BMW i3
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Neuer BMW i3: Freude per Supercomputer?

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 07.03.2026

BMW jagt seine neue Elektro-Limousine i3 durch arktische Bedingungen im Norden Schwedens. Der Stromer trägt die DNA des 3er und ist ein Schlüsselmodell der Elektro-Strategie Neue Klasse. In den Unterlagen ist von einem „Heart of Joy“-Supercomputer und einem Quantensprung bei der Fahrdynamik die Rede. Ob das mehr ist als ein digitales Schlagwort, zeigt sich erst, wenn das Auto bei Kunden ankommt.

Rund um Arjeplog, auf zugefrorenen Seen und schneebedeckten Teststrecken, drehen BMW-Ingenieure mit frühen Prototypen des Neue-Klasse-basierten i3 ihre letzten Winterrunden. Das ist kein Fototermin, sondern Pflichtprogramm. Der Serienstart ist für die zweite Hälfte 2026 avisiert.

Kältetests in Nordschweden gehören bei BMW seit Jahren zur Entwicklungsroutine. Eis und festgefahrener Schnee liefern genau die Reibwerte, bei denen sich das Zusammenspiel aus Traktionskontrolle, Stabilitätsprogrammen und Fahrwerksabstimmung gnadenlos offenlegt. Gerade Software-Schwächen tauchen dort schnell auf. Wenn ein Auto auf Eis sauber beschleunigt und berechenbar einlenkt, sind die elektronischen Systeme in der Regel reif für den Alltag.

Im Zentrum der aktuellen Erzählung steht ein neues Steuerhirn, das BMW „Heart of Joy“ nennt. Hinter dem Marketingbegriff steckt ein zentraler Rechner, der Antrieb, Bremsen, Lenkung und Rekuperation koordiniert. BMW verspricht Reaktionen, die bis zu zehnmal schneller ausfallen als bei bisherigen Lösungen.

Der praktische Effekt: Die Drehmomentverteilung der E-Motoren soll feiner dosierbar werden. Traktionskontrolle soll sich stärker über die Motoren selbst regeln, statt über Bremseingriffe. Das ist kein exklusiver Trick aus München, sondern ein Trend in der Branche, weil er Effizienz und Fahrkomfort verbessert. Weniger Bremsen, mehr sauberes Regeln, so lautet die Logik.

Unter der Karosserie arbeitet Neue-Klasse-Technik, also eine komplett neue Elektro-Architektur. Dazu gehören ein 800-Volt-Bordnetz und die sechste Generation von BMWs eDrive-Antriebstechnik. Als erste Variante gilt der i3 50 xDrive mit Allrad.

Zu den vorläufigen Eckdaten zählen 345 kW beziehungsweise 469 PS, 645 Nm Drehmoment und eine maximale Ladeleistung von bis zu 400 kW. Interessant ist auch die Motoren-Mischung: Hinten sitzt ein fremderregter Synchronmotor, vorn ein Asynchronmotor. BMW argumentiert, diese Kombination steigere die Effizienz und ermögliche eine präzisere Drehmomentsteuerung.

Natürlich spricht BMW vom vertrauten 3er-Charakter: präzise Lenkung, ausgewogenes Handling, Langstreckenkomfort. Das klingt gut und ist gleichzeitig die härteste Disziplin für eine Elektro-Limousine. Große Batterien bringen Gewicht, und Gewicht lässt sich nicht wegprogrammieren. Genau deshalb findet der finale Feinschliff auf Schnee und Eis statt. Dort zählen keine Versprechen, dort zählt Physik.

Das Design will BMW am 18. März 2026 enthüllen. In der Neue-Klasse-Familie wird die Limousine das zweite Modell nach dem Elektro-SUV BMW iX3. Bleibt der Zeitplan stabil, läuft die Produktion in der zweiten Hälfte 2026 an. Das Urteil über den angekündigten elektrischen Fahrspaß fällt dann nicht in Arjeplog, sondern kurz darauf auf echten Straßen.