Lotus Emira
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Lotus Emira vor Wechsel auf Hybrid-V6 statt Toyota- und AMG-Motoren

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 15.05.2026

Lotus bereitet für den Emira eine umfassende technische Überarbeitung vor. Der Toyota-V6 und der Vierzylinder-Turbo von Mercedes-AMG dürften einem neuen Hybrid-V6 von Horse Powertrain weichen. Das deutet auf eine breitere Kurskorrektur bei Lotus hin, bei der Hybridtechnik neben den Elektroplänen der Marke eine zentrale Rolle einnimmt.

Der Emira steht vor einem neuen Antrieb. Lotus plant, die aktuelle Motorenpalette durch einen neuen 3,0-Liter-V6-Hybrid von Horse Powertrain zu ersetzen. Das Unternehmen gehört gemeinsam Renault, Geely und Saudi Aramco.

Derzeit bietet Lotus für den Emira zwei Motoren an: einen 3,5-Liter-V6 mit Kompressor von Toyota und einen 2,0-Liter-Turbomotor von Mercedes-AMG. Der neue Hybrid-V6 soll beide Aggregate ablösen und zum einzigen Antrieb des Modells werden.

Lotus passt seine Elektroauto-Strategie an. Noch vor wenigen Jahren wollte die Marke rasch auf eine rein elektrische Modellpalette umstellen. Eine schwächere Nachfrage nach Elektroautos und die besonderen Anforderungen des US-Marktes scheinen nun ein Umdenken erzwungen zu haben.

Der Emira bleibt deshalb länger in Produktion, als Lotus ursprünglich geplant hatte. Der britische Sportwagen sollte das letzte Modell der Marke mit Verbrennungsmotor sein. Stattdessen wirkt er nun eher wie eine Brücke in die Hybrid-Ära.

Der US-Markt ist für Lotus sehr wichtig, und die V6-Version des Emira erwies sich dort als besonders gefragt. Das erklärt mit, warum das Unternehmen nicht direkt auf einen elektrischen Nachfolger setzt, sondern nach einer Lösung sucht, die den Charakter eines Sechszylinder-Sportwagens erhält und zugleich bei der Erfüllung strengerer Emissionsvorgaben hilft.

Ein Opfer könnte das Schaltgetriebe werden. Das Hybridsystem von Horse ist mit einem automatischen Hybridgetriebe gekoppelt. Damit könnte das Ende des Toyota-V6 auch das Aus für die klassische Handschalt-Option des Emira bedeuten.

Lotus kehrt damit nicht in die Vergangenheit zurück, sondern passt sich der Realität an. Ein vollelektrischer Sportwagen liefert womöglich noch keine ausreichend starke Antwort, weder kommerziell noch emotional, insbesondere in den Vereinigten Staaten. Ein Hybrid-V6 gibt Lotus die Möglichkeit, den Emira am Leben zu halten, die Abhängigkeit von externen Motorenlieferanten zu verringern und das Auto enger in das Antriebsökosystem von Geely und Renault einzubinden.

Für Puristen dürfte nicht der Wechsel des Motorenlieferanten der härteste Einschnitt sein, sondern der mögliche Verlust des Schaltgetriebes. Aus geschäftlicher Sicht ist die Logik jedoch klar: Lotus erhält die Identität seines Sportwagens und verändert sie nur so weit, wie es die neuen Regeln auf der Straße verlangen.