Gerücht: BMW könnte den i4 einstellen und den Fokus auf den Neue-Klasse-i3 verlagern
BMW bereitet den i4 offenbar auf das Aus vor, während der neue elektrische i3 an den Start geht und das Werk München für die Ära der Neuen Klasse umgebaut wird. Eine solche Neuordnung im Portfolio wäre schlüssig: Sie würde sich auf eine neue Architektur, ein höheres technisches Niveau und freie Kapazitäten für die nächste Generation elektrischer BMW konzentrieren.
Laut Autocar geht der i4 in seine letzte Phase. Dem Bericht zufolge will BMW die Produktion des Modells innerhalb des kommenden Jahres beenden, der neue i3 soll seinen Platz einnehmen. Das passt zu den Plänen für das Werk. Im August 2026 startet BMW in München die Serienproduktion des i3, rund ein Jahr später soll die Fertigung dort vollständig auf Elektroautos der Neuen Klasse umgestellt werden. Vor diesem Hintergrund wäre das Aus für den i4 kein Zufall, sondern Teil einer klaren industriellen Strategie.
Auf den ersten Blick wäre das dennoch ein durchaus mutiger Schritt. Der i4 spielte eine wichtige Rolle im Elektroprogramm von BMW und gehörte seit 2021 zu den frühen Volumenmodellen der Marke mit batterieelektrischem Antrieb. Zahlen von BMW M zeigen, dass die Topversion des i4 von 2022 bis 2024 das meistverkaufte Modell der BMW M GmbH war, auch 2025 blieb die Nachfrage hoch. BMW würde also ein Auto auslaufen lassen, das sowohl Stückzahlen als auch Image geliefert hat.
Genau hier setzt der neue i3 an. BMW positioniert ihn als zweites Modell der Neuen Klasse und stellt ihn als echten Technologiesprung dar. Er bringt die sechste Generation eDrive, eine 800-Volt-Architektur, DC-Ladeleistung von bis zu 400 kW und in zehn Minuten bis zu 400 Kilometer zusätzliche Reichweite. Erste WLTP-Werte deuten zudem auf bis zu 900 Kilometer Reichweite hin. Dazu kommen bidirektionales Laden, eine neue Software-Architektur und ein umfassend modernisiertes Werk in München. Damit wirkt der i3 weniger wie nur eine neue Karosserievariante, sondern eher wie das Auto, das BMW in die nächste Phase führen soll.
Wichtig ist dabei: Ein Abschied vom i4 würde keinen Vertrauensverlust in Elektroautos bedeuten. Die BMW Group verkaufte 2025 weltweit 442.072 vollelektrische Fahrzeuge, ein Plus von 3,6 Prozent, in Europa stiegen die BEV-Verkäufe um 28,2 Prozent. Gleichzeitig bezeichnete Reuters China für BMW als schwierigeren Markt, dort gingen die Verkäufe 2025 um 12,5 Prozent zurück. Nun hofft das Unternehmen, mit der Neuen Klasse wieder an Dynamik zu gewinnen.
Mit anderen Worten: BMW zieht sich nicht aus dem EV-Geschäft zurück. Der Konzern würde ein erfolgreiches, aber technisch in die Jahre gekommenes Paket durch eine neue Plattform ersetzen, die bessere Margen, höhere Effizienz und eine deutlich frischere technologische Erzählung verspricht. Aus Sicht des i4 mag das hart wirken, doch Autohersteller lassen Gefühle selten im Weg stehen, wenn am Band bereits eine neue Ära wartet.