Aston Martin hat einen V12-SUV geschaffen, den man im echten Leben nicht fahren kann
Aston Martin ließ seinen Designern freie Hand, und das Ergebnis ist der gepanzerte Dreadnought mit Allradantrieb. Der V12-brüllende SUV rast durch „Call of Duty: Modern Warfare 4“, doch in europäischen Schauräumen oder auf den Straßen von Tallinn wird man ihn nicht sehen.
Der DBX hat seinen eleganten Anzug zu Hause gelassen
Der Dreadnought wirkt, als hätte Aston Martins Luxus-SUV DBX einige Monate auf einem Militärstützpunkt verbracht, bevor er die Hauptrolle in einem Actionfilm forderte. Seine großzügige Bodenfreiheit, die massive Panzerung, überdimensionierte Offroad-Reifen und die muskulöse Karosserie lassen ihn deutlich einschüchternder erscheinen als den durchschnittlichen britischen Luxuswagen.
Dies ist weder eine Sonderedition des DBX noch ein Ausblick auf ein künftiges Serienmodell. Laut der offiziellen Mitteilung von Aston Martin wurde der ausschließlich digitale Dreadnought gemeinsam mit Spieleentwickler Infinity Ward und Publisher Activision speziell für „Call of Duty: Modern Warfare 4“ entwickelt. Er wird auch in „Call of Duty: Warzone“ auftreten.
Aston Martins Designer waren von den üblichen Einschränkungen der physischen Welt befreit. Sie mussten sich weder um Vorschriften zur Straßenverkehrssicherheit, Emissionsgrenzwerte, Fußgängerschutz noch darum kümmern, ob der Besitzer im Parkhaus den Parkscheinautomaten erreichen kann. Das Fahrzeug musste im Universum von „Modern Warfare 4“ funktionieren, in dem etwas andere Prioritäten gelten als bei der europäischen Typgenehmigungsprüfung.
Der V12 brüllt – aber nur aus den Lautsprechern
Aston Martin bezeichnet den Dreadnought als taktischen SUV mit Allradantrieb und Fahrleistungen auf Supersportwagen-Niveau. Das offizielle Material verspricht das Brüllen eines echten Aston Martin mit V12-Antrieb, nennt jedoch weder Hubraum noch Leistung, Drehmoment oder Beschleunigungswerte.
Es gibt daher keinen Grund anzunehmen, dass sein fiktiver Motor mit dem 5,2-Liter-V12-Biturbo des Vanquish verwandt ist. Aston Martin hat keine solche Verbindung bestätigt. Der Dreadnought ist ein digitales Fahrzeug, sein V12 existiert also als Teil der Spezifikation und Klangkulisse im Spiel statt als physischer Antriebsstrang.
Auch eine WLTP-Verbrauchstabelle gibt es nicht. Stattdessen umfasst die imaginäre Spezifikation des Dreadnoughts Reservetanks, denn in der Spielwelt könnte die nächste Tankstelle auf der anderen Seite eines Feuergefechts liegen.
Leder trifft auf den Waffenschrank
Die militärische Erscheinung bedeutet nicht, dass Aston Martin den Luxus hinter sich gelassen hat. Zur virtuellen Spezifikation des Dreadnought gehören ein Chassis aus Kohlefaser, Karosseriedetails aus Kohlefaser in Fischgrät-Webart, ein mit Oxford-Tan-Leder bezogenes Armaturenbrett und Türverkleidungen sowie ein Gangwahlhebel in Metallic-Gold. Selbst die Türscharniere erhalten ein eloxiertes Finish in Satin Gold.
Neben diesen traditionellen Luxusdetails ergänzten die Designer Panzerplatten in Militärqualität, maßgefertigte Waffenaufbewahrung, adaptive intelligente Systeme für Kampfzonen und integrierte digitale Bedienschnittstellen. Die Karosserie ist in Aston Martins charakteristischem Chiltern Green lackiert, auch wenn diese Farbe normalerweise nicht mit Waffen und einer aktiven Kampfzone einhergeht.
In der offiziellen Beschreibung von Call of Duty wird darauf hingewiesen, dass einige der detaillierten Stylingelemente rein kosmetisch sind. Der Dreadnought selbst ist jedoch mehr als ein optischer Skin: Seine Panzerung soll eingehendes Feuer absorbieren, während sein Allradantrieb Traktion, Geschwindigkeit und genügend Schwung liefert, um Gegner zu rammen oder ihnen zu entkommen.
Der Name Dreadnought bedeutet sinngemäß „fürchte nichts“ und erinnert zugleich an das berühmte britische Schlachtschiff HMS Dreadnought, das 1906 vom Stapel lief. Das Schiff veränderte die Konstruktion von Schlachtschiffen so grundlegend, dass spätere Schiffe desselben allgemeinen Typs als Dreadnoughts bezeichnet wurden. Aston Martins SUV wird zumindest versuchen, diesem Ruf auf dem virtuellen Schlachtfeld gerecht zu werden.
Die Designer stellten ihn sich als echtes Auto vor
Laut Aston Martins Chief Creative Officer Marek Reichman ging das Team das Projekt mit dem Anspruch an, dass sich der Dreadnought wie ein echtes Fahrzeug anfühlen müsse. Die Designer stellten ihn sich vor, wie er durch die Straßen New Yorks navigiert und über die vom Monsun durchnässten Straßen Mumbais fährt.
Infinity Ward entwickelte das Fahrzeug von Grund auf und arbeitete an allem – vom ersten Konzept über Animation und Geometrie bis zu In-Game-Physik und Antrieb. Der Dreadnought ist daher mehr als ein dekoratives Objekt mit Aston-Martin-Emblem: Er ist ein vollständig fahrbares Fahrzeug im Spiel.
Zum Marktstart können Spieler den Dreadnought an mehreren zentralen Orten sowohl im DMZ-Modus von „Modern Warfare 4“ als auch in „Call of Duty: Warzone“ finden. Aston Martin scherzt in seiner Pressemitteilung, dass der natürliche Lebensraum der Marke zwischen luxuriösen Anwesen und Landschaften liege – der Dreadnought habe lediglich einen etwas abenteuerlicheren Arbeitsweg.
Ein Modell in Originalgröße existiert, ein fahrbares Auto jedoch nicht
Der Dreadnought existiert auch in der realen Welt, allerdings nur als Interpretation des virtuellen SUV in Originalgröße. Sein weltweites Debüt feierte er auf der Fanatics Fest NYC im Rahmen der Call-of-Duty-Ausstellung. Aston Martin hat nicht behauptet, dass das Modell über einen funktionierenden Antriebsstrang verfügt oder fahrbar ist.
Europäische Käufer müssen daher nicht nach einer Dreadnought-Preisliste, einem Wert für die Zulassungssteuer oder einer CO₂-Einstufung suchen. Das Fahrzeug bleibt in der Gaming-Welt, während DBX S und DBX707 Aston Martins reale Serien-SUV-Palette repräsentieren.
„Call of Duty: Modern Warfare 4“ erscheint weltweit am Freitag, 23. Oktober 2026. Es wird für PlayStation 5, Xbox Series X|S, PC und Nintendo Switch 2 verfügbar sein.