Bentley Flying Spur
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Bentley verabschiedet sich beim Flying Spur von den Doppelscheinwerfern und bringt den S mit 500 kW Hybridleistung zurück

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 03.06.2026

Bentley verpasst dem Flying Spur ein markant neues Gesicht. Erstmals seit 1962 verschwindet die Vier-Augen-Lichtsignatur, gleichzeitig kehrt der sportlichere S mit Plug-in-Hybrid-V8 und 500 kW sowie 930 Nm zurück.

Ein Gesicht, das 64 Jahre Bestand hatte, verändert sich.

Bentley hat den neuen Flying Spur vorgestellt, und die größte optische Änderung sitzt direkt an der Front. Die Limousine verabschiedet sich von den doppelten Rundscheinwerfern und setzt nun auf je eine große Leuchteinheit pro Seite. Bentley ordnet die neue Front in die Formensprache des Continental GT der vierten Generation ein und spricht von der ersten Bentley-Limousine mit Einzelscheinwerfern seit 1962.

Das ist keine kleine Retusche. Über Jahrzehnte trug der Flying Spur den vertrauten Vier-Augen-Look der luxuriösen Bentley-Limousinen, ein Gesicht, das ihn klar von Mercedes-Maybach S-Klasse, Rolls-Royce Ghost und Porsche Panamera abhob. Die neue Lösung lässt das Auto flacher und moderner wirken, nimmt ihm aber auch ein Stück jener alten, aristokratischen Eigenwilligkeit.

Auch Kühlergrill, Stoßfänger, vordere Kotflügel und Heckpartie hat Bentley überarbeitet. Der Kühlergrill geht nun stärker in den vorderen Stoßfänger über, die Luftauslässe in den vorderen Kotflügeln entfallen und die Modellschriftzüge wandern hinter das Vorderrad. Am Heck bekommt der Flying Spur einen neuen Kofferraumdeckel, eine frische Lichtgrafik und eine in Wagenfarbe lackierte Einfassung des Kennzeichens. Azure und S lassen sich außerdem mit neuen Radoberflächen für Räder mit rund 56 cm Durchmesser konfigurieren.

Bentley kann es sich nicht leisten, seine viertürige Flaggschiff-Limousine in einer Zeit zu konservativ auftreten zu lassen, in der Käufer im Luxussegment zunehmend zu Plug-in-Hybriden und Elektroautos greifen. Das neue Gesicht positioniert den Flying Spur frischer in einer Klasse, in der Technik inzwischen fast ebenso stark verkauft wie Leder und Holz.

Die fahrerorientierteste Nachricht betrifft den Flying Spur S. Bentley gibt ihm den High Performance Hybrid, der einen 4,0-Liter-Twin-Turbo-V8 mit einem Elektromotor kombiniert. Das System leistet 500 kW und 930 Nm, fast 96 kW mehr als der frühere Flying Spur S ohne Hybridantrieb. Der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert 3,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei rund 307 km/h.

Beim S geht es nicht nur um Leistung. Bentley ergänzt das Paket um das Performance Active Chassis. Dazu gehören ein aktiver Allradantrieb, Zweiventil-Dämpfer, eine Momentenverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse, das aktive 48-Volt-Wankstabilisierungssystem Bentley Dynamic Ride und ein elektronisch geregeltes Hinterachsdifferenzial. Letzteres kommt im Flying Spur S zum ersten Mal zum Einsatz.

Wenn der S die sportliche Mitte besetzt, bleibt der Flying Spur Speed das technische Flaggschiff. Bentleys Ultra Performance Hybrid kombiniert einen 441-kW-V8 mit einem 140-kW-Elektromotor und kommt so auf 575 kW und 1000 Nm. Der Spurt von 0 auf 100 km/h gelingt in 3,5 Sekunden. Rein elektrisch fährt der Speed bis zu 76 km weit, die Gesamtreichweite beträgt 829 km und die 25,9-kWh-Batterie lädt an einem 11-kW-Lader in rund 2 Stunden und 45 Minuten.

Damit wird der Flying Spur für Bentley zu einem enorm wichtigen Übergangsmodell. Die W12-Ära ist vorbei, doch der neue V8-Plug-in-Hybrid liefert mehr Leistung, mehr spontan anliegendes Drehmoment und einen leisen Elektromodus für die Stadt. Bentley zufolge sinken die CO2-Emissionen des Speed im Vergleich zum bisherigen Flying Spur Speed um 90 Prozent.

Die Konkurrenz drückt von beiden Seiten. Der Mercedes-AMG S 63 E Performance spielt das aggressivere Zahlenblatt aus, mit 590 kW, bis zu 1430 Nm und 3,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der Porsche Panamera Turbo E-Hybrid legt den Schwerpunkt stärker auf Handling und Tempo, mit 500 kW, 3,2 Sekunden auf 100 km/h und bis zu 315 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Der Flying Spur gewinnt nicht jede Zeile im Datenblatt. Seine Stärke liegt anderswo. Er verbindet das Tempo einer Superlimousine mit großer elektrischer Reichweite im Stadtverkehr und Handwerkskunst aus Crewe. Wenn der Panamera den Fahrer über die Lenkung anspricht und der AMG über pure Wucht, muss der Bentley sowohl den Menschen am Steuer als auch den Besitzer auf der Rückbank überzeugen.

Im Innenraum spielen Handwerkskunst und Audio eine noch größere Rolle. Der neue Flying Spur bietet fünf verschiedene Sitzdesigns, für die pro Satz jeweils rund 12 Stunden Handarbeit nötig sind. Die Mulliner Virtuoso Collection ergänzt drei Themenwelten namens Soprano, Tenor und Bass, jeweils mit Details in Champagne Gold. Die teuerste Verlockung ist das Naim for Mulliner Soundsystem, dessen 21 Lautsprecher Technik nutzen, die von Focals Grand-Utopia-Heimlautsprechern abgeleitet ist. Im Batur kostete dieses System zuvor 25.000 Pfund, etwa 28.945 Euro.

Bentleys übergeordnete Botschaft ist klar. Der Flying Spur muss ein Auto bleiben, das Kunden aus mehr Gründen als nur wegen seiner Beschleunigung wählen. Die Farbpalette umfasst mehr als 100 Töne, im Innenraum stehen mehr als 700 Lederkombinationen zur Verfügung und Mulliner treibt den Spielraum für Individualisierung beinahe so weit, wie es Geduld und Budget des Kunden erlauben.

Der Flying Spur nimmt im Bentley-Programm eine besondere Rolle ein. Der Bentayga bringt Volumen, der Continental GT steht für Emotion, der Flying Spur muss beides verbinden: Luxuslimousine, Fahrerauto und Hybridtechnologie. Genau das erklärt, warum Bentley es gewagt hat, sein prägnantestes Gestaltungselement zu verändern. Die Marke muss zeigen, dass Tradition nicht Stillstand bedeutet.

Die Produktion startet im September in Crewe, die ersten Fahrzeuge sollen Kunden zu Beginn des vierten Quartals 2026 erreichen. Bestellungen sind bereits möglich, auch wenn Bentley noch nicht für alle Märkte Preise genannt hat.

Technisch zusammengefasst verzichtet der neue Flying Spur auf die Front mit Doppelscheinwerfern und trägt nun auf jeder Seite nur noch eine Hauptleuchteinheit, erstmals bei einer Bentley-Limousine seit 1962.

Der Flying Spur S kehrt mit dem High Performance Hybrid zurück, leistet 500 kW und 930 Nm, sprintet in 3,7 Sekunden auf 100 km/h und fährt rund 307 km/h schnell.

Der Flying Spur Speed entwickelt 575 kW und 1000 Nm, beschleunigt in 3,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und kann bis zu 76 km rein elektrisch zurücklegen.

Die 25,9-kWh-Batterie lädt mit 11 kW in rund 2 Stunden und 45 Minuten.

Die Mulliner Virtuoso Collection bringt das 21-Lautsprecher-System Naim for Mulliner mit, dessen früherer Preis im Batur bei 25.000 Pfund, also etwa 28.945 Euro, lag.