Audi RS 5
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BMW M3 gegen Audi RS 5: Reine Lehre oder Plug-in-Power?

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 20.02.2026

Mit dem neuen Audi RS 5 verschieben sich die Kräfteverhältnisse unter den deutschen Performance-Limousinen. Die Rivalität mit dem BMW M3 dreht sich längst nicht mehr nur um PS-Zahlen. Es ist ein Kampf der Ideologien geworden.

BMW bleibt der reinen Verbrenner-Lehre treu, während Audi auf Plug-in-Hybrid-Power setzt. Hier stehen Fahrgefühl und Rückmeldung gegen Drehmoment und Software.

Antriebe: 530 PS gegen 639 PS

Der M3 Competition setzt weiterhin auf den S58-Reihensechszylinder mit 3,0 Litern Hubraum und Biturbo-Aufladung. Im Facelift für 2026 leistet er 390 kW, also 530 PS. Der Motor liefert seine Kraft mit der bekannten linearen Vehemenz und dreht sauber bis zum roten Bereich – genau das, was den Mythos des M-Logos begründet hat.

Audi geht einen anderen Weg. Der 2,9-Liter-V6 arbeitet im RS 5 mit einem Elektromotor im Plug-in-Hybrid-Verbund. Zusammen ergibt das 470 kW oder 639 PS. Das maximale Drehmoment liegt bei satten 825 Nm, während der BMW auf 650 Nm kommt.

Auf dem Papier gewinnt Audi klar. In der Realität spielt die Physik mit. Der RS 5 schleppt eine 25,9-kWh-Batterie mit und bringt fast 2,4 Tonnen auf die Waage. Der M3 ist deutlich leichter. Auf der Straße und im dynamischen Test zählt dieser Gewichtsunterschied mindestens so sehr wie die Mehrleistung.

Fahrverhalten: Rückmeldung gegen rohe Gewalt

Der M3 bleibt fahrerorientiert. Das xDrive-Allradsystem bevorzugt die Hinterachse und bietet einen reinen Hinterradantrieb für Puristen. Die leichtere Front sorgt für präziseres Einlenken und bessere Rückmeldung. Auf der Rennstrecke wirkt der M3 wach und variabel.

Audi kontert mit Technik. Das Dynamic Torque Control verteilt das Drehmoment in Millisekunden über die Hinterachse. Das System drückt den RS 5 aktiv in die Kurve, kaschiert das Gewicht und hält das Auto auch bei forscher Gaspedalstellung stabil.

Wenn der BMW das Skalpell für die Ideallinie ist, dann ist der Audi der Highspeed-Gran-Turismo mit unerschütterlicher Traktion. Bei schlechtem Wetter dürfte der elektrifizierte Allradantrieb des RS 5 mehr Vertrauen schaffen.

Innenraum: Zwei Philosophien

Beide setzen auf digitale Bedienung, aber mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

BMW stattet den M3 mit dem Curved Display und iDrive 8.5 aus. Das Cockpit ist klar auf den Fahrer ausgerichtet. Über M-Tasten am Lenkrad lassen sich Motorcharakteristik, Fahrwerk und Bremsgefühl direkt anpassen. Alles bleibt auf Performance getrimmt.

Audi macht den RS 5 zum rollenden Kommandozentrum. Drei Bildschirme dominieren das Armaturenbrett: 11,9 Zoll für den Fahrer, 14,5 Zoll zentral und ein separates Display für den Beifahrer – für Navigation, Telemetrie oder Entertainment. Google-basierte Software liefert Echtzeitdienste und Cloud-Navigation.

BMW konzentriert sich auf das Fahren. Audi setzt auf digitale Immersion.

Elektrische Reichweite und Alltag

Der RS 5 fährt bis zu 80 Kilometer rein elektrisch. In der Stadt gleitet er nahezu lautlos, bis der V6 eingreift. Für Käufer, die Performance und niedrige Normemissionen wollen, ist diese Dualität reizvoll.

Der M3 bietet keinen elektrischen Puffer. Er bleibt beim Benziner und spart sich dafür das Batteriegewicht und die Komplexität.

Wer gewinnt?

Die Antwort hängt von den eigenen Werten ab, nicht von Zahlen.

Der BMW M3 wirkt wie einer der letzten seiner Art. Er belohnt Aufmerksamkeit, lebt von Rückmeldung und feiert den Charakter des Reihensechsers. Er ist leichter, schärfer und emotionaler.

Der Audi RS 5 steht für die Zukunft: Auf dem Papier schneller, im Alltag vielseitiger und mit rein elektrischem Pendelmodus. Er kombiniert brutale Beschleunigung mit digitaler Raffinesse. Doch das Gewicht nimmt ihm etwas von der Unmittelbarkeit, die klassische Sportlimousinen ausmacht.

Puristen zieht es nach München. Technikfans nach Ingolstadt. Spannend bleibt, dass beide Ansätze noch nebeneinander existieren – vorerst.