Lamborghini Miura
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Lamborghini Miura wird 60

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 11.03.2026

Gestern, am 10. März, jährte sich zum 60. Mal der Moment, in dem der Genfer Autosalon die Autowelt neu verdrahtete. Ein junges, hungriges Automobili Lamborghini rückte den Miura ins Rampenlicht, und was dort erschien, war nicht einfach der nächste Sportwagen. Es war der erste echte Supersportwagen der Welt.

Der Miura entstand nicht aus Marktforschung oder Gremienlogik. Er war das Ergebnis von Leidenschaft, Mut und einer Art jugendlicher Unverfrorenheit. Die Ingenieure Gian Paolo Dallara und Paolo Stanzani bauten sein Chassis heimlich nach Feierabend. Sie jagten dem Traum nach, Renntechnik auf eine normale Straße zu bringen, auch wenn am Ergebnis nichts normal war.

Eine Revolution hinter den Sitzen

Der größte technische Paukenschlag des Miura steckte in der Anordnung des Motors. Statt einen gewaltigen 3,9-Liter-V12 unter die Haube zu packen, platzierte Lamborghini ihn hinter der Kabine, quer eingebaut. Diese Architektur kannte man bis dahin aus Rennwagen, nicht aus straßenzugelassenen Exoten. Sie bescherte dem Miura seine unmöglich flache Silhouette und seine ausgewogene Haltung.

Doch die mechanische Raffinesse war nur die halbe Verführung. Die Karosserie, entworfen von Marcello Gandini bei Bertone, wirkte nach den Maßstäben der Zeit fast surreal. Mit nur 105 Zentimetern Höhe kauerte er wie ein Raubtier vor dem Sprung. Die berühmten, wimpernartigen Scheinwerfer und die schwarzen Lamellen über der Heckscheibe wurden sofort zu Stilmerkmalen, und ein halbes Jahrhundert später wirken sie noch immer bemerkenswert selbstsicher.

Drei Evolutionsstufen, eine Legende

In sieben Jahren Bauzeit, von 1966 bis 1973, entwickelte sich der Miura von roher Provokation zu etwas, das eher an polierte Perfektion heranreichte.

Der ursprüngliche P400, 1966 vorgestellt, leistete 257 kW oder 350 PS. Er erreichte 280 km/h und beschleunigte in 6,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Damals kostete er rund 7,7 Millionen Lire (4.000 Euro).

1968 folgte der P400 S mit 272 kW oder 370 PS. Die Höchstgeschwindigkeit blieb bei 280 km/h, der Sprint auf 100 km/h verkürzte sich jedoch auf 6,4 Sekunden. Der Preis stieg leicht auf etwa 7,8 Millionen Lire (4.100 Euro).

1971 wurde der P400 SV zur begehrtesten Version von allen. Er brachte 283 kW oder 385 PS, lief 290 km/h und drückte die Zeit von 0 auf 100 km/h auf 5,5 Sekunden. Er war auch teurer und lag bei ungefähr 8,6 Millionen Lire (4.500 Euro). Diese Eurobeträge sind einfache Umrechnungen der damaligen Lire ohne Inflation. Sie sagen mehr über die historische Größenordnung als über einen heutigen Wert.

Der SV, kurz für Super Veloce, gilt bis heute als Wahl der Kenner. Lamborghini entfernte die Wimpern um die Scheinwerfer, verbreiterte die Hinterspur für mehr Grip und trennte vor allem die Schmiersysteme von Motor und Getriebe. Das klingt trocken, bis man versteht, was es verhinderte: Metallpartikel aus dem Getriebe, die durch einen teuren und empfindlichen V12 zirkulieren.

Geburtstagsfeiern auf italienischen Straßen

Den Höhepunkt erreichen die Jubiläumsfeiern vom 6. bis 10. Mai mit der Lamborghini Polo Storico Tour, einer exklusiven Ausfahrt durch Norditalien, offen nur für authentische Miura aus aller Welt. Das passt. Der Miura war nie ein Auto, das lange stillstehen sollte.

Sechzig Jahre später wirkt er noch immer nicht wie ein altes Meisterwerk. Er wirkt wie der Moment, in dem der Supersportwagen zum ersten Mal verstand, was er werden konnte.