Dacia Sandriders jagen in Argentinien den dritten Sieg in Folge
Die Dacia Sandriders kommen als Führende der World Rally Raid Championship nach Südamerika. Beim für das Team unbekannten Desafío Ruta 40 in Argentinien, dem dritten Saisonlauf vom 24. bis 29. Mai, wollen sie die Siege bei der diesjährigen Rallye Dakar und beim Lauf in Portugal bestätigen.
Dacia führt derzeit die Wertungen der Hersteller, Fahrer und Navigatoren an. Diese dreifache Spitzenposition ist beachtlich, doch die 3000 Kilometer lange Prüfung in Argentinien stellt eine neue Frage: Kann das Team weiter gewinnen, wenn sich Landschaft, Logistik und Rhythmus ändern?
Dacia will den Vorsprung in drei Wertungen ausbauen
Nach zwei wichtigen Siegen in Folge reisen die Dacia Sandriders als das Team nach Argentinien, das die Konkurrenz einholen muss. Die Mannschaft setzt wie gewohnt drei erfahrene Crews ein. Alle starten in Fahrzeugen der Ultimate-Klasse, die mit synthetischem Kraftstoff betrieben werden.
Für Dacia ist es der erste Start bei der bekannten südamerikanischen Rallye. Ingenieure und Strategen stehen damit vor neuen Aufgaben bei Abstimmung, Zuverlässigkeit und Routenmanagement.
Sébastien Loeb führt zusammen mit Navigator Édouard Boulanger die Fahrerwertung an, nachdem der Franzose im März in Portugal einen hart erkämpften Sieg eingefahren hat. Loeb liegt sieben Punkte vor seinem Teamkollegen Nasser Al Attiyah. Das gibt dem Titelkampf eine spürbare interne Spannung. Gesund vielleicht, komfortabel sicher nicht.
Bekannte Strecken, neue strategische Prüfungen
Dacia ist bei der Veranstaltung zwar Neuling, den Fahrern fehlt es aber nicht an Südamerika-Erfahrung. Der Katarer Nasser Al Attiyah, der sich das Auto mit Fabian Lurquin teilt, gewann den Desafío Ruta 40 im Jahr 2023. Außerdem holte er drei seiner sechs Dakar-Siege, als der Marathon noch auf südamerikanischem Boden ausgetragen wurde.
Auch die dritte Crew des Teams, der Brasilianer Lucas Moraes und der Deutsche Dennis Zenz, peilt ein Podium an, nachdem sie den Lauf in Portugal als Vierte beendet hatte.
Die 13. Ausgabe des Desafío Ruta 40 kehrt in diesem Jahr nach mehreren Jahren Pause in die Region San Rafael in der Provinz Mendoza zurück. Insgesamt warten 2993 Kilometer auf die Teilnehmer, darunter 1726 Kilometer auf fünf anspruchsvollen Sonderprüfungen.
Das Terrain verspricht kaum Schonung. Küstendünen, Flussbetten, Salzebenen und felsige Hochgebirgspisten stehen auf dem Programm. Genau jene Art von Woche also, in der ein komfortabel wirkender Meisterschaftsvorsprung plötzlich fragil aussehen kann.
Nachhaltige Technik vor harter Dauerprüfung
Dacia setzt seine Sandrider mit einem synthetischen, nachhaltigen Kraftstoff ein, der in Zusammenarbeit mit Aramco entwickelt wurde. Die Reifen liefert BFGoodrich. Da nach Argentinien nur noch zwei Läufe ausstehen, ist diese Rallye mehr als eine weitere Gelegenheit zum Punktesammeln. Sie wird zu einer ernsthaften Prüfung für Technik, Standfestigkeit und Nerven.
Der Druck der Rivalen und die enge Meisterschaftstabelle lassen wenig Raum für romantische Heldentaten. Dacia muss Risiken minimieren, das Tempo kontrollieren und taktische Reife zeigen, wenn das Team Argentinien weiterhin als Führender der World Rally Raid Championship verlassen will.
Ein dritter Sieg in Folge würde aus der frühen Saisonform ein überzeugenderes Bild machen. Doch im Rally-Raid-Sport, besonders in Argentinien, ist Zuversicht meist das Erste, was das Gelände zu begraben versucht.