BMW M3 Touring 24H
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Aus einem Aprilscherz wird ein Rennauto: BMW M3 Touring GT startet beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 18.03.2026

Der BMW M3 Touring GT begann als Aprilscherz, den BMW M Motorsport am 1. April 2025 mit Bildern eines angeblichen Rennkombis in sozialen Medien veröffentlichte. Die Reaktionen fielen so heftig aus, dass die Ingenieure das Projekt tatsächlich umsetzten. BMW hat nun bestätigt: Der fertige BMW M3 Touring 24H steht beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2026 am Start, das vom 14. bis 17. Mai läuft.

Der Aprilscherz, der nicht verschwinden wollte

BMW zufolge erreichte der ursprüngliche Beitrag mehr als eine Million Nutzer und sammelte über 1,6 Millionen Aufrufe. Der Erfolg blieb nicht bei digitalem Applaus. Im Sommer 2025 wurde aus der Idee ein offizielles Projekt, und innerhalb von nur acht Monaten stand ein reales Auto bereit. Vor dem Hauptrennen tritt der BMW M3 Touring 24H zudem zur Vorbereitung in der zweiten Runde der Nürburgring Langstrecken Serie sowie beim Nürburgring Qualifying an. Er wird also nicht allein auf Basis von Beifall ins Rennen geschickt.

Technik direkt aus dem BMW M4 GT3 EVO

Das Spannendste an diesem Projekt steckt unter der Karosserie. BMW hat das komplette Technikpaket des M4 GT3 EVO in die Serienhülle des M3 Touring integriert. Heraus kommt ein Kombi, der 200 Millimeter länger ist als der GT3-Spender und mit montiertem Heckflügel 32 Millimeter höher baut. Die technischen Eckdaten bleiben weitgehend gleich. Unter der Haube arbeitet ein 3,0-Liter-Reihensechszylinder mit bis zu 434 kW, also 590 hp. Die Kraft gelangt über ein sequentielles Xtrac-Sechsgang-Getriebe auf die Strecke, die Reifen liefert Yokohama. Selbst die Lackierung für die Vorbereitungseinsätze spielt auf die Entstehungsgeschichte an: Ausgewählte Kommentare aus dem ursprünglichen Aprilscherz-Post sind über die Karosserie gedruckt.

Schubert Motorsport bringt ihn an den Start

BMW hat das M3 Touring 24H-Programm an Schubert Motorsport übergeben. Die Werksfahrer Jens Klingmann, Ugo de Wilde, Connor De Phillippi und Neil Verhagen teilen sich das Cockpit. Das Auto tritt in der Klasse SPX an. Damit kämpft es nicht in derselben Wertung um den Gesamtsieg gegen die BMW M4 GT3 EVO-Einsätze. Anders gesagt: Es ist nicht nur ein Marketing-Spielzeug, aber dieser Kombi greift derzeit auch nicht nach den ganz großen Ehren.

Die Geschichte des BMW M3 Touring GT passt in eine Zeit, in der Hersteller Aufmerksamkeit, Zustimmung aus der Community und technische Glaubwürdigkeit gleichzeitig suchen. Meist führt Fan-Druck höchstens zu einer schicken Visualisierung oder einer limitierten Baseballkappe. BMW hat diesmal den teureren Weg gewählt und einen Social-Media-Witz in ein echtes Rennprojekt verwandelt. Das wirkt wie ein kalkuliertes Spektakel, aber zumindest eines mit Substanz, denn unter der Kombi-Karosserie steckt echte GT3-Hardware und nicht nur eine gut ausgeleuchtete Fantasie.