Maserati at Bruxelles Motor Show
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BYD hat Interesse an Maserati, doch Stellantis will die italienische Luxusmarke nicht abgeben

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 05.06.2026

<p>Maserati ist verlockend, steht offiziell aber nicht zum Verkauf.</p><p>Automotive News schreibt, BYD ziehe den Kauf von Maserati als eine mögliche strategische Entwicklungsoption in Betracht. Derselbe Bericht betont jedoch, dass es dafür keine offizielle Bestätigung gebe, während Maserati selbst darauf verweist, dass die Marke nicht verkauft werden soll.</p><p>Diese Unterscheidung ist wichtig. BYDs Interesse an europäischen Luxuswerten bedeutet nicht automatisch ein Übernahmeangebot. Nach Angaben chinesischer Medien wies BYD Spekulationen über einen Maserati-Kauf am 21. Mai als falsch und bloßes Gerücht zurück. Zugleich bestätigte das Unternehmen Gespräche mit Stellantis und anderen europäischen Herstellern über die Übernahme ungenutzter oder unterausgelasteter Werke.</p><p>BYD braucht in Europa mehr als nur Verkaufsräume.</p><p>Der Hintergrund ist aus Sicht des Geschäfts leicht nachvollziehbar. Laut Reuters sucht der weltweit größte Anbieter von Elektroautos Produktionskapazitäten in Europa und spricht unter anderem mit Stellantis über unterausgelastete Werke. Ein solcher Schritt würde BYD helfen, seine lokale Präsenz auszubauen, während das schnelle Wachstum chinesischer Hersteller in Europa politische Spannungen und Zollkonflikte mit der EU verschärft hat.</p><p>Maserati würde BYD etwas geben, was keine neue Untermarke schnell aufbauen kann: ein Jahrhundert Geschichte, europäische Herkunft und emotionales Kapital im Luxussegment. BYD verfügt über Technologie und Größe, doch ein echtes Premium-Image entsteht nicht allein durch Batterie-Know-how, Preise oder schnelles Laden.</p><p>Die Schwäche von Maserati befeuert die Gerüchte.</p><p>Das Problem bei Maserati ist messbar, nicht nur ein Reputationsschaden. Laut dem Halbjahresbericht von Stellantis sanken die Auslieferungen von Maserati in den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 auf 4.200 Fahrzeuge, nach 6.500 im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz fiel im gleichen Zeitraum von 631 Millionen Euro auf 369 Millionen Euro, während sich die Verluste von 82 Millionen Euro auf 139 Millionen Euro erhöhten.</p><p>Reuters berichtete zuvor, Maserati habe 2024 11.300 Autos verkauft, nach 26.600 im Jahr davor, und dabei einen Verlust von 260 Millionen Euro geschrieben. Dieselbe Quelle wies darauf hin, dass die geplante Elektroversion des MC20 wegen schwacher Nachfrage gestrichen wurde.</p><p>Deshalb halten sich Übernahmespekulationen hartnäckig, auch wenn die Unternehmen sie dementieren. Eine verlustreiche Luxusmarke, ein großer Mutterkonzern und ein chinesischer Hersteller mit europäischen Ambitionen ergeben eine naheliegende Geschichte. Ein Deal ist das aber noch lange nicht.</p><p>Stellantis sendet das Gegenteil eines Verkaufsignals.</p><p>Stellantis signalisiert derzeit nicht, dass Maserati abgeschrieben werden soll. In seiner neuen Strategie FaSTLAne 2030 sagt der Konzern, er wolle die Zukunft von Maserati als reine Luxusmarke stärken. Zwei neue Modelle des E-Segments sind geplant, und ein detaillierterer Fahrplan soll im Dezember 2026 vorliegen.</p><p>Der größere Konzern braucht dennoch eine strikte Kapitaldisziplin. Stellantis meldete für 2025 einen Umsatz von 153,5 Milliarden Euro, ein Minus von 2 Prozent im Jahresvergleich, sowie einen Nettverlust von 22,3 Milliarden Euro. Den Verlust führte das Unternehmen vor allem auf Sondereffekte in Höhe von 25,4 Milliarden Euro zurück, die durch eine strategische Neubewertung entstanden sind.</p><p>Wahrscheinlicher ist Kooperation statt Verkauf.</p><p>Nach aktuellem Stand wirkt eine Zusammenarbeit bei Produktion, Plattformen oder Elektrotechnik kurzfristig plausibler als ein direkter Verkauf von Maserati an BYD. Stellantis hat bereits gezeigt, dass es zu pragmatischen Vereinbarungen mit chinesischen Herstellern bereit ist, etwa mit Leapmotor in Europa und Dongfeng in China.</p><p>Das Fazit fällt knapp aus, ist aber klar. BYD prüft aktiv Vermögenswerte und Produktionskapazitäten in Europa. Die Schwäche von Maserati macht die Marke anfällig für Spekulationen, doch ein offizieller Verkaufsprozess wurde nicht bestätigt. Sollte es Stellantis nicht gelingen, den neuen Geschäftsplan für Maserati rasch glaubwürdig zu machen, werden die Übernahmegerüchte zurückkehren. Nicht unbedingt, weil ein Deal kurz bevorsteht, sondern weil der Markt in Maserati einen Wert sieht, den der derzeitige Eigentümer bisher nicht in Geld umwandeln konnte.</p>