MGS6 EV
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El Prix: Asiens E-Autos dominieren Norwegens Wintertest

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 23.02.2026

Der weltweit größte Winter-Härtetest für Elektroautos, organisiert vom norwegischen Automobilverband und dem Magazin Motor, ist abgeschlossen. Das Ergebnis dürfte vielen europäischen und amerikanischen Marken nicht gefallen.

Beim El Prix zählen keine Becherhalter oder schicke Touchscreens. Hier geht es um Ingenieurskunst unter Extrembedingungen. Echte Straßen, ehrliche Distanzen und Temperaturen weit unter null – der norwegische Winter bleibt der ultimative Prüfstand für die Effizienz von Elektroautos.

Effizienz entscheidet alles

Im Schnitt verloren die 24 getesteten Fahrzeuge 38 Prozent ihrer offiziellen WLTP-Reichweite. Die besten Modelle hielten den Verlust bei rund 30 Prozent – in diesen Bedingungen eine echte Ingenieursleistung.

Das herausragende Ergebnis lieferte der MG6S EV: 345 Kilometer Reichweite bei einem WLTP-Wert von 485 Kilometern, also ein Minus von 29 Prozent. Der Hyundai Inster erreichte denselben Wert. Der MG IM6 folgte mit 30 Prozent Verlust.

MG führt das gute Abschneiden auf ein Thermomanagementsystem zurück, das gemeinsam mit SAIC und dem Batterie-Giganten CATL entwickelt wurde. Es hält die Zellen auch dann im optimalen Temperaturbereich, wenn draußen Eisschrank herrscht.

Die Lektion ist klar: Der Winter kennt kein Pardon für Ineffizienz.

Premium-Logos schützen nicht vor Reichweitenverlust

Die unangenehmsten Schlagzeilen kassieren etablierte Technologiemarken. Das Tesla Model Y verlor 43 Prozent seiner angegebenen 629 Kilometer WLTP-Reichweite und kam im Test auf 359 Kilometer. Der Lucid Air, der mit fast schon theatralischen 960 Kilometern WLTP wirbt, schaffte 520 Kilometer – ein Minus von 46 Prozent.

Bei Frost geht ein erheblicher Teil der gespeicherten Energie nicht in den Vortrieb, sondern ins Heizen des Innenraums und zum Schutz der Batterie. Wenn Software und Wärmepumpe nicht optimal abgestimmt sind, schmilzt die Reichweite dahin.

Weitere Ergebnisse bestätigen das Muster: Der Volvo EX90 verlor 45 Prozent, die Mercedes-Benz CLA 41 Prozent. BMW iX und Ford Capri büßten jeweils 39 Prozent ein. Selbst der Audi A6 gab 38 Prozent seiner offiziellen Reichweite ab.

Am oberen Ende der Tabelle dominieren asiatische Hersteller. Neben MG und Hyundai hielten auch Modelle wie Kia EV4, Changan Deepal S05 und Xpeng X9 die Verluste zwischen 34 und 36 Prozent. Auf dem Papier mag das wenig erscheinen, im winterlichen Alltag bedeuten diese Kilometer aber einen spürbaren Unterschied.

Das vollständige El Prix 2026 Ranking nach Reichweitenverlust:

MG6S EV, WLTP 485 km, real 345 km, Verlust 29 Prozent
Hyundai Inster, WLTP 360 km, real 256 km, Verlust 29 Prozent
MG IM6, WLTP 505 km, real 352 km, Verlust 30 Prozent
KGM Musso, WLTP 379 km, real 263 km, Verlust 31 Prozent
Voyah Courage, WLTP 440 km, real 300 km, Verlust 32 Prozent
Kia EV4, WLTP 594 km, real 390 km, Verlust 34 Prozent
Changan Deepal S05, WLTP 445 km, real 293 km, Verlust 34 Prozent
Xpeng X9, WLTP 560 km, real 361 km, Verlust 36 Prozent
Mazda 6e, WLTP 552 km, real 348 km, Verlust 37 Prozent
Smart 5, WLTP 540 km, real 342 km, Verlust 37 Prozent
Audi A6, WLTP 653 km, real 402 km, Verlust 38 Prozent
Hyundai Ioniq 9, WLTP 600 km, real 370 km, Verlust 38 Prozent
Zeekr 7X, WLTP 541 km, real 338 km, Verlust 38 Prozent
Volkswagen ID Buzz, WLTP 449 km, real 277 km, Verlust 38 Prozent
BMW iX, WLTP 641 km, real 388 km, Verlust 39 Prozent
Ford Capri, WLTP 560 km, real 339 km, Verlust 39 Prozent
Volvo ES90, WLTP 624 km, real 373 km, Verlust 40 Prozent
Mercedes-Benz CLA, WLTP 709 km, real 421 km, Verlust 41 Prozent
Skoda Elroq, WLTP 524 km, real 309 km, Verlust 41 Prozent
Tesla Model Y, WLTP 629 km, real 359 km, Verlust 43 Prozent
Suzuki eVitara, WLTP 395 km, real 224 km, Verlust 43 Prozent
Volvo EX90, WLTP 611 km, real 339 km, Verlust 45 Prozent
Lucid Air, WLTP 960 km, real 520 km, Verlust 46 Prozent
Opel Grandland, WLTP 484 km, real 262 km, Verlust 46 Prozent

Was Käufer daraus lernen sollten

Wer im Norden ein Elektroauto kaufen will, findet in dieser Tabelle eine Art Gebrauchsanweisung, geschrieben von der Physik selbst.

Entscheidend sind Software-Logik und das Management der Wärmepumpe. Fahrzeuge, die die Batterie schon bei Temperaturen unter 10 Grad Celsius vorkonditionieren, halten die Reichweite besser. Andere versuchen, das Batteriepaket zu spät zu erwärmen und verbrennen dann hektisch Energie, um die Zelltemperatur zu stabilisieren.

Das Markenlogo auf der Haube garantiert gar nichts. Der Winter interessiert sich nicht für Hierarchien. Er belohnt Effizienz, bestraft Verschwendung und zeigt schonungslos, welche Ingenieure ihre Hausaufgaben gemacht haben.