BMW M2
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BMW M2 bekommt erstmals Allrad und wird zum 3,7-Sekunden-M für jeden Tag

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 03.06.2026

BMW M erweitert die M2-Baureihe erstmals um den Allradantrieb M xDrive. Das kompakte M-Coupé behält seinen 353-kW-Reihensechszylinder, legt bei der Traktion mit 600 Nm nach und sprintet in 3,7 Sekunden auf 100 km/h. Das manuelle Getriebe bleibt weiter dem Hecktriebler vorbehalten.

Der M2 rüttelt an seinem Grundrezept, ohne seinen heckgetriebenen Charakter aufzugeben.

Erstmals bekommt der BMW M2 den Allradantrieb M xDrive. Für dieses Modell ist das ein großer Schritt. Bislang stand der M2 wie kaum ein anderer für die reinste BMW-M-Lehre: kompaktes Coupé, Reihensechszylinder, Hinterradantrieb und auf Wunsch ein Handschalter. Der neue M2 xDrive ersetzt diese Formel nicht. Er ergänzt sie um die schnellere und im Alltag über vier Jahreszeiten hinweg besser nutzbare Variante.

Technisch bleibt vieles vertraut. Der 3,0-Liter-Turboreihensechszylinder leistet 353 kW und 600 Nm, die Kraft geht über eine 8-Gang-M-Steptronic an die Räder. Das manuelle Getriebe bleibt dem heckgetriebenen M2 vorbehalten. Dort ist das Drehmoment auf 550 Nm begrenzt, der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert 4,2 Sekunden. Der heckgetriebene M2 mit Automatik kommt ebenfalls auf 600 Nm und erreicht 100 km/h in 4,0 Sekunden.

Der Allradantrieb ist hier kein Sicherheitsnetz, sondern ein Werkzeug für mehr Tempo.

M xDrive arbeitet mit klarer Heckbetonung. Im Normalfall schickt das System die Kraft an die Hinterräder und bindet die Vorderachse erst ein, wenn hinten nicht mehr das volle Drehmoment auf die Straße gebracht werden kann. Das Active M Differential und die M-spezifisch abgestimmte Traktionsregelung verteilen die Antriebskraft zwischen den Hinterrädern so, dass die für den M2 typische Bereitschaft zum Eindrehen erhalten bleibt. Im M-Setup-Menü kann der Fahrer außerdem den 2WD-Modus wählen. Dann wird die Vorderachse entkoppelt und die Stabilitätsregelung abgeschaltet.

Das zeigt sich direkt in den Fahrleistungen. Der BMW M2 xDrive beschleunigt in 3,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h, in 12,8 Sekunden von 0 auf 200 km/h und in 3,7 Sekunden von 80 auf 120 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 250 km/h begrenzt, mit dem M Driver’s Package steigt sie auf 285 km/h.

Die spannendste Motor-Neuerung ist allerdings nicht der Allradantrieb, sondern BMW M Ignite.

Dahinter steckt eine Zündanlage mit Vorkammerzündung, die BMW ab Mitte dieses Jahres bei seinen M-Reihensechszylindern einführt. Die Lösung stammt aus dem Motorsport. BMW sagt, sie senke den Kraftstoffverbrauch unter hoher Last und helfe zugleich, die Anforderungen der EU7-Norm zu erfüllen.

Gerade in Europa ist das relevant. Der offizielle WLTP-Verbrauch des M2 xDrive liegt bei 10,4 bis 10,3 l/100 km, die CO2-Emissionen bei 235 bis 233 g/km. Damit landet der Wagen weiterhin in Klasse G. Steuerlich ist das kein leichtes Auto. Auf Trackdays und schnellen Autobahn-Etappen könnte der geringere Verbrauch unter hoher Last aber einen echten Vorteil bringen: längere Stints mit derselben Tankfüllung und weniger thermische Belastung.

Der M2 xDrive schiebt sich damit spürbar in Richtung M4-Territorium.

Er ist jetzt der kleinere und günstigere Einstieg in BMW Ms allradgetriebene Sechszylinder-Welt. Ein Vergleich mit dem M4 Competition xDrive zeigt, wie nah das kompakte Modell inzwischen herangerückt ist: Der M4 bietet 390 kW und 650 Nm und sprintet in 3,5 Sekunden auf 100 km/h. Der M2 xDrive liegt nur 0,2 Sekunden dahinter.

In derselben kompakten Performance-Klasse tritt auch der Audi RS 3 an. Er leistet 294 kW und 500 Nm und erreicht 100 km/h in 3,8 Sekunden. Der M2 xDrive schlägt ihn bei Leistung und Beschleunigung, auch wenn der Audi mit der praktischeren Karosserie und dem eigenständigen Charakter seines Fünfzylinders weiter eigene Trümpfe ausspielt.

Seine globale Rolle reicht über eine weitere Variante deutlich hinaus.

BMW sagt, der M2 sei 2025 das meistverkaufte Hochleistungsmodell der Marke gewesen. Das erklärt, warum BMW das manuelle Hecktriebler-Modell nicht aus dem Programm nimmt, sondern die Baureihe stattdessen verbreitert. Der M2 muss jetzt zwei Gruppen gleichzeitig ansprechen: den Puristen, der die mechanische Verbindung sucht, und den Käufer, der denselben Motor mit besserem Launch, mehr Wintertauglichkeit und größerer Grip-Reserve will.

Die Produktion des M2 xDrive startet im August 2026 im BMW-Werk San Luis Potosí in Mexiko. Als wichtigste Märkte nennt BMW die USA, Deutschland und China. Dieses Trio erklärt die Strategie des Modells ziemlich klar: In Amerika zählen Beschleunigung und Preis, in Deutschland die Autobahn und die gewachsene M-Kultur, in China das Premium-Emblem, Neuheitswert und technologischer Status.

Zur Technik im Überblick: Der BMW M2 xDrive nutzt einen 3,0-Liter-Turboreihensechszylinder mit 353 kW und 600 Nm.

Der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert 3,7 Sekunden, von 0 auf 200 km/h 12,8 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h, mit M Driver’s Package bei 285 km/h.

M xDrive arbeitet mit heckbetonter Auslegung und erlaubt einen 2WD-Modus bei abgeschalteter Stabilitätsregelung.

Das manuelle Getriebe bleibt exklusiv dem heckgetriebenen M2 vorbehalten, während xDrive nur mit der 8-Gang-M-Steptronic kombiniert wird.

Der WLTP-Verbrauch liegt bei 10,4 bis 10,3 l/100 km, die CO2-Emissionen bei 235 bis 233 g/km.