KGM Torres und Actyon nehmen Europas C-Segment ins Visier
Der südkoreanische Autobauer KGM, früher SsangYong, setzt seinen forcierten Neustart mit technisch und optisch überarbeiteten Versionen von Torres und Actyon fort. Die Marke entwickelt sich unter dem Dach der KG Group mit einem klareren Ziel: Sie will im europäischen C-Segment eine Alternative zum Kia Sportage und zu teureren City-SUV bieten.
Revolution im Innenraum und mehr Digitalisierung
Die sichtbarste Änderung erwartet den Fahrer im Innenraum. Die KGM-Ingenieure haben das bisherige konventionelle Armaturenbrett ausgeräumt und durch eine moderne Panoramadisplay-Architektur ersetzt. Zwei 31,2 Zentimeter große Bildschirme sitzen unter einer gemeinsamen Glasfläche. Eine um acht Grad zum Fahrer geneigte Anordnung verbessert die Ablesbarkeit und lässt das Cockpit stärker auf den Fahrer ausgerichtet wirken.
Auch fast alle physischen Tasten sind verschwunden. Klimasteuerung und weitere Komfortfunktionen wanderten auf den Touchscreen. Das ist ein radikaler Schritt, der das Cockpit optisch beruhigt und die wahrgenommene Innenraumqualität steigert. Neue Materialien und eine Ambiente-Beleuchtung mit 32 Farben unterstützen den minimalistischen Ansatz. Der Innenraum wirkt dadurch deutlich hochwertiger als zuvor.
Actyon: der sportlichere, längere Verwandte
Obwohl der Actyon seine Plattform und den Radstand von 2,68 Metern mit dem Torres teilt, positioniert KGM ihn als dynamischere Alternative. Mit 4,74 Metern Länge ist der Actyon länger und breiter als der Torres. Die niedrigere Dachlinie verleiht ihm zudem die Silhouette eines Coupé-SUV.
Die Formensprache zeigt Anklänge an britische Luxus-SUV, besonders bei der Lichtgrafik. Dadurch wirkt der Actyon teurer, als es sein tatsächlicher Preis erwarten ließe. Die Alltagstauglichkeit leidet dabei kaum: Ein Kofferraumvolumen von 668 Litern zeigt, dass eine stilvollere Karosserieform weiterhin praktische Anforderungen erfüllen kann.
Antriebe
Unter der Haube setzt KGM weiter auf bewährte Technik. Kernmotor bleibt ein 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit bis zu 170 PS und 280 Nm Drehmoment. Die Kraftübertragung übernimmt eine Sechsgang-Automatik von Aisin. Je nach Ausführung geht die Leistung an die Vorderräder oder an alle vier Räder.
Als strategische Ergänzung führt KGM außerdem ein Hybridsystem auf Basis desselben 1,5-Liter-Motors ein. Die Systemleistung steigt damit auf 176 PS. Damit reagiert die Marke auf die strengen europäischen Emissionsvorgaben. Der Hybridantrieb senkt Verbrauchs- und CO2-Werte auf ein Niveau, mit dem KGM im breiteren Wettbewerb bleiben kann.
Schärfere Strategie für Europa
Die Strategie von KGM scheint aufzugehen. Die Verkaufszahlen für 2025 deuten auf ein Rekordwachstum im Export hin: Mehr als 70.000 Fahrzeuge wurden an Auslandsmärkte ausgeliefert, das beste Ergebnis des Unternehmens seit elf Jahren. Westeuropa steht bereits für ein Drittel dieses Volumens. Die wichtigsten Wachstumstreiber sind genau diese SUV der neuen Generation, Torres und Actyon.
Mit den aktualisierten Modellen streift KGM das Image der Budgetmarke ab. Verarbeitung, Technik und Ausstattungsniveau von Actyon und Torres zeigen den klaren Anspruch, mit etablierten Marktführern zu konkurrieren. Der Hersteller setzt auf aggressive Preise und eine umfangreiche Serienausstattung, darunter adaptiver Tempomat und ein vollständiges Paket an Fahrerassistenzsystemen.
Für eine Marke, die einst am Rand des Marktes stand, geht es nicht mehr nur um stilles Überleben. Es ist ein kalkulierter Versuch, ernst genommen zu werden.