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Amsterdam verbietet öffentliche Werbung für Autos mit Verbrennungsmotor

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 06.05.2026

Amsterdam hat Anfang Mai ein neues Werbeverbot eingeführt. Es beschränkt die öffentliche Bewerbung von fossilen Brennstoffen, Flugreisen, Kreuzfahrten, Gasverträgen, Fleisch und Autos mit Verbrennungsmotor. Vollständig durchgesetzt werden soll die Regelung ab 2027.

Dabei geht es nicht um ein Verkaufsverbot für Benzin- oder Dieselautos. Die Einschränkung betrifft Werbung, die von der Straße oder von einem anderen öffentlich zugänglichen Ort aus sichtbar ist. In der Praxis bedeutet das vor allem, dass entsprechende Botschaften aus der Außenwerbung, von Haltestellen des öffentlichen Verkehrs und von Werbeflächen im Stadtgebiet verschwinden.

Showrooms sind von dem Verbot ausgenommen.

Für Verkaufsstellen und deren unmittelbares Umfeld gilt eine Ausnahme. Autohäuser dürfen innerhalb und rund um ihre Showrooms weiterhin informieren, breiter angelegte Werbung im Stadtbild wird jedoch stärker eingeschränkt.

Amsterdam ordnet Autos mit Verbrennungsmotor damit in dieselbe Kategorie ein wie fossile Brennstoffe, Flüge und Kreuzfahrten. Das zeigt die Richtung der Klimapolitik. Es geht nicht mehr nur um technische Emissionsstandards. Die Politik greift nun auch in den Bereich ein, in dem Konsum angeregt, normalisiert und der Öffentlichkeit mit Hochglanzbildern verkauft wird.

Eine kleinere Bühne für Benziner und Diesel.

Für die Autoindustrie wird die Entscheidung keinen unmittelbaren Einbruch der Verkaufszahlen auslösen. Sie verändert aber das Marketingumfeld. Benzin- und Dieselmodelle werden im öffentlichen Raum weniger sichtbar, während Elektroautos und elektrifizierte Modelle fast automatisch an Position gewinnen.

In den Niederlanden gibt es bereits andernorts ähnliche Maßnahmen, unter anderem in Den Haag. Der Schritt aus Amsterdam könnte damit zum Vorbild für andere europäische Städte werden, die die alltägliche Sichtbarkeit fossilen Konsums reduzieren wollen.

Kurzfristig wird das Verbot vor allem Werbeflächen und die Kampagnenplanung betreffen. Mit der Zeit könnte es einen breiteren Wandel beschleunigen, wie Automarken mit städtischen Käufern sprechen: weniger Schwerpunkt auf Benzin und Diesel, mehr auf Elektroautos und Mobilität, die sich leichter in das städtische Leben einfügt.