Der neue CUPRA Born VZ kommt mit großen Worten, doch die eigentliche Neuigkeit ist einfacher
Cupra hat den Born genau so aufgefrischt, wie Elektroautos derzeit aufgefrischt werden: schärfere Front, mehr Lichteffekte, größerer Bildschirm und ein weiteres Versprechen vom emotionalen elektrischen Fahren. Die eigentliche Neuigkeit ist, dass der Born eine gründliche Modellüberarbeitung bekommt, die VZ-Version 240 kW beziehungsweise 326 PS bietet und nach WLTP bis zu 631 km Reichweite schafft. Die Produktion beginnt im Mai, die Markteinführung ist für den Sommer 2026 geplant.
CUPRA positioniert den aufgefrischten Born als nächsten Schritt seines ersten Elektroautos, nicht als völlig neues Modell. Dieser Unterschied ist wichtig: Im offiziellen Material ist von Evolution die Rede, nicht davon, bei null zu beginnen. Auch die Zahlen sagen dasselbe: Angeboten werden Versionen mit 58 kWh/140 kW, 79 kWh/170 kW und 79 kWh/240 kW, und das Auto bleibt ein in Barcelona gestaltetes und in Zwickau in Deutschland produziertes elektrisches Schrägheckmodell.
Der größte Aufhänger ist natürlich der VZ. Auf dem Papier klingt das weiterhin gut: 545 Nm, 0 bis 100 km/h in 5,6 Sekunden, 200 km/h Höchstgeschwindigkeit und mit der 79-kWh-Batterie bis zu 631 km WLTP-Reichweite. Das Laden von 10 auf 80 Prozent dauert laut Hersteller bei 183 kW Gleichstrom 29 Minuten. Das alles ist schnell und in der heutigen Elektroautoklasse konkurrenzfähig, aber wirklich neu ist dieser Antrieb ebenfalls schon lange nicht mehr, denn der 326 PS starke Born VZ wurde in den offiziellen CUPRA-Kanälen bereits 2024 vorgestellt. Beim Born des Jahres 2026 wird dem Publikum also in erster Linie eine aufgefrischte Verpackung verkauft, nicht ein technischer Schock.
Die Designänderungen sind erwartbar, aber zumindest mit dem Auge sichtbar. Der Born erhält eine neue Front, Matrix-LED-Scheinwerfer mit der dreieckigen Lichtsignatur von CUPRA, neu gezeichnete Stoßfänger und 3D-Rückleuchten, in deren Mitte nun ein beleuchtetes Logo prangt, als wäre ein Auto des Jahres 2026 ohne dieses gar nicht mehr straßenzulässig. Im Innenraum sind die wichtigeren Änderungen ein Lenkrad mit physischen Tasten, ein größeres 10,25-Zoll-Fahrerdisplay und ein 12,9-Zoll-Zentralbildschirm mit Android-basiertem System. Letzterer ist immerhin ein Zeichen dafür, dass CUPRA endlich verstanden hat: Nicht jede Funktion muss hinter einer glänzenden Touchfläche versteckt werden.
Bei der Ausstattung kommen One-Pedal-Driving, e-Launch, V2L, also die Möglichkeit, externe Geräte aus dem Auto zu versorgen, ein digitaler mobiler Schlüssel sowie Travel Assist 3.0 mit Cloud-Daten hinzu. Mit anderen Worten: Der Born versucht zugleich sportliches Elektroauto, Smartgerät und Stromquelle fürs Wochenende zu sein. Die Technologieliste ist lang, aber im wirklichen Leben entscheidet der Erfolg am Ende dennoch daran, wie logisch die Benutzeroberfläche ist und wie glaubwürdig die vom Hersteller versprochene Effizienz in unserem Klima ausfällt. Das erklärt jedoch keine Pressemitteilung.
Insgesamt hat der neue CUPRA Born VZ eine gründliche Modellüberarbeitung erhalten, aber keine Revolution. Das bedeutet ein schärferes Erscheinungsbild, einen besseren Innenraum, mehr Software und weiterhin eines der spritzigeren elektrischen Schrägheckmodelle auf dem Markt für diejenigen, die nicht das nächste anonyme EV wollen. Aber die ganze Rede davon, das Auto auf ein neues Niveau zu heben, sollte man ruhig halbieren: Die wichtigsten Zahlen waren schon früher bekannt, jetzt sind sie lediglich in aggressiveres Design und einen größeren Bildschirm verpackt.