BYD @ IAA MOBILITY 2025
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Chinas Autobauer 2025: Zwischen Größenwahn und Realität

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 05.01.2026

BYD, Chinas größter Autobauer, behauptete zwar seine Spitzenposition, blieb aber weit hinter den eigenen Ansprüchen zurück. 2025 produzierte und verkaufte das Unternehmen 4,6 Millionen Fahrzeuge – das Ziel lag bei 5,5 Millionen. Mit einer Zielerreichung von 84 Prozent ist das für einen Konzern dieser Größenordnung ein spürbarer Rückschlag.

Von den drei größten chinesischen Herstellern erfüllte nur Geely sein Vorhaben. Die Gruppe plante mit 3 Millionen verkauften Fahrzeugen und übertraf diese Marke knapp: 3.024.567 Einheiten wurden ausgeliefert. Ein breites Modellportfolio und eine starke Präsenz im In- und Ausland trugen maßgeblich dazu bei.

Chery verkaufte 2.631.381 Fahrzeuge und blieb damit deutlich unter dem Plan von 3,26 Millionen. Die Zielerreichung lag bei etwas über 80 Prozent. Immerhin verteidigte Chery den Titel als größter Autoexporteur Chinas, was den Misserfolg zumindest in Sachen Image abmilderte.

Die schwächste Performance 2025 lieferte Great Wall Motor ab. Der Konzern verkaufte 1.323.672 Fahrzeuge bei einem offiziellen Ziel von 4 Millionen – das entspricht gerade einmal 33 Prozent. Auffällig: Die veröffentlichten Zahlen ließen offen, welche GWM-Marken einbezogen wurden. Die Statistik bleibt also bewusst nebulös.

Die mit Huawei entwickelten Marken der HIMA-Allianz erreichten 59 Prozent ihres Ziels und verkauften 589.000 Fahrzeuge statt der geplanten Million. An mangelndem Ehrgeiz lag es hier sicher nicht – eher im Gegenteil.

Die größten Überraschungen kamen von kleineren Unternehmen, die oft noch als Start-ups gelten. Xiaomi plante 350.000 Verkäufe, lieferte aber über 400.000 Fahrzeuge aus und erreichte damit rund 115 Prozent des Ziels.

Xpeng setzte noch einen drauf: 430.000 verkaufte Fahrzeuge bei einem Plan von 350.000 bedeuten eine Zielerreichung von 123 Prozent. Aggressive Modellpflege und Preispolitik zahlten sich offensichtlich aus.

Leapmotor übertraf sein Ziel um fast 20 Prozent und verkaufte 596.500 Autos. Gleichzeitig verfehlten Li Auto und NIO ihre Vorgaben deutlich: Sie kamen auf 63 beziehungsweise 74 Prozent Zielerreichung.

Prognosen vom Jahresende besagen, dass Chinas Automobilindustrie bald die größte der Welt sein könnte und Japan als Spitzenreiter ablöst. Sollte das eintreffen, würden chinesische Hersteller rund 2 Millionen Fahrzeuge mehr produzieren als ihre japanischen Konkurrenten. Das heißt aber keineswegs, dass alle chinesischen Marken im Gleichschritt und mit gleicher Sicherheit voranschreiten.

Große Konzerne setzen ihre Ziele oft eher aus politischem Selbstbewusstsein und Marketing-Getöse als aus Marktrealismus. Kleinere, flexiblere Unternehmen reagieren schneller auf Preisdruck, technologische Veränderungen und neue Kundenwünsche. Die Lehre aus 2025 ist eindeutig: In Chinas Automarkt garantiert schiere Größe keinen Erfolg mehr. Entscheidend ist, wer seine Versprechen auch wirklich einlösen kann.