Maserati at Bruxelles Motor Show
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Huawei und JAC könnten Maseratis nächstes Elektroauto mitentwickeln

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 15.05.2026

Stellantis soll mit Huawei und JAC über die Entwicklung eines neuen Elektroautos für Maserati sprechen. Dasselbe Technikprojekt würde in China unter der Marke Maextro starten, außerhalb Chinas soll ein verwandtes Modell das Maserati-Emblem tragen. Eine offizielle Vereinbarung wurde bislang nicht bestätigt.

Chinesische Technik, italienisches Emblem

Mehrere Quellen berichten, dass Huawei, JAC und Stellantis über ein gemeinsames Elektroauto-Projekt für Maserati verhandeln. Die geplante Arbeitsteilung würde dem HIMA-Modell von Huawei ähneln. Huawei soll Produktkonzept und Kerntechnologie definieren, JAC Entwicklung und Produktion übernehmen. Maserati wäre für Design und Markenidentität zuständig.

Dem Bericht zufolge würde das Projekt zwei Versionen hervorbringen. Das für China bestimmte Auto soll Teil der Maextro-Modellpalette werden, während ein verwandtes Modell für Exportmärkte als Maserati verkauft würde. Für das erste Fahrzeug wird bereits eine Serienproduktion in der zweiten Jahreshälfte 2027 angepeilt. Die Quellen betonen jedoch, dass bislang kein formeller Vertrag unterzeichnet wurde.

Stellantis bestätigt nicht, dementiert aber auch nicht

Stellantis teilte Carscoops mit, man führe im normalen Geschäftsverlauf Gespräche mit verschiedenen Industriepartnern weltweit, kommentiere Spekulationen aber nicht. Anders gesagt: Der Konzern bestätigte die Partnerschaft nicht, dementierte die Gespräche jedoch ebenfalls nicht.

Für ein Unternehmen in der Lage von Stellantis reicht dieses Schweigen aus, um die Geschichte am Leben zu halten.

Maserati braucht neuen Schwung

Die mögliche Partnerschaft kommt für Maserati zu einem schwierigen Zeitpunkt. Laut CnEVPost sanken die weltweiten Verkäufe der Marke von knapp 27.000 Fahrzeugen im Jahr 2023 auf rund 7900 im Jahr 2025. In China, einst einer der wichtigsten Märkte für Maserati, gingen die Verkäufe im vergangenen Jahr auf etwas mehr als 1000 Autos zurück.

Auch die eigenen Zahlen von Stellantis zeigen den starken Druck. Der Konzern schloss 2025 mit einem Nettoverlust von 22,3 Milliarden Euro ab und verwies unter anderem auf eine strategische Neuausrichtung, mit der Kundenpräferenzen und veränderte Vorschriften besser berücksichtigt werden sollen.

Maserati sucht in China einen schnelleren Weg ins Elektrozeitalter

Sollte das Projekt vorankommen, wäre das ein deutlicher Kurswechsel für Maserati. Die Marke würde ihre italienische Designsprache und ihren Namen behalten, doch der technische Schwerpunkt ihres Elektroautos verlagerte sich nach China. Das könnte die Entwicklungszeit deutlich verkürzen und Maserati helfen, im Markt für elektrische Luxusautos wieder anzugreifen.

Das Risiko liegt ebenso klar auf der Hand. Maserati-Käufer zahlen für Tradition, Herkunft und Emotion. Wenn das neue Modell zu sehr wie chinesische Technik mit italienischem Emblem an der Front wirkt, könnte das ein Prestige weiter schwächen, das bereits fragil erscheint.

Derzeit bleibt die vorsichtige Lesart die naheliegende. Maserati hat kein gemeinsam mit Huawei und JAC entwickeltes Auto bestätigt. Die Lage von Stellantis lässt eine solche Partnerschaft jedoch weniger wie ein Gerücht wirken, sondern eher wie einen Geschäftsfall, dem noch die Unterschrift fehlt.