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Autobauer erwarten wegen Trump-Zöllen Rückzahlungen in Milliardenhöhe

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 02.05.2026

Ford, General Motors, Mercedes-Benz und Stellantis rechnen in den USA mit möglichen Zollrückerstattungen von zusammen rund 2,3 Milliarden Dollar. Das Geld ist zwar noch nicht geflossen, einige Hersteller haben die erwarteten Beträge aber bereits in ihre Ergebnisse für das erste Quartal aufgenommen.

Mit ihren Rückforderungsanträgen begannen die Autobauer nach der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA im Februar, der einen Teil der unter Donald Trump eingeführten Zölle aufhob. Reuters zufolge könnten Importeuren insgesamt Rückzahlungen von bis zu 166 Milliarden Dollar zustehen, der Prozess kann jedoch Monate dauern.

Die Autoindustrie gehört zu den Branchen, die Trumps Zollpolitik besonders direkt getroffen hat. Deshalb haben Hersteller begonnen, mögliche Erstattungen in ihrer Buchhaltung zu berücksichtigen, auch wenn der tatsächliche Zeitplan für Auszahlungen unklar bleibt.

Ford rechnet mit einer Rückzahlung von rund 1,3 Milliarden Dollar, General Motors mit etwa 500 Millionen Dollar. Mercedes-Benz hat die erwartete Erstattung ebenfalls im Bericht für das erste Quartal verbucht. Stellantis beziffert den positiven Effekt auf rund 400 Millionen Euro beziehungsweise 467 Millionen Dollar.

Ford und GM betonten, dass sie das Geld erst dann als freien Cashflow ausweisen, wenn es tatsächlich eingegangen ist. Das bedeutet: In der Gewinn- und Verlustrechnung ist der Effekt bereits sichtbar, in der Bilanz bleibt das Risiko aber bestehen.

Die Geltendmachung der Rückforderungen könnte für die Hersteller neue Spannungen mit der Trump-Regierung auslösen. Reuters zufolge sagte Trump dem Sender CNBC, er erinnere sich an Unternehmen, die keine Erstattungen beantragen, präzisierte aber nicht, welchen Vorteil sie daraus ziehen könnten. Fords Finanzchefin Sherry House begründete die Rückforderung mit dem Schutz der Interessen der Aktionäre.

Damit ist die Lage für die Autobauer zwiespältig. Juristisch haben sie eine Grundlage, das Geld zurückzufordern, politisch könnte der Schritt die Beziehungen zur Regierung belasten, die die US-Handelspolitik weiterhin prägt.

Doch selbst mögliche Rückzahlungen in Milliardenhöhe nehmen den Kostendruck nicht von den Herstellern. Die umstrittenen Zölle machten nur einen Teil des breiteren Zollregimes aus. Weiterhin belasten Importabgaben auf Stahl, Aluminium, Fahrzeuge sowie auf Komponenten aus Mexiko und Kanada die Unternehmen. GM beziffert die Zollbelastung in diesem Jahr auf 2,5 bis 3,5 Milliarden Dollar, Ford auf rund 1 Milliarde Dollar.

Volkswagen äußert sich zu möglichen Rückzahlungen zurückhaltender. Konzernfinanzvorstand Arno Antlitz sagte, eine Erstattung wäre klein im Vergleich zu den jährlichen Zollkosten von rund 4 Milliarden Euro. Das zeigt, dass Rückzahlungen die Quartalsergebnisse verbessern können, das strategische Problem der Autobauer aber nicht lösen.