BMW 7 Series
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BMW 7er Facelift bringt Neue-Klasse-Technik in die Luxusklasse

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 01.05.2026

BMW hat den überarbeiteten 7er und i7 vor der Automesse in Peking vorgestellt, die Produktion im Werk Dingolfing soll im Juli anlaufen. Es geht dabei um deutlich mehr als die übliche Modellpflege: Als erstes Luxusmodell der Marke erhält der 7er die digitale Architektur der Neuen Klasse, eine neue Benutzeroberfläche und einen wesentlich tiefgreifender überarbeiteten Innenraum.

Beim Exterieur hielt BMW die Änderungen bewusst zurück. Ingenieure und Designer überarbeiteten die Lichtsignatur, formten den Gesamteindruck über die Stoßfänger neu und schufen mit M Sport, M Sport Pro und BMW Individual mehr Spielraum für die Personalisierung. Die zweifarbige Dual-Finish-Lackierung beansprucht im Werk mehr als 75 Stunden. Das zeigt, wo BMW den Wert dieses Autos inzwischen sieht. Verkauft werden Handwerkskunst und Exklusivität mindestens ebenso stark wie nackte technische Kennzahlen.

Die größte Veränderung betrifft den Innenraum. Das neue Panoramic iDrive verteilt Informationen über die gesamte Breite der Windschutzscheibe. Hinzu kommen ein 17,9 Zoll großer Zentralbildschirm und ein 14,6 Zoll großer Beifahrerbildschirm, den BMW nun als Serienausstattung bezeichnet. Im Fond bleibt der 31,3 Zoll große BMW Theatre Screen mit 8K-Auflösung an Bord, erhält jetzt aber Zoom-Videotelefonie, Touch-Bedienung über die gesamte Displayfläche, mehr Apps und Unterstützung für Spiele. Damit entfernt sich der 7er weiter vom klassischen Bild der fahrerorientierten Limousine und rückt näher an ein rollendes Luxusbüro mit Medienlounge.

BMW hält das Antriebsprogramm breit, auch wenn es nicht in jedem Markt identisch ausfällt. Offizielle Informationen für die USA bestätigen den 740 und den 740 xDrive mit 400 PS starkem Reihensechszylinder, den i7 50 xDrive mit 455 PS und den i7 60 xDrive mit 544 PS. Hinzu kommt der Plug-in-Hybrid 750e xDrive, dessen Produktion im vierten Quartal 2026 anlaufen soll und der auf eine Systemleistung von 483 PS kommt.

Europäische technische Datenblätter ergänzen die Palette um mindestens zwei weitere Varianten: den 740d xDrive mit 313 PS und den i7 M70 xDrive mit 680 PS. Die Botschaft ist ziemlich klar: BMW hält sein Flaggschiff bewusst mit mehreren Antriebsarten im Programm und senkt damit das Risiko im Übergang zu neuen Antriebskonzepten, während sich die Nachfrage im Luxussegment regional sehr unterschiedlich entwickelt.

Strategisch ist das Modell wichtig, weil es eine Brückenfunktion übernimmt. BMW führt Software und Elektronik der Neuen Klasse zuerst im 7er ein, nicht in einem Volumenmodell. Nach Angaben des Unternehmens steigert die neue elektrische und elektronische Plattform die Rechenleistung um das Zwanzigfache und senkt das Gewicht der Verkabelung um rund 30 Prozent.

Das folgt einem bekannten Muster im Premiumsegment, nur aktualisiert für das Software-Zeitalter. BMW bringt seine Technik der nächsten Generation zunächst in einem margenstarken Flaggschiff in kontrollierten Stückzahlen auf den Markt, erzielt die ersten Erträge bei den am wenigsten preissensiblen Käufern und glättet das System vor dem breiteren Rollout.

Auch der Auftritt in Peking war kein Zufall. Reuters berichtete, dass BMW seine Verkäufe in China im Jahr 2026 stabilisieren will, nachdem sie 2025 um 12,5 Prozent gesunken waren. Zugleich sieht der Konzern die Neue Klasse als Grundlage für die Erneuerung des breiteren Portfolios, während der Wettbewerb in China technologisch aggressiver wird. Vor diesem Hintergrund wirkt das Update des 7ers weniger wie die routinemäßige Auffrischung einer europäischen Luxuslimousine als vielmehr wie ein gezielt gesetztes Signal an Premiumkunden in China: BMW will zeigen, dass sein Flaggschiff digital nicht hinter lokale, technologiegetriebene Rivalen zurückfällt.

Preise für den überarbeiteten 7er hat BMW bislang nicht veröffentlicht. Deutsche Modellinformationen bestätigen, dass die Bestellfreigabe für den neuen 740 xDrive und den i7 60 xDrive am 28. Mai startet. Der 750e xDrive, der 740d xDrive und der M760e xDrive folgen am 30. September. Auf den offiziellen Seiten zum überarbeiteten Modell fehlen Preise bislang jedoch noch.

Der beste Orientierungspunkt ist deshalb vorerst die aktuelle deutsche Preisliste für den 7er. Dort startet der i7 eDrive50 bei 115.900 Euro, der i7 xDrive60 bei 140.100 Euro, der i7 M70 xDrive bei 182.400 Euro, der 750e xDrive bei 128.100 Euro, der M760e xDrive bei 149.700 Euro und der 740d xDrive bei 119.900 Euro.

Der aufgefrischte 7er versucht nicht, laut aufzutreten. Er macht etwas Nützlicheres: Er zeigt leise, wie BMW sein traditionsreichstes Luxusauto zu einem modernen Software-Produkt machen will, ohne zu vergessen, dass Käufer in dieser Klasse weiterhin Leder, Ruhe und genau die richtige Portion Inszenierung erwarten.