geht das Risiko über bloßes Unbehagen hinaus. Halter berichten von Verbrennungen, Rauch, beschädigten Sitzbezügen und angesengter Kleidung.
Einer der Kläger, Micah Prochaska aus Illinois, gibt an, die Sitzheizung auf dem Beifahrersitz seines Mazda CX 9 von 2017 sei so heiß geworden, dass sie eine auf dem Sitz liegende Jacke beschädigt und ein Loch in den Bezug gebrannt habe. Beim selben Vorfall habe sich zudem Rauch aus dem Sitz entwickelt.
Die kalifornische Klägerin Sharmee Anderson behauptet, die Sitzheizung in ihrem Mazda CX 5 von 2023 habe an ihrem Bein eine Blase verursacht, die als oberflächliche Verbrennung zweiten Grades behandelt worden sei. Ein weiterer Kläger aus Kalifornien, Patrick Sandoval, bringt die Sitzheizung seines Mazda6 von 2018 mit Verbrennungen an Beinen und Gesäß in Verbindung. Außerdem habe die Hitze eine frühere Rückenverletzung verschlimmert.
Laut Klageschrift kaufte Sandoval später einen Mazda CX 50 von 2023, weil er davon ausging, das Problem betreffe nur sein vorheriges Auto. Danach habe er festgestellt, dass auch die Sitzheizung im neueren Fahrzeug zu heiß werde.
Der Fahrzeughalter Russell Quinn aus Minnesota behauptet, aus dem Beifahrersitz seines CX 9 von 2016 sei Rauch aufgestiegen. Ein Händler habe ihm nach seinen Angaben 650 Dollar, etwa 600 Euro, berechnet, um die Sitzheizung mechanisch außer Betrieb zu setzen.
Wichtig ist: Die Summe von 662 Millionen Dollar ist weder ein Gerichtsurteil noch ein Vergleich. Nach Angaben von MotorBiscuit handelt es sich um eine „angemessene Schätzung“ der Kläger, was eine Reparaturaktion kosten könnte, falls rund 301.549 Fahrzeuge instand gesetzt werden müssten. Daraus ergäben sich etwa 2.200 Dollar, rund 2.030 Euro, pro Auto.
Die Kläger werfen Mazda vor, von dem Problem mit den Sitzheizungen gewusst zu haben, Käufer aber nicht ausreichend gewarnt zu haben. Zudem argumentieren sie, das mutmaßliche Sicherheitsrisiko mindere den Wert der Fahrzeuge. Aus ihrer Sicht hätten Käufer wegen des behaupteten Mangels mehr bezahlt, als die Autos wert gewesen seien.
Für Mazda ist die unmittelbare juristische Frage nur ein Teil des Problems. In einem Markt, in dem Vertrauen, Sicherheit und Restwerte fast so wichtig sind wie Technik, kann eine überhitzte Sitzheizung schnell zu einem geschäftlichen Problem werden.