Dallara Macchina Posto Singolo
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Dallara versteigert einzigen einsitzigen MPS in Monaco

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 23.03.2026

Dallara bringt den einzigen fertiggestellten Prototypen der Macchina Posto Singolo am 25. April bei RM Sotheby’s in Monaco unter den Hammer. Mit mittiger Sitzposition, Monocoque aus Kohlefaser und 2,3-Liter-Turbomotor mit 400 PS schärft der Wagen das Stradale-Konzept nach und verbindet Rennstreckenlogik, Straßenzulassung und Sammlerwert in einem Fahrzeug.

RM Sotheby’s taxiert den 2024er Dallara MPS auf mehr als 700.000 Euro und bietet ihn ohne Mindestpreis an. Die Auktion hat aus zwei Gründen besonderes Gewicht. Das Auktionshaus verzichtet bei diesem Los auf das Aufgeld für den Käufer, zudem leitet Dallara den gesamten Erlös an die Caterina Dallara Foundation weiter. Die Familie gründete die Stiftung 2021, um die soziale und kulturelle Entwicklung in der Region Val Ceno zu fördern.

Technisch basiert der MPS auf dem Dallara Stradale, mit dem das Unternehmen 2015 erstmals in die Serienproduktion von Straßenfahrzeugen einstieg. Die offiziellen Daten des Stradale setzen den Rahmen: 855 Kilogramm Trockengewicht, 400 PS, 500 Nm und ein 2,3-Liter-Turbomotor nach Euro-6e-Norm. Der MPS nutzt dieselbe grundsätzliche Antriebslogik und dasselbe automatisierte Sechsgang-Getriebe, treibt das Konzept aber weiter, indem alles entfernt wurde, was die Verbindung zwischen Fahrer und Maschine verwässerte.

Im Zentrum des Projekts steht ein entscheidender Schritt: Die Ingenieure platzierten den einzigen Sitz des Fahrzeugs in der Mitte. Nach Angaben von Dallara und RM Sotheby’s entstand der MPS während der Einschränkungen des Jahres 2020 unter der Leitung von Giampaolo Dallara und einem kleinen Team von Spezialisten. Das zentrale Layout stärkt die Rolle des Fahrers, verringert die Stirnfläche und hilft der Aerodynamik, effizienter zu arbeiten. Zugleich zwang diese Lösung das Team dazu, das Cockpit so kompakt zu gestalten, dass kein Platz für einen konventionellen Gangwahlhebel blieb. Die Gangwechsel übernimmt deshalb ein Schaltwippensystem am Lenkrad.

An diesem Punkt ist der MPS mehr als nur eine Kuriosität. Dallara ist keine Luxusmarke im klassischen Sinn, sondern ein hochspezialisiertes Engineering-Unternehmen, das Fahrzeuge, Aerodynamik und Motorsportkompetenz weltweit verkauft. Der MPS bündelt all das in einem einzigen Sammlerstück. Er ist ein Einzelstück, straßenzugelassen, direkt mit der Motorsportgeschichte des Unternehmens verknüpft und zudem mit einem wohltätigen Zweck verbunden. Zusammengenommen deutet das darauf hin, dass Dallara nicht nur die Nachfrage nach Seltenheit testet. Das Unternehmen lotet auch aus, ob Käufer eine ingenieursgetriebene Marke ähnlich bewerten wie die etablierte Riege exklusiver Hersteller.

Formal erinnert der MPS an den ersten Sportwagen des Unternehmens, den SP1000, strategisch sendet er jedoch eine deutlich jüngere Botschaft. Dallara zeigt, dass ein kleiner Hersteller seine straßenzugelassene Modellplattform als Demonstrationsobjekt nutzen kann, um zugleich Reputation, Sammlerinteresse und philanthropische Wirkung zu formen. Fällt der Hammer bei mehr als 700.000 Euro oder noch höher, würde der Verkauf einen Wandel unterstreichen, der sich seit einiger Zeit abzeichnet: Spitzen-Sammler kaufen heute zunehmend Geschichte, technische Ehrlichkeit und eine eigenständige Architektur, nicht nur ein bekanntes Markenemblem auf der Front.