Audi zeigt die neue Q7-Generation und rüstet sich für das Q9-Zeitalter
Audi hat das erste offizielle Bild der dritten Q7-Generation veröffentlicht. Das neue Modell startet in Audis großer SUV-Palette zu einem Zeitpunkt, an dem der Q7 seine Rolle als Flaggschiff an das kommende Q9 abgeben wird. In Europa bleibt er dennoch das praktischste Premium-Familien-SUV der Marke.
Der Q7 bekommt endlich eine neue Generation.
Die dritte Generation des Audi Q7 rückt näher an ihre vollständige Enthüllung. Diesmal geht es nicht um ein weiteres Facelift, sondern um einen echten Modellwechsel für ein Auto, dessen zweite Generation 2015 erschien und 2024 ihr zweites großes Update erhielt. Audi beschreibt den neuen Q7 als sportlicheres, kraftvoller wirkendes SUV mit vielseitigem Innenraum, hochwertigeren Materialien und stärker auf den Nutzer ausgerichteter Technik.
Das bislang veröffentlichte Bild zeigt nur ein Detail der vorderen Seitenpartie, sagt aber bereits einiges aus. Zu sehen sind das S line-Emblem, eine stärker modellierte Seitenfläche und ein konventioneller Türgriff. Der Q7 bleibt also bei klassischen Außentürgriffen und setzt in der neuen Generation auf eine sauberere, ruhigere Seitenlinie.
Das Design deutet auf mehr Nachdruck hin, nicht auf eine Revolution.
Audi zeigt das Auto noch nicht komplett, doch die bisherigen Informationen sprechen eher für Evolution als für ein Experiment. Der Q7 muss als großes, aufrecht gezeichnetes und praktisches Siebensitzer-SUV klar erkennbar bleiben. Eine zu stark ins Coupé-hafte abgleitende Form würde dem Q8 zu viel Raum lassen, eine zu luxuriöse Positionierung wiederum würde mit dem Q9 kollidieren.
Der erste Q7 war Audis erstes großes SUV und der starke Ausgangspunkt für die gesamte Q-Familie der Marke. Künftig rangiert darüber das Q9, das Audi zu Beginn der zweiten Jahreshälfte vorstellen will. In seiner Strategie betont Audi, dass Q7 und Q9 die Präsenz der Marke vor allem auf dem US-Markt ausbauen sollen. Für Europa bedeutet das jedoch eine klarere Rollenteilung. Das Q9 übernimmt die Rolle des größten und prestigeträchtigsten Modells. Der Q7 muss die rationalere, handlichere und glaubwürdigere Wahl für Familien bleiben.
Die Motorenpalette muss Europas schwierigstes Problem lösen.
Technische Daten zum neuen Q7 hat Audi noch nicht veröffentlicht. Die aktuelle Generation zeigt aber klar, welches Niveau der Nachfolger mindestens erreichen muss. Der bisherige Q7 45 TDI leistet 170 kW und 500 Nm, der 50 TDI 210 kW und 600 Nm, der 55 TFSI 250 kW und 500 Nm. Im SQ7 TFSI arbeitet ein 4,0-Liter-V8 mit 373 kW und 770 Nm, der das große SUV in 4,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt. Alle V6-Versionen dürfen bis zu 3,5 Tonnen ziehen.
In Europa muss die dritte Generation drei Dinge gleichzeitig schaffen: den Diesel als Stärke für Langstrecke und Anhängerbetrieb am Leben halten, die elektrische Reichweite des Plug-in-Hybrids erhöhen und den CO2-Druck senken. Der aktuelle Q7 55 TFSI kommt offiziell auf 10,1 bis 11,0 l/100 km und einen CO2-Ausstoß von 228 bis 250 g/km. Damit liegt er klar in der CO2-Klasse G. Für einen wohlhabenden Privatkäufer mag ein Auto mit solchen Werten noch passen, in Unternehmensflotten braucht die nächste Q7-Generation aber zwingend einen stärkeren Plug-in-Hybrid.
BMW und Mercedes-Benz drücken beim Plug-in-Hybrid aufs Tempo.
Die Konkurrenz wartet nicht. In Deutschland fährt der BMW X5 xDrive50e mit einer Batterie von 25,7 kWh Nettokapazität vor, lädt mit Wechselstrom mit bis zu 11 kW und bietet schon heute ein starkes Plug-in-Hybrid-Paket. BMW listet den X5 xDrive50e in Deutschland ab 97.900 Euro.
Mercedes-Benz spielt mit dem GLE dieselbe Karte noch aggressiver aus. Laut britischen technischen Daten schaffen die Plug-in-Hybride des GLE bis zu 67 Meilen rein elektrisch, also rund 108 km, und laden per DC von 10 auf 80 Prozent in 29 Minuten. Daran lässt sich ablesen, wohin sich diese Klasse bewegt. Ein großes Premium-SUV muss den städtischen Alltag elektrisch bewältigen können und zugleich auf der Autobahn sowie mit Anhänger überzeugend bleiben.
Genau hier wartet auf den neuen Q7 seine wichtigste Prüfung. Gibt Audi ihm einen V6-Plug-in-Hybrid mit großer elektrischer Reichweite, erhält die Anhängelast von 3,5 Tonnen und hält den Diesel in Märkten im Programm, in denen Kunden ihn weiterhin brauchen, dann kann der Q7 neben X5 und GLE eine sehr starke Wahl bleiben. Beschränkt sich Audi dagegen auf Design und Displays, verliert das Modell seinen historischen Vorteil.
Der Innenraum muss alte Kompromisse hinter sich lassen.
Der aktuelle Q7 bietet als Fünfsitzer 867 bis 1.993 Liter Kofferraumvolumen und optional eine dritte Sitzreihe. Das ist noch immer beeindruckend, doch Armaturenträger und Bedienkonzept stammen aus einer früheren Audi-Generation. Der neue Q7 braucht ein frischeres digitales Konzept. Audi darf dabei allerdings nicht in die übermäßig touchlastige Ära zurückfallen, in der der Fahrer für jeden simplen Befehl auf einen Bildschirm schauen musste.
Audi spricht beim neuen Modell von „nutzerorientierten Technologien“. Das klingt zunächst nach Marketing, hat in der Klasse des Q7 aber eine ganz praktische Bedeutung. Ein Familienauto muss die Basics schnell erledigen. Klimabedienung, Sitzheizung, Kameras, Anhängermodus und Fahrprogramme müssen leicht auffindbar und logisch angeordnet sein. In einem großen SUV ist Technik nicht deshalb wertvoll, weil sie mehr Bildschirme bringt, sondern weil sie den Fahrer möglichst wenig ablenkt.
Der Q7 ist für Audi wichtiger als nur wegen seines Volumens.
Die dritte Q7-Generation kommt für Audi zu einem wichtigen Zeitpunkt. Das Unternehmen erneuert 2026 seine Modellpalette umfassend und nennt dabei offiziell das Q9, den A2 e-tron, die dritte Q7-Generation, den überarbeiteten Q4 e-tron und den neuen RS 5. Es geht also nicht um ein einzelnes Modellupdate, sondern um einen Versuch, das gesamte Angebot jünger und technologisch konsistenter aufzustellen.
Im globalen Wettbewerb muss der Q7 nun klüger agieren als bisher. Er ist nicht länger Audis größtes SUV, könnte in Europa aber das wichtigste große SUV der Marke sein. Das Q9 kann Prestige und Platz verkaufen. Der Q7 muss Balance verkaufen: sieben Sitze, echte Anhängelast, hohe Reichweite, eine geringere Steuerlast dank Plug-in-Hybrid und ein Design, das für Geschäftskunden solide und glaubwürdig bleibt.
Audi hat die dritte Generation des Q7 offiziell bestätigt und einen ersten Ausblick auf das neue Modell gegeben.
Der neue Q7 wird in der Palette neben dem Q9 positioniert, das künftig Audis größtes SUV sein wird.
Der aktuelle Q7 bietet V6-Motoren mit 170 bis 250 kW, während der SQ7 auf einen V8 mit 373 kW und 770 Nm setzt.
In den V6-Versionen darf der bisherige Q7 bis zu 3,5 Tonnen ziehen, eine für die neue Generation weiterhin entscheidende Messlatte.
Der Erfolg in Europa wird vor allem von einem starken Plug-in-Hybrid abhängen, weil BMW X5 und Mercedes-Benz GLE in genau diese Richtung bereits entschlossen vorangehen.