Aston Martin DBX 707
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Aston Martin ruft DBX wegen Softwarefehlers zurück

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 30.03.2026

Aston Martin muss die Modelljahre 2025 und 2026 des DBX sowie den 2026er DBX S zurückrufen. Grund ist ein Fehler im Reifendruckkontrollsystem, das Fahrer bei langsamem Druckverlust womöglich nicht warnt. Die Abhilfe dauert beim Händler nur rund 12 Minuten, kommt für Gaydon aber zu einem ungünstigen Zeitpunkt, weil die überarbeitete Kernbaureihe makellose Qualität ausstrahlen soll und schwächere Finanzzahlen Zuverlässigkeit und Marge noch wichtiger machen.

In den USA umfasst der Rückruf 1.091 Fahrzeuge, konkret DBX der Modelljahre 2025 und 2026 sowie den 2026er DBX S, gebaut zwischen dem 23. Mai 2024 und dem 11. Februar 2026. Dasselbe NHTSA-Dokument nennt weitere 2.146 DBX außerhalb der USA, die dasselbe Software-Update benötigen. Aston Martin erklärte zudem, es gebe keine Berichte über Unfälle oder Verletzungen im Zusammenhang mit dem Fehler.

Der Mangel selbst ist enger gefasst und bürokratischer, als die übliche Schlagzeile über ein erhöhtes Unfallrisiko vermuten lässt. Das Problem sitzt weder im Reifen noch in Fahrwerk oder Bremsen. Es steckt in der Codierung des Produktionsprozesses. Als Aston Martin den DBX auf die elektronische Architektur Star 2.4 umstellte, musste das Werk ein neues Soft-Reboot-Verfahren mit einer Verzögerung von einer Sekunde nutzen, um das TPMS-Steuergerät korrekt zu konfigurieren. Das Unternehmen passte den DBX-Prozess nicht an diese Vorgabe an, sodass das Modul nicht alle korrekten Werte speicherte. Das Ergebnis ist ungewöhnlich spezifisch: Das System kann einen schnellen Druckverlust weiterhin erkennen, also den Fall eines gravierenderen Defekts, bei einem schleichenden Luftverlust kann es jedoch stumm bleiben. Genau dadurch entsprach das Fahrzeug nicht mehr FMVSS 138.

Praktisch ist die Aktion überschaubar. Laut NHTSA-Bericht können Händler das Problem mit einem kostenlosen Software-Update beheben. Der Vorgang dauert bis zu 12 Minuten. Einen Hinweis, das Auto nicht zu fahren oder nicht im Freien zu parken, enthält das Dokument nicht. Die Benachrichtigung der Halter sollte am 15. April 2026 beginnen, die Fahrgestellnummern waren ab dem 25. März prüfbar. Aston Martin dürfte die Sache also schnell und kostengünstig erledigen können, was deutlich günstiger ist, als die Kostenbasis eines mechanischen Rückrufs tragen zu müssen.

Das ist relevant, weil Aston Martin das Jahr 2025 mit einem Umsatz von 1,258 Milliarden Pfund abgeschlossen hat, 21 Prozent weniger als im Vorjahr. Das Großhandelsvolumen sank um 10 Prozent auf 5.448 Fahrzeuge, die SUV-Verkäufe gingen um 9 Prozent auf 1.717 zurück, und das bereinigte EBIT fiel auf einen Verlust von 189,2 Millionen Pfund. Im selben Geschäftsbericht heißt es zudem, dass Garantiekosten, Händlerunterstützung und andere produktqualitätsbezogene Ausgaben um rund 65 Millionen Pfund gestiegen sind. Vor diesem Hintergrund wiegt jedes Qualitätssignal rund um den DBX schwerer als sonst.

Der Rückruf trifft außerdem eine Modellreihe, mit der Aston Martin mehr erreichen will, als nur ordentliche Stückzahlen zu verkaufen. Das Unternehmen brachte den DBX S im April 2025 als neues Flaggschiff auf den Markt und gab ihm 727 PS sowie 900 Nm. Aus den Ergebnissen für 2025 geht hervor, dass die ersten Auslieferungen des DBX S zusammen mit anderen neuen Derivaten im vierten Quartal zu höheren durchschnittlichen Verkaufspreisen beigetragen haben. Mit anderen Worten: Das ist nicht nur ein Volumenmodell. Es ist eines der Fahrzeuge, auf die das Management setzt, um die Preisqualität wiederherzustellen und die Marge zu verbessern.

Ja, es geht nur um ein Software-Update, und ja, es dauert nur 12 Minuten. Doch wenn ein Unternehmen dem Markt vermitteln will, dass seine neuen Kernmodelle jeden verlangten Pfund wert sind, wirkt selbst eine kleine Warnleuchte, die womöglich nicht aufleuchtet, wie denkbar schlechtes Timing.