Cadillac stellt die Produktion des CT4 ein, der CT5 bleibt im Programm
Cadillac schließt in den kommenden Wochen die Bestellbücher für den CT4 und beendet die Produktion des Modells am 25. Juni 2026. Damit verliert die Marke ihre günstigste Limousine, während der größere CT5 im Programm bleibt und einen Nachfolger erhalten soll.
Cadillac nimmt ab der Woche ab dem 20. April keine Bestellungen mehr für die gesamte CT4-Familie an, einschließlich CT4 V und CT4 V Blackwing. Danach können Käufer nur noch auf bereits verfügbare Lagerfahrzeuge zurückgreifen. Die Produktion im Werk Lansing Grand River endet am 25. Juni.
Das Aus des CT4 ist für Cadillac mehr als das leise Ende eines Nischenmodells mit geringen Stückzahlen. Laut den eigenen Preisangaben der Marke startet der CT4 des Modelljahres 2026 bei 36.000 Dollar, umgerechnet 30.800 Euro. Die nächstgrößere Limousine CT5 beginnt bei 49.200 Dollar, umgerechnet 42.000 Euro. Damit war klar, welche Rolle der CT4 im Programm spielte. Er war der Einstieg in die Limousinenpalette und bot Käufern einen Zugang zu einer Cadillac-Limousine, ohne sofort deutlich tiefer in die Tasche greifen zu müssen.
Cadillac hatte bereits im Herbst 2025 bestätigt, dass sowohl der CT4 als auch der aktuelle CT5 mit dem Modelljahr 2026 auslaufen. Der Unterschied: Nur für den CT5 ist eine Rückkehr mit einem neuen Nachfolger mit Verbrennungsmotor vorgesehen. Für den CT4 gibt es öffentlich keine entsprechende Planung. Der Abschied des kleineren Modells wirkt damit deutlich endgültiger als ein gewöhnlicher Generationswechsel.
Cadillac folgt damit dem Geld und dem Markt. In GM News sagte Cadillac-Chef John Roth, Elektroautos machten bereits fast ein Drittel des Markenabsatzes aus. Zugleich müsse die Marke flexibel bleiben und sich daran orientieren, wohin sich die Kunden tatsächlich bewegen. Die Schlussfolgerung liegt nahe: Eine kompakte Limousine mit Hinterradantrieb ist nicht länger das Produkt, auf dem Cadillac die nächste Wachstumsphase aufbauen will.
Der Fokus verlagert sich auf elektrische SUVs mit höheren Margen, die Escalade-Familie und teurere Flaggschiffmodelle. Aus Sicht von Cadillac ist das nachvollziehbar. Für Käufer bedeutet es jedoch eine relativ erschwingliche Limousine weniger in einem Markt, der davon ohnehin nicht gerade überquillt.
Der CT4 war dabei nie bloß ein Lückenfüller im Programm. Im Gegenteil. Der CT4 V Blackwing lieferte Cadillac in den vergangenen Jahren eines der stärksten Argumente in Technik und Image. Road & Track verwies darauf, dass das Modell einen 472 PS starken 3,6-Liter-V6-Biturbo nutzte und weiterhin mit einem manuellen Sechsganggetriebe erhältlich war. Cadillac streicht also nicht nur eine günstigere Limousine, sondern verliert auch eine der letzten kompakten amerikanischen Performance-Luxuslimousinen mit vier Türen, die noch in vergleichsweise klassischer Form zu haben waren.
Das ist relevant, weil solche Autos mehr tun, als nur einen Platz im Prospekt zu besetzen. Sie verleihen einer Marke Glaubwürdigkeit. Sie signalisieren Enthusiasten, dass sich im Unternehmen noch jemand für Lenkgefühl, Balance und die etwas eigensinnige Idee interessiert, dass eine Sportlimousine den Fahrer einbeziehen und nicht nur transportieren sollte.
Unterm Strich gibt Cadillac mit dem Produktionsende des CT4 die unterste Stufe seiner Limousinenpalette auf, hält den größeren CT5 am Leben und beschleunigt den Kurswechsel in jene Marktsegmente, in denen Wachstum und Profit derzeit stärker erscheinen. Für Käufer verschwindet damit ein vergleichsweise erschwinglicher Cadillac mit Hinterradantrieb aus dem Angebot. Für die Marke ist es ein bewusster Schritt, die Komplexität zu reduzieren und die Segmente zu stärken, die mehr Ertrag versprechen.
Völlig logisch also. Was oft auch bedeutet, dass etwas Interessantes verschwindet.