Android Auto
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Google aktualisiert Android Auto: neue Oberfläche, 3D-Navigation und Gemini

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 14.05.2026

Google hat ein umfangreiches Software-Update für Android Auto und Fahrzeuge mit integrierten Google-Diensten angekündigt. Später in diesem Jahr erhalten kompatible Modelle das neue Material-3-Design, detailliertere Navigation in Google Maps, Full-HD-Video im Stand und den leistungsfähigeren KI-Assistenten Gemini.

Android Auto bekommt ein neues Erscheinungsbild.

Mit der nächsten Version hält Googles Designsprache Material 3 Expressive Einzug ins Auto. Neu sind Schriftarten, flüssigere Animationen, Hintergrundbilder und anpassbare Widgets. Zudem soll sich das System sauberer an Displays unterschiedlicher Formate anpassen, darunter ultrabreite Bildschirme und weniger konventionelle Instrumentendisplays.

Die größere Änderung betrifft Google Maps. Google erweitert Android Auto um Immersive Navigation. Gebäude, Überführungen und Gelände werden dann in 3D dargestellt, zugleich lassen sich Fahrspuren, Ampeln und Stoppschilder leichter erkennen. Das ist nicht nur eine optische Überarbeitung. Ziel ist, Fahrern in unübersichtlichen, mehrschichtigen und komplexen Verkehrssituationen einen klareren Überblick zu geben.

Video kommt ins Auto, aber nur im Stand.

Erstmals wird Android Auto die Videowiedergabe auf dem Fahrzeugbildschirm unterstützen. Google verspricht Full-HD-Video mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde in kompatiblen Fahrzeugen, allerdings nur, wenn das Fahrzeug geparkt wird oder lädt. Zunächst startet die Funktion in ausgewählten Modellen von Marken wie BMW, Ford, Genesis, Hyundai, Kia, Mahindra, Mercedes-Benz, Renault, Škoda, Tata und Volvo.

Sobald der Fahrer losfährt, läuft das Video nicht weiter auf dem Bildschirm. In unterstützten Apps schaltet das System dann automatisch auf reine Audiowiedergabe um. Außerdem integriert Google in ausgewählten Apps und Fahrzeugen Unterstützung für räumliches Audio mit Dolby Atmos.

Gemini wird tiefer ins Cockpit eingebunden.

Google baut die Rolle von Gemini in Android Auto weiter aus. Der KI-Assistent soll den Kontext aus Nachrichten, E-Mails und Kalendereinträgen nutzen können, etwa indem er eine fertige Antwort vorschlägt, wenn jemand den Fahrer nach einer Adresse fragt. Als weiteres Beispiel nennt Google eine Essensbestellung per Sprache während der Fahrt, die der Fahrer mit einem einzigen Tipp bestätigt.

Der größere Schritt betrifft Fahrzeuge mit integrierten Google-Diensten. In diesen Modellen will Google Gemini enger mit der fahrzeugeigenen Hardware verknüpfen. Der Assistent könnte dann Fragen zum konkreten Fahrzeug beantworten, etwa eine Warnleuchte im Kombiinstrument erklären oder einschätzen, ob ein Gegenstand bestimmter Größe in den Kofferraum passt.

Google stärkt seine Position im Innenraum.

Nach Angaben von Google sind mehr als 250 Millionen Android-Auto-kompatible Fahrzeuge auf der Straße. In mehr als 100 Modellen von 16 Automarken sind Google-Dienste bereits direkt im Fahrzeug integriert. Das Update betrifft damit nicht nur die Spiegelung eines Smartphones auf dem Zentraldisplay. Es ist Teil eines größeren Wettbewerbs darum, wer das digitale Nutzererlebnis im Auto kontrolliert.

Für Autohersteller bietet Google eine vertraute und komfortable Software-Ebene. Zugleich wächst damit die Abhängigkeit vom Google-Ökosystem, ein Kompromiss, der in einer Präsentation oft einfacher aussieht als auf lange Sicht. Für Fahrer liegen die klarsten Vorteile in besserer Navigation, flexiblerer Mediennutzung und intelligenterer Sprachsteuerung.

Strategisch ist die Botschaft klar. Das Fahrzeug-Cockpit folgt zunehmend derselben Software-Logik wie das Smartphone, nur eben mit Ampeln, Ladestopps und deutlich teureren Konsequenzen.