Ford GT Mk IV Conquers the Green Hell
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Ford GT schreibt die Nürburgring-Hierarchie der Benziner neu

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 06.04.2026

Ford setzte am Nürburgring ein Ausrufezeichen, während Elektro- und Hybridautos die Rekordlisten weiter umschreiben. Der Ford GT Mk IV umrundete die Nordschleife in 6:15,977 Minuten, rückte auf Rang drei der Gesamtbestenliste vor und sicherte sich den Titel als schnellstes rein verbrennergetriebenes Auto, das den Kurs je umrundet hat.

Ford fuhr die Zeit am 1. April 2026. Am Steuer saß Ford-Racing-Werksfahrer Frédéric Vervisch, der den Nürburgring als Sieger des 24-Stunden-Rennens bestens kennt. Auf der 20,832 Kilometer langen Nordschleife gelang ihm eine Runde, die in offiziellen Vergleichen nur vom Porsche 919 Hybrid Evo und vom Volkswagen ID.R unterboten wird. Damit gehört der GT Mk IV zur Spitze auf dieser Strecke.

Die Kategorie ist dabei ebenso wichtig wie die Rundenzeit.

Denn die Stoppuhr erzählt nur einen Teil der Geschichte. Der GT Mk IV ist ein kompromisslos auf den Rundstreckeneinsatz ausgelegtes Auto ohne Straßenzulassung. Er fällt damit eher in die Logik eines Prototyps oder eines speziellen Tracktools als in die der in Serie gebauten Straßenautos. Den absoluten Nürburgring-Rekord für Serienfahrzeuge beansprucht Ford deshalb nicht. Der liegt weiterhin beim Mercedes-AMG One, der am 23. September 2024 offiziell 6:29,090 Minuten fuhr und damit das schnellste Serienauto bleibt, das die Strecke je umrundet hat.

Wenn die Spitze der absoluten Zeitenliste also von einem Hybrid-Porsche und einem elektrischen Volkswagen besetzt wird, nimmt Ford mit dem GT Mk IV zumindest einen symbolisch wichtigen Titel mit: das schnellste benzinbetriebene Auto, das je am Nürburgring gefahren ist. Genau diese Botschaft hat Gewicht in einer Zeit, in der viele Hersteller Spitzenleistung längst an Elektrifizierung knüpfen. Ford nutzte diesen Kontrast für sich und erinnerte daran, dass auch der Verbrennungsmotor weiterhin kompromisslose Performance liefern kann.

Das Auto wurde genau für dieses Ziel entwickelt.

Der GT Mk IV nutzt einen EcoBoost-V6 mit größerem Hubraum, zwei Turboladern und mehr als 800 PS. Hinzu kommen ein längerer Radstand, rennstreckenabgestimmte Übersetzungen und Fahrwerkskomponenten sowie ein verlängertes Longtail-Aeropaket, das Stabilität und Abtrieb auf der Strecke erhöhen soll. Ford plante lediglich 67 Exemplare. Das macht den Erfolg zugleich zu einer Ingenieursleistung und zu einem Schlusspunkt für das GT-Programm.

Ford vermarktet den GT Mk IV nicht als Volumenmodell und setzt ihn auch nicht ein, um einen Quartalsbericht zu retten. Das Unternehmen nutzt ihn als Halo-Projekt, um seine Performance-Identität zu schärfen und eine technische Strahlkraft zu bewahren, die später auf andere Modelle ausstrahlen kann. In diesem Sinn funktioniert das Nürburgring-Ergebnis auch als Marketingkapital, dessen Wert weit über die Erlöse aus 67 Fahrzeugen hinausreicht.

Zur Geschichte gehört noch eine weitere Ebene.

Mit dem Mk IV sicherte sich Ford auch den Titel des schnellsten amerikanischen Autos, das je den Nürburgring umrundet hat. Das zeigt, dass die Marke mehrere Erzählstränge zugleich verfolgt: einer zielt auf maximale Glaubwürdigkeit auf der Rennstrecke, der andere auf Prestige in der breiteren Welt der Hochleistungsautos. Das erklärt auch, warum Ford weitere rundstreckenorientierte Projekte im Blick behält.

Am Ende markieren die 6:15,977 Minuten des GT Mk IV einen jener seltenen Momente, in denen Technik, Tradition und Kommunikation exakt zusammenfinden. Die Krone unter den Serienautos bleibt beim AMG One. Ford verließ den Nürburgring aber mit einem anderen, emotional aufgeladenen Titel: schnellstes benzinbetriebenes Auto und schnellstes amerikanisches Auto, das je durch die Grüne Hölle gefahren ist.