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BMW ruft weltweit 575.000 Fahrzeuge zurück

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 12.02.2026

Eine interne Untersuchung bei BMW hat einen schwerwiegenden Defekt aufgedeckt, der im Extremfall einen Brand im Motorraum auslösen kann. Das Problem ist so gravierend, dass der Münchner Hersteller seine Kunden ausdrücklich warnt, ihre Fahrzeuge nicht unbeaufsichtigt mit laufendem Motor stehen zu lassen, bis die Reparatur erfolgt ist.

Der Mangel betrifft eine breite Palette beliebter BMW-Modelle, die zwischen Juli 2020 und Juli 2022 gebaut wurden. Der Rückruf beschränkt sich keineswegs auf Europa, sondern umfasst weltweit rund 575.000 Fahrzeuge.

Betroffen sind Limousinen und Coupés der 2er-, 3er-, 4er-, 5er- und 7er-Reihe. Auch die SUV-Modelle X3, X4, X5, X6 und X7 stehen auf der Liste. Sogar Sportwagen wie der BMW Z4 und der technisch eng verwandte Toyota GR Supra, der auf derselben Plattform basiert, sind betroffen.

Mit anderen Worten: Hier handelt es sich nicht um ein Randproblem bei einem Exoten, sondern um einen Fehler, der das Herzstück der globalen BMW-Modellpalette trifft.

Die Ursache ist ein technischer Defekt am Magnetschalter des Anlassers, besser bekannt als Anlasserrelais. Nach zahlreichen Startvorgängen kann es zu mechanischem Verschleiß kommen. Metallabrieb sammelt sich im Bauteil, was zu einem Kurzschluss und zur Überhitzung des Anlassers führen kann.

Das Risiko steigt, wenn das Fahrzeug nicht beim ersten Versuch anspringt und der Fahrer wiederholt startet. Jeder weitere Versuch belastet das ohnehin geschwächte Relais zusätzlich und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Überhitzung – im Extremfall kann es beim Starten oder kurz nach Fahrtbeginn zu einem Brand kommen.

Ein kleines Bauteil, das große Folgen haben kann.

BMW wird alle betroffenen Halter direkt kontaktieren. Vertragswerkstätten übernehmen die Reparatur kostenlos, prüfen und tauschen den Anlasser aus und kontrollieren bei Bedarf auch die Batterie.

Wer ungewöhnliche Geräusche beim Start bemerkt oder ein Fahrzeug aus dem genannten Bauzeitraum fährt, sollte umgehend einen Termin beim Händler vereinbaren. Bis zur Überprüfung rät BMW, auf Fernstartfunktionen zu verzichten und das Auto nicht unbeaufsichtigt im Leerlauf laufen zu lassen.

Der Rückruf reiht sich ein in eine Serie von Qualitätsproblemen, die bereits 2025 zu mehreren groß angelegten Rückrufaktionen führten und das Vertrauen in die deutsche Ingenieurskunst erschütterten. Die aktuelle Panne bestätigt einmal mehr: Selbst bei Premiumherstellern sind es oft die unscheinbaren Bauteile, die für die größten Kopfschmerzen sorgen.