Japan plant neue Kfz-Steuer für schwere Elektroautos
Bislang zahlen viele Elektroautofahrer in Japan kaum oder gar keine Kfz-Steuer. Das entspricht der langjährigen staatlichen Förderung sauberer Technologien. Doch Kritiker bemängeln, dass das System inzwischen ungerecht wirkt. Große und schwere Elektro-SUVs sowie Luxusmodelle belasten die Straßen deutlich stärker als Kleinwagen, entgehen aber der Mineralölsteuer, die für Benzin- und Dieselfahrzeuge fällig wird.
Die Regierung erwägt daher eine Steuerreform, bei der das Leergewicht zum zentralen Maßstab wird. Jedes zusätzliche Kilogramm zählt – wer mehr Masse auf die Waage bringt, zahlt auch mehr.
Nach dem aktuellen Vorschlag staffelt sich die jährliche Steuer für Elektroautos wie folgt:
Bis 2.000 Kilogramm: etwa 3.600 bis 6.500 Yen pro Jahr, umgerechnet rund 21 bis 38 Euro.
Zwischen 2.000 und 2.500 Kilogramm: etwa 20.000 Yen pro Jahr, rund 115 Euro.
Über 2.500 Kilogramm: etwa 24.000 Yen pro Jahr, rund 138 Euro.
Die Euro-Beträge sind wegen Wechselkursschwankungen nur Richtwerte, aber das Prinzip ist eindeutig: Mehr Gewicht bedeutet eine höhere Rechnung.
Die neue Steuer käme zu den ohnehin verpflichtenden Kosten wie Inspektionsgebühren hinzu und würde in der Regel bei der periodischen technischen Überprüfung des Fahrzeugs erhoben.
Parallel zur geplanten Gewichtsbesteuerung denkt die Regierung darüber nach, die bestehenden Förderungen für Elektroautos ab Frühjahr 2026 zu kürzen. Ziel ist es, die Staatsfinanzen zu entlasten und das Steuersystem nach Ansicht der Verantwortlichen gerechter zu gestalten.
Branchenexperten warnen, dass die Kombination aus höheren Anschaffungs- und Unterhaltskosten das Wachstum des Elektroautomarkts bremsen könnte. Gerade ein Segment, das weiterhin auf staatliche Anreize angewiesen ist, dürfte unter der Reform leiden.
Die Folgen reichen weit über die Steuerrechnung hinaus. Das Kaufverhalten der Verbraucher könnte sich ebenso ändern wie die Wirtschaftlichkeit von Autoimporten und die gesamte Ausrichtung des japanischen E-Automarkts. Bislang stützte sich dieser stark auf Subventionen und steuerliche Vorteile.
Wie die neue Regelung den Wettbewerb tatsächlich verändert, wird sich erst zeigen, wenn die Reform greift und Käufer Elektro- und Verbrennerfahrzeuge nach den Gesamtkosten vergleichen – nicht nur nach Umweltaspekten. Das Gleichgewicht, das Japan zwischen Fairness und Förderung findet, könnte die nächste Phase der Elektromobilität im Land entscheidend prägen.